Der Mann Gottes mit irdischen Fähigkeiten: Pfarrer Henning von Aschen tanzte sich mit seiner Partnerin Marieke Wassermann zum Sieg von „Let’s Dance“ am Samstagabend in der Stadthalle.
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Der Mann Gottes mit irdischen Fähigkeiten: Pfarrer Henning von Aschen tanzte sich mit seiner Partnerin Marieke Wassermann zum Sieg von „Let’s Dance“ am Samstagabend in der Stadthalle.
Ein „goldiges Paar“: MdB Andreas Lenz mal auf unpolitischem Parkett.
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Ein „goldiges Paar“: MdB Andreas Lenz mal auf unpolitischem Parkett.
Ein Charmeur vor dem Herrn: der Künstler Harry Seeholzer als Dritter.
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Ein Charmeur vor dem Herrn: der Künstler Harry Seeholzer als Dritter.
Anmutig: Gisela van der Heijden wurde Zweite.
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Anmutig: Gisela van der Heijden wurde Zweite.

Let‘s Dance in der Stadthalle Erding

Henning von Aschen - Noch ein Pfarrer, der wie der Teufel tanzt

Pfarrer Henning von Aschen gewinnt den Wettbewerb „Let’s Dance“ in der Erdinger Stadthalle souverän. Die Jury war begeistert, der Saal voll. 

Erding Pfarrer Henning von Aschen rockt die Stadthalle. Der evangelische Geistliche gewann den Wettbewerb „Let’s Dance“ derart klar, dass er sogar den Sieger von 2017, seinen katholischen Kollegen Martin Garmaier, hinter sich ließ. Auf den Plätzen zwei bis vier folgten Gisela van der Heijden vom BRK, der Erdinger Künstler Harry Seeholzer und (weit abgeschlagen) CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz.

Zusammen mit Marieke Wassermann brachte von Aschen mit einem Salsa den Saal zum kochen, provozierte begeisterte „Zugabe“-Rufe, die dann auch erhört wurden. Vier Mal zehn Punkte von der Jury, weitere 70 aus dem Publikum, das war Bestnote, sodass Moderator Chriss Melzer ganz entsetzt fragte: „Was habt ihr gevotet?“

Jetzt kann der Pfarrer 1750 Euro für die Sanierung des Dachs der denkmalgeschützten Erlöserkirche in Klettham überweisen. So gut gefüllt war nämlich der Spendentopf am Schluss.

Dass es so ausgehen würde, war nach dem ersten Tanz der Geschäftsführerin des Roten Kreuzes, Gisela van der Heijden, mit Sven Cunow längst nicht ausgemacht: Mit einer hinreißenden und herrlich witzigen Show brachten die beiden vier Mal sieben Punkte der Jury zusammen und machten diese damit deutlich freigiebiger als noch 2017.

Der Führungsanspruch der Geschäftsführerin wurde deutlich, am Ende war Sven Cunow am Boden. Bei der Schlussabrechnung war es ein zweiter Platz mit 69 Punkten insgesamt, was den Abstand auf den Sieger verdeutlicht.

Harry Seeholzer ist ein begnadeter Künstler. Seit Samstag wissen die, die da waren: Er kann auch Tanztheater. Sein Tango mit Lisa-Marie Jügler war nämlich nichts weniger – bis hin zur glaubwürdig gespielten Watschn für den Macho. Für Seeholzer ist es die Urlaubsvorbereitung, wie er verriet. Was er jetzt in Südamerika machen wird, bleibt abzuwarten. Jury-Mitglied Günther Pech jedenfalls formulierte: „Argentinien wird dich feiern.“

Ganz auf Nummer sicher gehen wollte wohl Andreas Lenz. Der Bundestagsabgeordnete holte sich die Partnerin des Vorjahressiegers, Daniela Scholtischik, für seinen Boogie und Hip Hop. Allein, es reichte nicht fürs Treppchen, auch wenn Jurymitglied Ingrid Kaps die beiden ein „goldiges Paar“ nannte. Das waren sie sicher, und der Abgeordnete steckte seine Niederlage lächelnd weg.

Dabei hatten alle Drei, bei denen eben noch nicht „Zugabe!“ gerufen wurde, noch einmal die Chance: Sie tanzten zwei Mal, wurden zwei Mal bewertet, und hatten sich alle drei klar verbessert. „Ja, das Training macht’s“, grinste Chriss Melzer, aber an die 40 Punkte der Jury kam eben keiner mehr ran. A

lle vier Kandidaten hatten Laudatoren, und Martin Garmaier setzte sich leidenschaftlich für seinen Kollegen ein: „Sorgen wir dafür, dass der Preis fest in kirchlicher Hand bleibt“, und – erinnernd an das Wort von 2017 – er tanze wie der Teufel, meinte der Geistliche verschmitzt: „Wir tanzen dann in der Hölle zusammen weiter.“ Die anderen Laudatoren waren Max Gotz für Gisela van der Heijden, Jutta Kistner für Harry Seeholzer und Martin Bayerstorfer für Andreas Lenz.

Zunächst aber galt es, Gutes zu tun, und da tat sich Jürgen Kienlein, Prokurist bei der Firma Wurzer, hervor. Er ersteigerte nämlich für das Unternehmen jenes Exponat, das die Gruppe „Mosaik-Kunst“ aus Bockhorn geschaffen hatte, für 750 Euro und macht damit den Spendentopf voll.

Edeltraud Kaiser hatte hier die Initiative ergriffen und präsentierte das von zehn Aktiven in etwa 100 Stunden auf einem alten Mantel realisierte Werk zusammen mit Doris Detterböck. „Kunst ist unbezahlbar, und das hier ist Kunst“, so der Prokurist. Die ganze Veranstaltung war ja von „Kunstwelt Erding“, und Chriss Melzer ist der Vereinsvorsitzende, der den Verein durchaus auch breiter aufgestellt wissen wollte, wie er den Gästen in der ausverkauften Stadthalle verriet.

Zwischendurch durfte zu den Klängen der Bigband von Markus Fluhr ausgiebig getanzt werden. Diese große Band war schon 2017 da und forderte von den Gästen einiges ab, was Stilrichtungen angeht.

Eine hinreißende Einlage brachte die Jugendformation der Tanzwelt auf die Bühne, die unter der Leitung von Tschen Fung Wang und Steven Weber schnell noch alles umstellen musste, weil kurzfristig eines der Paare ausgefallen war.

Klaus Kuhn

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