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VR-Bank schließt sechs Filialen im Landkreis

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Von: Hans Moritz

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Die VR-Bank schließt zwischen Juli und September sechs Filialen. Betroffen sind Reichenkirchen, Walpertskirchen, Lengdorf, Ottenhofen, Buch und Pastetten.
Bei der Bucher Filiale der VR-Bank Erding gehen am 30. September die Lichter aus. © Markus Ostermaier

Die VR-Bank schließt zwischen Juli und September sechs Filialen. Betroffen sind Reichenkirchen, Walpertskirchen, Lengdorf, Ottenhofen, Buch und Pastetten.

Erding – Die VR-Bank-Erding dünnt aus wirtschaftlichen Gründen ihr Filialnetz aus und schließt im Laufe des Jahres sechs Geschäftsstellen im südlichen und östlichen Landkreis – in Reichenkirchen, Walpertskirchen, Lengdorf, Ottenhofen, Buch am Buchrain und Pastetten. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigten die Vorstände Johann Luber und Friedrich Ziller. Betroffene Bürgermeister reagieren mit Kritik.

Die Kunden wurden per Brief informiert. Die Zusammenlegungen beginnen nach Angaben Lubers und Zillers mit Reichenkirchen und Ottenhofen Mitte Juli und enden zum 30. September mit Buch und Pastetten.

Öffnungszeiten in Forstern und Hörlkofen werden erweitert

„Die Öffnungszeiten in Forstern und Hörlkofen werden wir dafür erweitern, sodass diese Stellen wieder täglich geöffnet sind“, versichert Luber und sagt: „Wir halten mit zehn Geschäftsstellen immer noch eines der dichtesten Geschäftsstellennetze aufrecht.“ Mit der Maßnahme seien keine betriebsbedingten Kündigungen verbunden. Kontonummern und die gewohnten Ansprechpartner bleiben für die betroffenen Kunden erhalten.

Insgesamt ist die VR-Bank in den Landkreisen Erding und Ebersberg derzeit mit 16 Geschäftsstellen vertreten. In sechs Kommunen der Erdinger Region wird das persönliche Service- und Beratungsangebot allerdings Mitte des Jahres eingestellt.

Weiterhin Bankautomaten in vier Gemeinden

Zum Zeitplan erklärt Ziller: Die Filialen in Ottenhofen und Reichenkirchen werden zum 15. Juli geschlossen. In Lengdorf und Walpertskirchen endet die persönliche Beratung zum 29. Juli, in Buch am Buchrain und Pastetten zum 30. September.

In Ottenhofen, Lengdorf, Walpertskirchen und Pastetten wird es seinen Worten zufolge immerhin künftig noch Selbstbedienungsautomaten geben. In Buch und Reichenkirchen hingegen ist auch der eigenständige Bargeld-Bezug in ein paar Monaten nicht mehr möglich.

Online-Banking macht Filialen zu schaffen

Ziller begründet diesen Schritt mit der allgemeinen Situation in der Banken-Landschaft. „Es ist kein Geheimnis, dass uns die Niedrigzinsphase zu schaffen macht.“ Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten spiele aber auch das veränderte Kundenverhalten eine Rolle. Immer seltener werde der persönliche Kontakt in der Bank benötigt und dagegen die flexibleren Zugangswege im Internet bevorzugt. „Die Frequenz in den Geschäftsstellen geht zunehmend zurück“, erklärt Ziller.

Im Spätsommer 2019 habe die VR-Bank begonnen, über die Situation zu beraten. Einige Geschäftsstellen standen auf dem Prüfstand. Kürzlich hat laut Ziller auch der Aufsichtsrat zugestimmt, die Filialen in den sechs Gemeinden zu verändern oder aufzulösen. Der stellvertretende Vorsitzende betont, „dass nicht die wirtschaftlichen Herausforderungen aufgrund der aktuellen Corona-Krise für die Schließungen verantwortlich sind“.

Ausbau von Telefon-Banking?

Ebenso dementiert er, dass die VR-Bank schon seit der Fusion mit der Raiffeisen-Volksbank Isen-Sempt (2017) eine Reduzierung derer Filialen im südlichen Landkreis geplant habe. „Die letzten Entwicklungen wurden hier abgewartet.“

Die Berater würden in anderen Standorten eingesetzt. Ziller kann sich als Ersatz zudem vorstellen, das Telefonbanking personell auszubauen. Dieser Service sei für weniger mobile Kunden, die kein Online-Banking nutzen (möchten), gedacht.

Wenig Verständnis bei Kunden

Erste Reaktionen sind beim Vorstand bereits eingegangen – nicht gerade freundliche. Ziller hat dafür Verständnis. „Klar, das ist für niemanden schön. Diese Entscheidung war auch für uns nicht leicht, ist aber eine Reaktion auf die aktuellen Entwicklungen.“ Dieser Schritt sei so lange wie möglich vermieden worden.

Mit Ausnahme von Klettham habe die VR-Bank Erding noch keine Geschäftsstellen-Schließungen durchgeführt. Ziller: „Andere haben damit schon viel früher begonnen.“ Luber sekundiert: „Unsere Genossenschaft wurde vor 125 Jahren gegründet. Mitglieder und Kunden erwarten zu Recht, dass wir vernünftig wirtschaften, um ein leistungsfähiger Partner zu bleiben.“

Markus Ostermaier und Hans Moritz

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