Lebensmittelhygiene

Landrat hat Zweifel an Foodwatch

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Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch interessiert sich hartnäckig für das Omnibusunternehmen und Reisebüro Scharf. Unsere Zeitung hatte im Oktober über einen Fragenkatalog des Vereins an Scharf berichtet. Im Kern geht es darum, ob das Unternehmen als Lebensmittelunternehmen eingestuft wird. Hintergrund ist, dass es einige Reiseangebote gibt, bei denen die Fahrgäste zuvor ein Glas Sekt und Häppchen bekommen – tagfrisch geliefert von Caterern. Auch bei einigen Fahrten werden Snacks und Getränke gereicht.

Erding – Foodwatch wendet sich dabei auch an das Landratsamt als Lebensmittelüberwachungsbehörde. Das hat jetzt den Weg an die Öffentlichkeit gesucht, aber nicht wegen Scharf-Reisen, sondern offensichtlich wegen der Penetranz der Organisation. Wie schon in der ersten Berichterstattung vermutet, scheint Foodwatch deswegen ein gesteigertes Interesse an Scharf-Reisen zu haben, weil es sich um das Unternehmen der Brüder und Eltern von Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf handelt.

Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamtes, teilt nun mit, dass seit Juli dieses Jahres Foodwatch mehrere Anfragen bezüglich Scharf-Reisen gestellt habe. „Gegenstand der Anfragen war stets, ob bei der Firma Scharf die geltenden Hygienebestimmungen für Lebensmittelunternehmen eingehalten werden.“

Zu den Ergebnissen der Kontrollen der Hygieniker lässt Landrat Martin Bayerstorfer mitteilen: „Die Firma Scharf kommt ihren Pflichten als Lebensmittelunternehmen nach, was sich bei einer Routinekontrolle bestätigt hat.“

Die Kreisverwaltung teilt überdies mit, dass Foodwatch „zweifelsfrei einen gesetzlichen Auskunftsanspruch bezüglich der angefragten Thematiken hat“. Dennoch kommt der Behörde das Vorgehen merkwürdig vor: „Beim Landratsamt Erding besteht der Eindruck, dass Foodwatch gezielt die Firma Scharf mit ihrer bekannten Verbindung zur amtierenden Staatsministerin, Ulrike Scharf, angefragt hat.“ Im gleichen Zeitraum seien zu keinen anderen (Omnibus-) Unternehmen Auskunftsersuchen eingegangen. Im Bericht unserer Zeitung hatte sich ein Foodwatch-Sprecher anders geäußert. „Auch die Tatsache, dass nicht nur eine, sondern drei Anfragen beim Landratsamt Erding eingegangen sind, untermauert den Eindruck“, dass gezielt dieses Unternehmen ausgesucht worden sei, moniert der Landrat weiter.

Andreas und Martin Scharf, Brüder der Ministerin und Geschäftsführer des Unternehmens, nervt das Vorgehen der Verbraucherschutzorganisation sichtlich. Vorzuwerfen haben sie sich nichts. Nicht nur die Kontrollen verliefen ohne Beanstandungen. Um Transparenz zu zeigen, hat sich Scharf-Reisen als Lebensmittelunternehmen nach EU-Recht angemeldet – obwohl das aus ihrer Sicht nicht erforderlich gewesen wäre. Die EU erlaubt in der Tat Spielräume. Hans Moritz

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