Vorbild Tübingen: Nach einem negativen Schnelltest gibt es ein Tagesticket, das die Türen zu Geschäften und Gastronomie öffnet. Das wollen sich auch Erding und die Gemeinden nicht entgehen lassen.
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Vorbild Tübingen: Nach einem negativen Schnelltest gibt es ein Tagesticket, das die Türen zu Geschäften und Gastronomie öffnet. Das wollen sich auch Erding und die Gemeinden nicht entgehen lassen.

Corona-Schnelltest: Stadt Erding bewirbt sich mit Umland-Gemeinden als Modellregion

Landkreis Erding will öffnen

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Stadt Erding bewirbt sich darum, Modellregion zu werden, in der Bürger nach einem Schnelltest Geschäfte, Cafés und Gastronomie besuchen können. Damit soll aber nicht hinter den Stadtgrenzen Schluss sein.

Erding – Die Stadt Erding will Modellregion in Sachen Corona-Schnelltests werden. Das kündigte OB Max Gotz (CSU) am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung an. Doch Gotz will den Antrag nicht nur für seine Stadt stellen: „Wir sehen uns als Teil einer Solidargemeinschaft, deswegen soll der gesamte Landkreis Modellregion werden.“ Diesbezüglich stehe er in engem Kontakt mit Landrat Martin Bayerstorfer.

Dieser Vorstoß kam gestern allerdings auch aus nahezu allen bayerischen Regionen. Die Zahl soll anfangs auf acht beschränkt werden. Die Namen Ingolstadt, Rosenheim und Mühldorf sind schon gefallen. Die ersten beiden sind kreisfreie Städte und verfügen damit über eigene Gesundheitsämter. Auch München will von Anfang an dabei sein.

Schnelltests nach Tübinger Vorbild

Im Landkreis Erding gibt es sechs Apotheken, die Schnelltests anbieten. Weitere Möglichkeiten bieten die Screeningstelle des Landkreises am Schwimmbad in Erding sowie das Testzentrum am Wochenende am Dorfener Freibad.

Nach Tübinger Vorbild sollen Bürger nach einem negativen Schnelltest ein Tagesticket erhalten, um damit für einen Tag am öffentlichen Leben teilhaben zu können. In diesem Zusammenhang kritisiert Gotz, „dass wir die Ausführungsbestimmungen leider immer erst sehr spät erhalten und so auf Änderungen immer nur äußerst kurzfristig reagieren können“. Ohne staatliche Gesundheitskompetenz „sind uns Kommunen die Hände leider oft gebunden“.

OB Gotz: Stehen für Öffnung „Gewehr bei Fuß“

Weiter berichtet Gotz, dass Erding für jede Form der Öffnung „Gewehr bei Fuß“ stehe. So habe seine Verwaltung bereits alle gastronomischen Betriebe aufgesucht. „Wir werden heuer bei den Freischankflächen wieder sehr großzügig sein“, verspricht der OB. Die Stadt werde wieder größtmögliche Flächen auf Straßen und Plätzen zur Verfügung stellen. Die Pacht war den Gastronomen erlassen worden – auf Kosten der Stadtkasse. „Sobald sich die Gelegenheit bietet, werden wir loslegen“, verspricht Gotz.

Für Rathausmitarbeiter und -besucher hat die Stadt 3000 Selbsttests bestellt. Gotz fügt aber hinzu, dass man die nicht an die Grund- und Mittelschulen abgeben könne. „Das liegt in der Zuständigkeit des Staates.“

Inzidenz sinkt auf 82,5

Trotz 25 neuer Corona-Infektionen am Mittwoch sank die Inzidenz tags drauf auf 82,5, ein Minus von acht. Nun sind weitere 18 Ansteckungen mit Sars-CoV-2 dazugekommen, teilt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer mit. Insgesamt sind damit 5585 bekannt. Die Zahl der Genesenen steigt um 23 auf 5220. Aktuell gelten folglich 262 Landkreisbürger als infiziert, fünf weniger als am Tag zuvor, bilanziert Fiebrandt-Kirmeyer.

Das Klinikum versorgt derzeit 13 Covid-19-Patienten, seit gut zehn Tagen liegt aber niemand mehr auf der Corona-Intensivstation.

Das BRK hat 19 037 Impfdosen verabreicht, allein 347 waren es am Mittwoch, 48 durch das mobile Team. 6574 Personen verfügen über den zweiten und damit vollständigen Schutz. An der Screeningstelle wurden am Mittwoch 235 Abstriche genommen, in Summe sind es nun 49 646 Tests.

Ab April im Testzentrum keine Termine mehr nötig

Das Gesundheitsamt musste in zwei weiteren Fällen Quarantäne anordnen: für sechs Kinder und vier Betreuer des St. Nikolaus-Förderkindergartens sowie vier Schüler und drei Betreuer der St. Nikolaus Schule in Erding.

Weiter teilt das Landratsamt mit, dass ab 1. April am Testzentrum keine telefonischen Terminvereinbarungen mehr erforderlich sind. Die Hotline wird abgeschaltet. Jeder Testwillige kann in Erding und Dorfen zu den Öffnungszeiten vorstellig werden.

Öffnungszeiten während der Karwoche

Während der Karwoche ist das Testzentrum in Erding von Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und am Karfreitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Die Screeningstelle in Dorfen hat am Karfreitag von 14 bis 18 Uhr sowie Karsamstag und Ostersonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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