Reges Interesse herrschte an der zweiten Wohngemeinschaft für Ambulant Betreutes Wohnen der Lebenshilfe. Foto: gse

Lebenshilfe: Ambulant Betreutes Wohnen wird ausgebaut

Erding - Ihre zweite Wohngemeinschaft für Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) stellte jetzt die Lebenshilfe Erding vor.

Eigenständig und unabhängig in einer eigenen Wohnung zu leben, ist für Erwachsene mit einer geistigen Behinderung keine Selbstverständlichkeit.

Alltägliche Dinge, vom Einkaufen und Kochen, Putzen und Wäsche waschen bis hin zum Umgang mit Geld müssen erlernt und geübt werden. Bereits vor zwei Jahren gründete die Lebenshilfe Erding eine ABW-Wohngemeinschaft an der Münchner Straße. Stundenweise unterstützen Assistentinnen bei der Haushaltsführung und bei Arzt- oder Behördengängen, aber auch bei der Freizeitgestaltung und bei Konfliktlösungen.

Ein Konzept, das sich mehr als bewährt hat und dazu führte, dass nun eine weitere Wohngemeinschaft an der Beethoven Straße der Freisinger Siedlung eingerichtet werden konnte. Möglich war dies nur mit mit dem Engagement und der Hilfe vieler, berichtete Edeltraud Huber, Vize-Chefin der Lebenshilfe.

So baute die Baugenossenschaft mit großem Aufwand zwei Wohnungen nach Bedürfnissen der Bewohner um, ohne dass der Verein etwas zahlen musste. Durch gespendete Möbelstücke konnten die Räume von Anfang an wohnlich gestaltet werden und nur die Küche, gespendet von der Spardabank, musste neu eingebaut werden.

Zwei Männern und zwei Frauen unterschiedlichen Alters und auch mit unterschiedlichen Interessen stehen für den Schritt in die Selbstständigkeit zwei Assistentinnen bei. Auf Anregung von Colleen Duvos, Wohnstättenleiterin der Lebenshilfe, berichteten sie von ihren Lernerfolgen. Da gab eine 22-Jährige schon mal das „perfekte Dinner“, die Sache mit der Wollwäsche ist jedoch noch zu üben. Wäschewaschen und Putzen hat ein Mitbewohner schon gelernt, nur das Kochen wäre noch zu verbessern und eine weitere Bewohnerin - „kann hervorragend Kuchen backen“ - will nächstes Jahr den Roller-Führerschein machen.

Mit Taschengeld und Haushaltsbuch, Kochplan und Einkaufsliste, helfen die Assistentinnen auch beim Umgang mit Geld. Vor allem aber auch bei Streitigkeiten, denn „wir streiten viel“, erklärte ein Bewohner. Dann heißt es, am „grünen Tisch“: sachlich debattieren und Konflikte ausräumen. Ansonsten können die Betreuerinnen „ganz schön ätzend sein“.

gse

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