Grüne, FW und SPD unterstützen Bürgermeister aus Bockhorn als gemeinsamen Kandidaten

Hans Schreiner will Landrat werden

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Martin Bayerstorfer, seit 2002 Landrat in Erding, hat für die Kommunalwahl im März 2020 einen ersten Gegenkandidaten: Hans Schreiner von den Freien Wählern. Doch nicht nur sie stehen hinter dem Bürgermeister von Bockhorn. Auch SPD und Grüne unterstützen den 62-Jährigen. Der setzt alles auf eine Karte: entweder Landrat oder Polit-Ruhestand.

Erding - Seit Herbst 2018 laufen die Absprachen zwischen den drei Gruppierungen, im Februar einigten sich Fraktions- und Parteispitzen auf Schreiner. Der wird 2020 nach 18 Jahren nicht mehr als Bürgermeister kandidieren. Mit 62 könnte er eine – sechsjährige – Wahlperiode Landrat sein. „Ich werde nicht auf der Liste kandidieren, sondern lediglich als Landrat“, sagte er gestern vor der Presse.

Die Fraktionssprecher Georg Els (FW), Ulla Dieckmann (SPD) und Helga Stieglmeier (Grüne) erklärten, nur gemeinsam habe man eine Chance. „Uns geht es um einen neuen Politikstil, wir wollen einen Wechsel“, betonte Stieglmeier. Dafür sei man bereit, eigene Interessen zurückzustellen. Stieglmeier und Dieckmann gaben zu, dass ein eigener Spitzenkandidat durchaus ein Stimmenmagnet für die jeweilige Parteiliste sei. Der Wechsel an der Spitze des Landratsamts sei ihnen aber wichtiger.

Stieglmeier sagte: „Ich habe keinerlei Vertrauen in den amtierenden Landrat mehr. Ich fühle mich oft falsch informiert.“ Selbst als gewählte Volksvertreter bekomme man aus der Verwaltung keinerlei Informationen mehr. „Alles muss über das Büro Landrat gehen.“ Die Grünen-Chefin ging sogar noch weiter: „Es fehlt der Respekt – gegenüber andere Fraktionen, vor allem aber auch gegenüber Frauen.“ Bayerstorfers Auftreten nannte sie eine „Unverschämtheit“.

Dieckmann meinte: „Die Informationen, die wir bekommen, sind intransparent.“ Dem Landrat gehe es vor allem darum, immer noch mehr Aufgaben an sich zu ziehen.

Els wirft Bayerstorfer ebenfalls „mangelnde Kollegialität“ vor – etwa bei den Haushaltsberatungen. Es würden nicht gemeinsam die wichtigsten Projekte festgelegt. Vielmehr bekomme man einen Entwurf vorgelegt, den man lediglich diskutieren – und dann zusammenstreichen könne.

Schreiner versicherte: „Mein Ziel ist es, die demokratischen Kräfte zu bündeln. Ich will einen offenen Umgang im Kreistag pflegen.“ Entscheidungen müssen gemeinsam entwickelt werden – von allen Gruppierungen. Als Rathauschef wisse er, „dass man auch ohne absolute Mehrheiten gut Ergebnisse erzielen kann“. Denn: „Transparenz bedingt lange und schwierige Diskussionen, so gewinnt man aber auch Vertrauen.“

Er wisse, dass ihm nur eine Amtsperiode zur Verfügung steht, „die will ich aber mit voller Kraft erfüllen“. Das sehe er nicht als Makel, sondern als Chance, einen neuen Stil einzuführen. Der studierte Diplom-Agraringenieur und Nebenerwerbslandwirt stellte klar: „Meine Entscheidung, das Bürgermeisteramt abzugeben, hat nichts mit der Kandidatur zu tun.“

Alle drei Parteien müssen Schreiner nun getrennt nominieren. Es wird auch separate Wahlkämpfe um die 60 Kreistagsmandate geben. Schreiner sagte, deshalb gebe es auch noch kein gemeinsames Wahlprogramm. Das war auch der Grund, warum er noch nicht über Inhalte reden wollte. „Unterschiedliche Positionen wird es sicher geben – im Wahlkampf und dann auch im Kreistag.“

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