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Thomas Schreder (51) versucht zum zweiten Mal, in den Landtag einzuziehen.

Landtagswahl 

„Das ist kein Grund, enttäuscht zu sein“

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Kandidat Thomas Schreder über Listenplatz 18, den Wolf und einen dritten Nationalpark

Erding – Für Thomas Schreder wird es eng: Er wurde für die Landtagswahl auf den 18. Platz der Oberbayern-Liste gewählt. Damit stehen seine Chancen nicht allzu gut, am 14. Oktober in den Landtag einzuziehen. Darüber haben wir mit dem Vizepräsidenten des Bayerischen Jagdverbands aus Erding gesprochen.

- Herr Schreder, Sie haben Platz 18 auf der Oberbayern-Liste. Das sieht nicht sehr aussichtsreich aus. Sind Sie enttäuscht?

Thomas Schreder: Ich bin auf Platz 18 umgeben von Mitgliedern der Staatsregierung, Beauftragten und Abgeordneten. Das ist kein Grund, enttäuscht zu sein. Für den Erfolg am 14. Oktober ist es nicht wichtig, ob ich zwei Plätze weiter oben oder unten bin. Wichtig ist, dass ein gutes Ergebnis für die CSU herauskommt, dass mich die Wählerinnen und Wähler auf Platz 18 finden und bei mir ein Kreuz machen.

-Wie geschlossen, glauben Sie, stehen die oberbayerischen Jäger hinter Ihnen?

Schreder: Im Februar wurde ich einstimmig zum Bezirksvorsitzenden der rund 12 000 Jägerinnen und Jäger in Oberbayern gewählt. In diesem Zusammenhang wurde auch meine Listenkandidatur für den Landtag besprochen. Und auch hier gab es Einstimmigkeit für die Unterstützung. Daher bin ich derzeit in fast allen Landkreisen Oberbayerns unterwegs, um bei den dortigen Jagdveranstaltungen zu sprechen und meine Ziele zu kommunizieren. Dazu kommt auch aus dem Kreis der oberbayerischen Fischer starker Zuspruch.

-Was werden Ihre Themen im Wahlkampf sein?

Schreder:Es gibt zwei Hauptrichtungen. Als Kreisrat und Stadtrat von Erding sind mir natürlich die Themen des Landkreises besonders wichtig. Wir haben als Erdinger besondere Lasten zum Beispiel im Bereich Infrastruktur, Wohnungsnot oder auch in den Fragen der Asylthematik zu tragen, daher glaube ich, dass es sinnvoll ist, neben Stimmkreisabgeordneter Ulrike Scharf eine zweite Stimme im Landtag zu haben. Die Themen Wild, Fisch und Natur liegen mir besonders am Herzen. In diesem Bereich gilt es vor allem den Schulterschluss mit der Landwirtschaft wieder zu finden, hier gibt es viel zu tun.

-Was sagen Sie als Jäger dazu, dass der dritte Nationalpark vom Tisch ist?

Schreder: Als Biologe, Jäger und Fischer liegt mir natürlich sehr daran, dass unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt und die Wildtierlebensräume erhalten und gepflegt werden. Als Mitglied des Beirates im Nationalpark Berchtesgadener Land bin ich auch ein Befürworter der Nationalparkidee. Aber für den Erfolg dieser Idee muss der richtige Ort gefunden werden. Die letzten Planungen insbesondere des Nationalparks in Oberbayern waren in meinen Augen mit zu vielen Fragezeichen versehen und wurden nicht von allen Beteiligten unterstützt. Ich bin mir aber sicher, dass die schützenwerten Biotope in Donau- und Isarau durch andere Maßnahmen erhalten und weiter geschützt werden können.

-Der Wolf soll weniger stark geschützt sein. Eine richtige Entscheidung?

Schreder: Der Wolf wird in vielen Kreisen sehr emotional diskutiert, in beide Richtungen. Oft ohne den fachlichen Hintergrund, oft nur aus der eigenen Sichtweise heraus. Als Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes bin ich für den Naturschutz und damit auch für das Thema Wolf zuständig und versuche, mehr Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Wolf in unserer eng besiedelten, intensiv genutzten und stark durch Infrastrukturmaßnahmen zerschnittenen Kulturlandschaft nur in wenigen Bereichen einen geeigneten Lebensraum finden wird. In den Bereichen, in denen es zu Konflikten kommt, muss daher eine Möglichkeit zum Handeln gegeben sein. Dafür braucht es gute fachliche Argumente, keine zu großen bürokratischen Hemmnisse und einen gesamtgesellschaftlichen Konsens.

Das Gespräch führte Hans Moritz.

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