Der Sieger lacht, der Zweite nimmt’s gelassen: alter und neuer Landrat Martin Bayerstorfer (l.) und sein Herausforderer Hans Schreiner.
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Der Sieger lacht, der Zweite nimmt’s gelassen: alter und neuer Landrat Martin Bayerstorfer (l.) und sein Herausforderer Hans Schreiner.

CSU-Mann startet in vierte Amtszeit

53,2 Prozent: Landrat Bayerstorfer gewinnt Herzschlag-Finale

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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In einem Kopf-an-Kopf-Rennen gewann am Ende Amtsinhaber Martin Bayerstorfer (53) die Stichwahl um den Chefsessel im Landratsamt.

Erding – Es dürfte die spannendste Landratswahl im Landkreis Erding seit Jahrzehnten gewesen sein. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen gewann am Ende Amtsinhaber Martin Bayerstorfer (53) die Stichwahl um den Chefsessel im Landratsamt. Er holte 53,2 Prozent. Sein Herausforderer von Freien Wählern, Grünen und SPD, Hans Schreiner (63), blieb ihm lange dicht auf den Fersen. Am Ende landete der Bürgermeister aus Bockhorn bei 46,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 67,4 Prozent etwas höher als vor zwei Wochen (64,3 Prozent). 72 939 Stimmen wurden gewertet, 258 waren ungültig. 38 800 Bürger votierten für den CSU-Kreisvorsitzenden, 34 139 für Schreiner.

Bayerstorfer: „Es war wirklich eine spannende Wahl“

Beide Kandidaten konnten ihr Ergebnis von vor zwei Wochen verbessern. Bayerstorfer hatte am 15. März 48,9 Prozent beziehungsweise 33 847 Stimmen, Schreiner 45,3 Prozent oder 31 495 Stimmen geholt. Das heißt: Die 5,6 Prozent, die im ersten Durchgang AfD-Bewerber Rainer Forster gewählt hatten, schwenkten in der Stichwahl auf die beiden verbliebenen Kandidaten um.

Bayerstorfer bekennt: „Es war wirklich eine spannende Wahl. Ich habe erst ab 19.45 Uhr die Zahlen verfolgt.“ Er gibt zu: „Ich hatte meine Zweifel, zu 100 Prozent sicher war ich mir bis zum Schluss nicht.“ Wegen der Corona-Krise hatte er seit dem ersten Durchgang keinen Wahlkampf mehr betrieben. „Da war ich im Krisenstab voll gebunden. Die Sicherheit der Bürger hatte Vorrang.“ Der CSU-Kreischef meint, dass ihm diese Rolle „am Schluss sicher einen Vorteil verschafft hat“.

„Eine neue Amtsperiode ist ein guter Zeitpunkt, neu anzufangen“

Für die neue Amtsperiode verspricht Bayerstorfer, „dass ich den Stil weiterführen möchte, den man seit den vergangenen Monaten bei mir erlebt“. Er gibt zu, dass er mitunter „etwas ruppig“ gewesen sei. „Eine neue Amtsperiode ist ein guter Zeitpunkt, neu anzufangen“, sagt er. Das erwarte er aber auch von den anderen. „Da sollte sich jeder an die eigene Nase fassen.“ Einige Attacken der Koalition in den vergangenen Tagen in den Sozialen Netzwerken hätten ihm nicht gefallen. „Unser aller Ziel sollte sein, nur auf das zu achten, was den Bürgern hilft, und etwas weniger auf eigene Befindlichkeiten.“

Schreiner: „Ich kann sehr zufrieden sein“

„Ich kann sehr zufrieden sein“, kommentiert Schreiner sein Ergebnis. Erfreut sei er, dass er in der Stadt Erding wieder die absolute Mehrheit erzielt habe. „Das war sicher ein wesentlicher Bestandteil meines Erfolgs, denn ich wusste, dass die CSU auf dem Land nach wie vor stärker ist.“ Dennoch gewann Schreiner neben Erding (53,2 %) die gleichen fünf Gemeinden wie vor zwei Wochen: seinen Heimatort Bockhorn (73,3), Lengdorf (50,8), Ottenhofen (51,3), Walpertskirchen (52,1) und Wörth (58,9).

Auch die Corona-Krise hat eine Rolle gespielt

Schreiner glaubt, Bayerstorfer habe seinen Erfolg nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, „dass sich ein altgedienter Landrat in Zeiten von Corona als Krisenmanager präsentieren konnte“. Dass der Amtsinhaber überhaupt in eine Stichwahl gemusst und die nur knapp gewonnen hat, führt Schreiner darauf zurück, „dass er sich in den vergangenen Jahren doch beim einen oder anderen unbeliebt gemacht hat“.

Bayerstorfer-Hochburgen im Holzland

Er selbst werde seiner nun zu Ende gehenden Zeit als Kommunalpolitiker nicht nachtrauern. „Bald fängt für mich und meine Familie ein neuer Lebensabschnitt an“, sagt Schreiner, der nicht für den Kreistag kandidiert hat.

Die Bayerstorfer-Hochburgen standen in seiner Heimatregion Holzland. Zu Hause in Hohenpolding holte er 76,7, in Steinkirchen 67,6, in Kirchberg 63,5 und in Inning 63,1 Prozent. Sein schlechtestes Ergebnis bekam der Landrat in Schreiners Wohnort Bockhorn – 26,7 Prozent. In 18 Gemeinden blieb es bei seiner absoluten Mehrheit.

ham

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