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Umfassende Hilfen für Pflegebedürftige und Angehörige soll ein neuer Pflegestützpunkt bieten.

Umfassende Beratung auch im Krisenfall

Kreistag: Ja zu Pflegestützpunkt

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Der Landkreis bekommt einen Pflegestützpunkt mit Beratung und Krisendienst. Damit soll Pflegebedürftigen und Angehören umfassend geholfen werden - auch in Notlagen.

Erding – Manchmal ist der Landkreis schneller als der Freistaat Bayern. So war es auch beim Pflegestützpunkt. Die verbesserte Beratung Pflegebedürftiger und deren Angehöriger forderte die CSU-Fraktion bereits im Juli 2017, im November 2018 stellte die Gemeinde Taufkirchen einen entsprechenden Antrag. Doch damals fehlte der gesetzliche Rahmen.

Der liegt jetzt vor, berichtete Christine Kaltenbach, Fachbereichsleiterin Soziales im Landratsamt, im Kreistag. Daher sei es jetzt möglich, einen Pflegestützpunkt mit (Wohn-)Beratung und Pflegekrisendienst unter einem Dach aufzubauen, freute sich Landrat Martin Bayerstorfer. In Erding wird das Angestelltenmodell favorisiert, bei dem der Landkreis das Personal bei sich beschäftigt.

Viele Geldgeber

Die Kosten teilen sich nach Angaben Kaltenbachs die Kranken- und Pflegekassen (je ein Drittel) sowie der Bezirk Oberbayern und der Landkreis (je ein Sechstel). Der Rahmenvertrag liegt bereits vor, die Fördermittel hat der Freistaat Ende 2019 bereitgestellt. Nach dem einstimmigen Beschluss im Kreistag werden nun die entsprechenden Verträge aufgesetzt und das Personal rekrutiert. Der Landkreis will nach den Worten Kaltenbachs zunächst mit einer qualifizierten Stelle (Pflegefachkraft, Sozialversicherungsangestellter oder Sozialarbeiter mit Weiterbildung zum Pflegeberater) beginnen. Insgesamt sind 2,3 Vollzeitstellen vorgesehen, um auch den Pflegekrisendienst aufbauen zu können.

Der ist den Kreisräten neben der Beratung von Pflegenden unter anderem zu Fragen des Wohnens ein besonders Anliegen. Immer wieder kommt es vor, dass ein Patient aus dem Klinikum entlassen wird, der kurzfristig selbst aber nicht in der Lage ist, sich zu versorgen – sei es bei der Medikamenteneinnahme oder bei der Führung des Haushaltes. CSU-Fraktionschef Thomas Bauer hatte schon 2017 darauf hingewiesen, dass es immer wieder dazu komme, dass Patienten deswegen kurz nach ihrer Entlassung wieder ins Krankenhaus müssten. Dies stelle nicht nur für die Betroffenen eine Belastung dar, sondern auch für die Kassen und die Kliniken.

Rückkehr in Klinik vermeiden

Ursächlich dafür, so Bauer, sei das „Fehlen eines informierten Ansprechpartners, der etwa weitere pflegerische Maßnahmen und bei Bedarf übergangsweise pflegerische Aufgaben übernehmen kann“, ehe etwa ein Rehaplatz oder ein ambulanter Pflegedienst gefunden ist. Die CSU fürchtet wegen des Ärztemangels auf dem Land eine Verschlechterung der Versorgungslage. Zudem seien es oft keine ärztlichen Aufgaben.

Der damalige Taufkirchener Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) hatte in seinem Antrag 2018 darauf verwiesen, dass „Senioren eine wohnortnahe Anlauf- und Beratungsstelle brauchen, die alle Fragen des Älterwerdens“ beantwortet. Die Nachfrage nehme zu. Ihm schwebt eine zentrale Stelle in Erding mit Außenstellen in größeren Orten und Verwaltungsgemeinschaften vor.

SPD hätte gerne Verbände mit im Boot

Grundsätzlich war Ulla Dieckmann (SPD) mit dem Konzept einverstanden. Ein Schwerpunkt solle die (Wohn-)Beratung sein. Die Pflegekoordination sei aber etwas anderes. Die SPD-Fraktionssprecherin forderte deshalb einen größeren Aufschlag. Sie bedauerte es, dass die Sozialverbände nicht einbezogen würden. „In Taufkirchen könnte die Caritas im Mehrgenerationenhaus übernehmen“, meinte Dieckmann.

Kaltenbach erwiderte, das Gesetz sehe eine neutrale Beratung vor. In der Netzwerkarbeit würden die Verbände aber mit einbezogen.  ham

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