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Enge auf dem Wertstoffhof am Rennweg herrscht nicht nur, weil das Gelände viel zu klein ist, sondern auch wegen der nicht sonderlich großzügig bemessenen Öffnungszeiten. Bald ist auch an zwei Tagen vormittags offen.

Landkreis weitet Öffnungszeiten des Wertstoffhofs am Rennweg auf zwei Vormittage aus

Mehr Zeit fürs Recycling

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Öffnungszeiten des Recyclinghofes in Erding werden erweitert. Auch vormittags kann man hier künftig Wertstoffe entsorgen.

Erding – Der Corona-Krise sagt man nach, wie ein Brennglas auf andere, lang bekannte, aber unterdrückte Probleme zu wirken. So ist das auch beim städtischen Recyclinghof am Rennweg. Dass er seit Jahren zu klein und hoffnungslos überlaufen ist, ist kein Geheimnis. Doch seit der Pandemie wurde die maximale Lieferantenzahl reduziert – lange Staus bis in den Kreisverkehr zur Sigwolfstraße sind keine Seltenheit. Dieses Problem wollen Stadt und Landkreis nun angehen.

Der Umweltausschuss des Kreistags beschloss gestern, die Öffnungszeiten auszuweiten. Sie sollen dann auch am neuen Standort im Industriegebiet Erding-West zwischen Dachauer Straße und Sigwolfstraße gelten. Doch wann der Umzug dorthin erfolgen kann, steht in den Sternen.

Andreas Neumaier von der Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung berichtete, dass „durch die Annahme von Elektroaltgeräten und weiteren speziellen Wertstoff-Fraktionen der Recyclinghof am Rennweg die zentrale Entsorgungsstelle für 56 000 Menschen aus Erding und dem Umland ist“. Es sei der am zweitstärksten frequentierte Wertstoffhof im Landkreis – nach der Müllumladestation im Sollacher Forst bei Isen.

Weiter gab Neumaier zu, dass das Areal „seit Jahren an der Kapazitätsgrenze ist. Die Betriebsfläche ist zu klein, die Verkehrsanbindung ungünstig.“ Regelmäßig bekomme man Beschwerden über die zu kurzen Öffnungszeiten. Derzeit ist der Wertstoffhof montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie an Samstagen von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

Bereits zum Jahreswechsel könnte sich das ändern. Der Ausschuss beschloss die Öffnung montags, mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr (wie bisher), an Dienstagen und Donnerstagen von 10 bis 18 Uhr sowie samstags wie gehabt von 9 bis 14 Uhr. Das entspreche 33 statt 25 Wochenstunden, ein Plus von 33 Prozent beziehungsweise 400 Stunden im Jahr.

Der finanzielle Aufwand liegt laut Neumaier derzeit bei rund 100 000 Euro. Die Neuerung würde jährlich mit zusätzlich rund 55 000 Euro zu Buche schlagen. Denn mit den längeren Öffnungszeiten ist es nicht getan. Um die 13 Arbeitskräfte zu disponieren, sollen ein Vorarbeiter in Vollzeit und ein Stellvertreter in Teilzeit eingestellt werden. Das Personal stellt die Stadt, der Landkreis gibt aber ein einheitliches Konzept vor und übernimmt Personal- sowie Sachkosten. Das Geld stammt aus dem Gebührenhaushalt, belastet also den ohnehin schon angespannten Kreishaushalt nicht. Der Erdinger Stadtrat hat dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Gertrud Eichinger (SPD) regte eine noch weitreichendere Lösung an – samstags bis 15 Uhr. „Dann könnten Bürger aus dem Umland den Besuch auf dem Wertstoffhof mit dem Einkauf verbinden.“ Erdings OB Max Gotz (CSU) meinte, die 400 Stunden plus seien ausreichend. Man dürfe dem Personal nicht allzu lange Arbeitszeiten am Wochenende zumuten. Als Kompromiss regte er an, entweder in ein, zwei Jahren die Auslastung erneut zu bewerten oder aber den Umzug ins neue Industriegebiet abzuwarten. Auch Manfred Lex (CSU) empfahl, die neuen Öffnungszeiten erst einmal zu testen. Der Beschluss erging einstimmig.

ham

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