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Erwachsen werden: Auf diesem oft steinigen Weg wollen diese Lehrkräfte Jugendlichen helfen. Das erforderliche Seminar finanziert der Lions Club mit Axel Raymann (l.) an der Spitze. 

Lehrer-Fortbildung durch den Lions Club 

Starthelfer in ein selbstbewusstes Leben

Wie können wir Kindern Selbstvertrauen und Lebenskompetenz vermitteln? Bei der Beantwortung dieser Frage erhalten Lehrer aus dem Landkreis Erding auch heuer wieder Unterstützung vom Lions Club.

Von Franziska Böhm

Erding In dem dreitägigen Einführungsseminar „Erwachsen werden“, organisiert vom Lions Club, ließen sich 21 Lehrkräfte aus dem Landkreis ausbilden, wichtige Eigenschaften wie Selbstvertrauen und Lebenskompetenzen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Sie sollen Heranwachsenden helfen, auf ihrem Lebensweg mit Pubertät, allmählicher Ablösung von den Eltern, Aufbau eigener Beziehungen sowie Gefahren durch Sucht und Abhängigkeit klarzukommen.

Regelmäßig organisiert der Lions Club Erding verschiedene soziale Aktivitäten. Das aktuelle Projekt ist ein ganz neues. „Die Lions gibt es in fast jeder Region der Welt. Der Erdinger Club ist nur ein kleines Zahnrad in der großen Mühle“, erklärte Präsident Axel Raymann bei der Vorstellung im Anne-Frank-Gymnasium. „Wir sammeln im Jahr durch Spenden rund 30 000 Euro.“

Rund 6000 Euro hat der Verein in das dreitägige Seminar in Erding unter anderem für Materialien investiert, damit sich Lehrer weiterbilden können. Zehn Lehrkräfte vom Anne-Frank-Gymnasium Erding und elf vom Gymnasium Dorfen hatten sich angemeldet – außergewöhnlich viel. „20 Teilnehmer kriegt man schon mal zusammen, aber dann aus ganz Bayern. Deswegen ist das sehr beachtenswert“, erklärt Christian Lang, Lionsquest-Beauftragter aus Erding.

Die Kultusministerien der Länder erkennen „Erwachsen werden“ als offizielle Fortbildung an. Das Lionsquest-Seminar zielt auf eine Altersgruppe von zehn bis 14 Jahren ab. „Das Unterstützungsprogramm soll aufzeigen, wie Pädagogen die grundlegenden Lebensfertigkeiten der Jugendlichen mobilisieren, ihre Persönlichkeitsbildung vorantreiben und sie charakterlich stark machen können: gegen Gewalt, Sucht, jede Form von Missbrauch – und für das Leben“, erklärt Lang. Er bezeichnet die Schule in diesem Zusammenhang als „Brennpunkt, aber auch als Lernort“ für soziale Kompetenzen. „Um die Lehrer mit dieser immer schwieriger werdenden Aufgabe nicht alleine zu lassen, hat der Lions Club bereits 1994 das Programm ins Leben gerufen“, so der Rechtsanwalt.

Dass das Konzept funktioniert, berichtet eine ehemalige Teilnehmerin. „Ich bin damals aus meiner eigenen Not heraus dazu gekommen. Ich habe die Grundausbildung gemacht und viele Aufbauseminare“, erzählt Seminarleiterin Christine Schießl. Nach einiger Zeit habe der Lions Club angeboten, sie auszubilden. Seitdem hält die staatlich zertifizierte Wertemultiplikatorin Seminare in ganz Bayern. „Ich bin vom Fach fürs Fach. Da ich als Teilnehmerin angefangen habe, weiß ich, dass es klappt und gewinnbringend ist. Ansonsten könnte ich ein solches Seminar auch nicht leiten“, versichert die Mittelschullehrerin.

Insgesamt wurden seit der Gründung im Jahre 1994 über 100 000 Lehrerkräfte aller Schularten in Grund- oder Aufbauseminaren auf die Umsetzung in ihren Klassen vorbereitet.

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