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Ein über 30 000 Quadratmeter großes Landschaftsschutzgebiet südwestlich von Hofsingelding will die Gemeinde Wörth für bauliche Entwicklung nutzen. Dort gibt es allerdings einen Graben, der im Hochwasserfall gefährlich werden könnte. Das Vorhaben liegt nun auf Eis.

Landschaftsschutzgebiete in Dorfen, Wörth und Ottenhofen 

Hochwassergefahr bremst Dorfentwicklung

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In Dorfen werden aus drei Landschaftsschutzgebieten städtische Entwicklungsflächen. In Wörth und Ottenhofen müssen sich die expansionswilligen Gemeinden wider Erwarten in Geduld üben. Der Hochwasserschutz ist ihnen in die Quere gekommen.

Erding – Im gesamten Landkreis herrscht ein enormer Entwicklungsdruck. Um 1000 Einwohner wächst das Erdinger Land jedes Jahr. Diese Menschen brauchen Platz. In Dorfen, Wörth und Ottenhofen sollen dafür teils große Flächen aus Landschaftsschutzgebieten herausgenommen werden. Im Kreistag erwuchs daraus eine dreistündige teils hitzige Debatte. Denn eines hatten weder Verwaltung noch Fraktionen auf dem Schirm – den Hochwasserschutz im Sempt-Schwillach-Tal im Süden Erdings. OB Max Gotz (CSU) bekam für sein Veto eine Mehrheit, wenngleich eine knappe.

Flächen schon heute intensiv genutzt

Das Verfahren, Flächen aus Landschaftsschutzgebieten herauszunehmen, startet vorerst nur in der Stadt Dorfen. Betroffen sind, wie mehrfach berichtet, ein Areal nordöstlich des Ortsteils Kloster Moosen Siedlung, Sportplatzflächen zwischen Isen-Vilstal-Radweg, Gewerbegebiet Buchbacher Straße und Isen sowie ein Teilbereich südwestlich der Isener Siedlung. Dort stehen bereits vereinzelt Häuser, östlich des Vilstal-Radwegs befinden sich bereits Sportflächen, andere Teilbereiche werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Im Bereich Rutzmoos wurde eine Artenschutz-Vorprüfung durchgeführt. Deren Ergebnis lässt die Herausnahme zu, so Christine Klostermann, Leiterin des Fachbereichs Umwelt & Natur.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) erinnerte daran, dass in Dorfen Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen worden seien, um Argumente gegen den Bau der Isental-Autobahn in der Hand zu haben. Das sei bekanntlich hinfällig. Georg Els (FW) sagte, er habe Verständnis, dass sich Dorfen, aber auch Wörth und Ottenhofen städtebaulich entwickeln müssten. In gleicher Weise äußerte sich für die SPD Ulla Dieckmann. Helga Stieglmeier (Grüne) wollte den Bereich Rutzmoos als Landschaftsschutzgebiet erhalten. „Wir wollen keinen Beschluss zur Bevorratung von später bebaubaren Flächen.“

Bereits im Juli hatte der Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt mehrheitlich beschlossen, die von den Gemeinden Wörth und Ottenhofen beantragten Flächen ebenfalls aus Landschaftsschutzgebieten herauszunehmen. Nach dem Plazet für Dorfen schienen in der Sitzung die weiteren Zustimmungen weitgehend Formsache zu sein. Doch es sollte anders kommen.

Die Gemeinde Wörth will zu Gunsten einer Wohnbebauung eine über 30 000 Quadratmeter große Fläche südwestlich von Hofsingelding, die von einem Auwald mit einem Bach im Süden begrenzt wird, nicht länger als Landschaftsschutzgebiet. In Ottenhofen geht es um die Umwidmung zweier Bereiche im Ortsteil Herdweg, nämlich südlich und nördlich der Isener Straße. Doch diese Anträge diskutierte das Plenum nur noch am Rande.

Denn Erdings OB Gotz pochte auf den Hochwasserschutz im Sempt-Schwillach-Tal vor den Toren seiner Stadt. Für die wird bekanntlich gerade ein Hochwasserschutzkonzept erarbeitet, in dem besagtes Tal eine zentrale Rolle spielt.

Gotz: „Fahrlässig, das jetzt zu unterlassen“

Er verlangte eine genaue Untersuchung durch das Wasserwirtschaftsamt, inwieweit eine Versiegelung besagter Flächen den Grund- und Hochwasserdruck sowie die Abflüsse durch Gräben verändern, eventuell sogar zum Schaden der Unterlieger verschärfen könnte. „Es wäre fahrlässig, das jetzt zu unterlassen“, so Gotz

Da stimmte ihm der Kreistag durchaus zu. Über den Fortgang der Verfahren entbrannte jedoch eine kontroverse Debatte. Gertrud Eichinger (SPD) verwies auf das eigene Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Wörth. Unter anderem Georg Els und Siegfried Fischer (FW) meinten, alle Auswirkungen würden ohnehin in der Bauleitplanung berücksichtigt.

Das war Bayerstorfer und Gotz zu wenig. Sie beharrten auf eigenständigen Verfahren, die mit laufenden Planungen für die Kreisstadt korrespondieren. Der Landrat vermochte nicht zu sagen, wie lange die Expansionspläne von Wörth und Ottenhofen dadurch verzögert würden. Einen Vergleich mit Dorfen wies Bayerstorfer zurück: „Dort ist der Hochwasserschutz bereits umgesetzt.“

Für Gotz’ Antrag stimmten im Falle Wörth 29 Kreisräte bei 25 Nein-Stimmen. Bei Ottenhofen fiel das Verhältnis 30:24 aus.

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