1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Erding

Leise Töne mit der Hoffnung auf Frieden

Erstellt:

Kommentare

Gefühl statt Marschmusik brachte das Luftwaffenmusikkorps in St. Johann zu Gehör. foto: niedergesäss
Gefühl statt Marschmusik brachte das Luftwaffenmusikkorps in St. Johann zu Gehör. foto: niedergesäss

Erding - Das Luftwaffenmusikkorps 1 zeigt beim Adventskonzert in der Erdinger Stadtpfarrkirche St. Johann viel Gefühl.

Für die Musiker des in Neubiberg stationierten Luftwaffenmusikkorps 1 ist das Adventskonzert in der Erdinger Stadtpfarrkirche St. Johann im Rahmen der Aktion „Soldaten helfen“ längst zur Tradition geworden. Am Donnerstag präsentierten sie wieder weihnachtliche Kompositionen und überraschten so manchen Stammgast des Konzerts.

Ein völlig anderes Orchester als in den vergangenen Jahren schien zu spielen. Verantwortlich dafür war Oberstleutnant Karl Kriner, der das Musikkorps seit Januar leitet und in dieser Zeit den Klangkörper nach seinen Vorstellungen neu formte.

Kriner ging das Wagnis ein, vor allem unbekannte Komponisten wie den Schweden Johan Svendsen (1840 bis 1911) oder den 1951 geborenen Schotten Philip Sparke in den Vordergrund zu stellen. Von Engelbert Humperdinck (1854 bis 1911) wählte er aus der Oper „Hänsel und Gretel“, mit der der Zeitgenosse Friedrich Wagners berühmt wurde, die weniger bekannten Kompositionen „Gebet“ und „Pantomime“ aus. Sensibel und die Töne fordernd, dirigierte der Oberstleutnant.

Besonders deutlich wurde das bei „Et terra pax“, einer Komposition des 1956 geborenen Jan van der Roost. Er hatte das im Ersten Weltkrieg, 1915, geschriebene Gedicht eines 20-jährigen Soldaten vertont und versteht sein nachdenkliches Werk als einen Ruf nach Frieden. Gerade in den langsamen Passagen drückt Roost das aus. Leise, ganz leise, fast gehaucht lässt Kriner die Hörner und das Fagott den Schluss setzen und dadurch erkennen, wie zart die Hoffnung auf Frieden in der Welt vorhanden ist.

Mit dieser ungewöhnlichen und nachdenklich stimmenden Auswahl bewies Kriner, dass sein Musikkorps wesentlich mehr kann als Militärmusik und Märsche. Er setzte einen absoluten Höhepunkt im Reigen der Adventskonzerte in Erding und im Landkreis.

Natürlich durfte aber auch ein populäres Werk nicht fehlen. Für „Tochter Zion“ hatte er sich entschieden, allerdings in der wenig bekannten Paraphrase des Weihnachtsliedes von Felix Alexandre Guillmant (1837 bis 1911). Die begeisterten Zuhörer entließen die Musiker nicht ohne Zugabe.

(nie)

Auch interessant

Kommentare