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Fernab der Kreisstraße ED 12 und der Autobahn-Anschlussstelle soll der Geh- und Radweg von Lengdorf nach Isen verlaufen. Der Landkreis nimmt das Projekt jetzt selbst in die Hand und muss dennoch auf staatliche Fördergelder nicht verzichten. Im Herbst soll alles fertig sein.

Landkreis plant und baut bis Herbst selbst

Radweg wird mit der Autobahn fertig

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Es ist eine heikle Stelle: Wenn im Herbst die Isental-Autobahn A 94 zwischen Pastetten und Heldenstein fertig ist, bekommt auch Lengdorf eine eigene Anschlussstelle.

Lengdorf – Sie mündet in die Kreisstraße ED 12 Lengdorf–Isen. Weil die hier eine Kurve und Gefälle aufweist, handelt es sich um einen Bereich mit erhöhtem Risiko. Dem sollen nach Meinung des Landratsamtes Fußgänger und Radfahrer nicht ausgesetzt werden. Deswegen ist zwischen Lengdorf und Wenshof die Verlängerung des Geh- und Radwegs vorgesehen.

Planen und bauen sollen hätte ihn ursprünglich das Straßenbauamt München. Doch das hatte unlängst signalisiert, über zu wenig Ressourcen zu verfügen, um eine Fertigstellung des 1,3 Kilometer langen Abschnitts bis zur Inbetriebnahme der A 94 im Herbst zu schaffen.

Genau darauf pocht freilich der Landkreis – und nimmt das Vorhaben nun selbst in die Hand. „Wir haben ein privates Bauingenieurbüro damit beauftragt“, erklärte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) am Montag im Verkehrsausschuss des Kreistags.

Das Straßenbauamt hat laut Matthias Huber von der Kreisverwaltung mitgeteilt, es könne frühestens im Herbst anfangen, die Fertigstellung werde sich dann bis Ende 2020 hinziehen.

Zu dieser Hiobsbotschaft kam Ende Januar eine zweite. Huber berichtete, dass die Regierung von Oberbayern mitgeteilt habe, dass es im Falle einer Eigenleistung des Landkreises keine staatliche Förderung gebe. Doch das war nur eine Wasserstandsmeldung. Denn laut Huber stellte sich die Bezirksregierung drei Wochen später selbst richtig: Die Fördergelder fließen in jedem Fall.

Es dürfte ein haariges Projekt werden, denn am südlichen Ende des Radwegs wurden Zauneidechsen gefunden. Die sind streng geschützt. Deswegen wird der Geh- und Radweg um ein Habitat herumgeführt. Dies bedeutet eine Verlängerung um etwa 30 Meter. Grundsätzlich wird der alte Bahndamm das Fundament der Verbindung bleiben. Nur nördlich der A 94-Anschlussstelle ist eine kostensenkende Verschwenkung auf eine bestehende Baustraße möglich.

Am nördlichen Ende ist ebenfalls eine Verschwenkung erforderlich, „weil wir nicht alle erforderlichen Grundstücke bekommen haben“, erläuterte Huber. Zwischen Wenshof und Reithaler Weg baut der Landkreis, für die letzten Meter kommt die Gemeinde Lengdorf auf.

Nicole Schley (SPD) wunderte sich über die hohen Kosten von 830 000 Euro. Huber erklärte, die Verschwenkungen zum Schutz der Eidechsen sowie Ausgleichsflächen dafür bedeuteten einen finanziellen Mehraufwand. Die staatlichen Zuschüsse müssten davon aber noch abgezogen werden.

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