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Gast beim Trauerakt nach dem Münchner Amoklauf war KIT-Helferin Iris Menzinger (hinten, 3. v. l.) – hier mit (v. l.): Bundespräsident Joachim Gauck, SPD-Chef Sigmar Gabriel, Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt, Kanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Stanislaw Tillich.

Gedenken im Liebfrauendom und im Landtag

So erlebte eine Erdinger Helferin den Trauerakt in München

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Erding/München - Unter den hunderten Gästen des Traueraktes für die neun Getöteten des Amoklaufs von München war auch eine Einsatzkraft aus Erding: Iris Menzinger vom Kriseninterventionsteam. Die 46-Jährige Mutter zweier Söhne erlebte denkwürdige Momente.

Seit neun Jahren ist Iris Menzinger im Kriseninterventionsteam Erding-Freising tätig. Bei unzähligen Todesnachrichten war sie dabei, viele Hinterbliebene hat sie in den ersten Stunden nach einem Schicksalsschlag betreut. Und doch war der 22. Juli auch für die 46-Jährige ein Tag, den sie nie vergessen wird – der Amoklauf im Olympia Einkaufszentrum in München. Am Samstag und Montag waren Menzinger und ihre KIT-Kollegen vor Ort, 43 Trauerbegleitungen nahmen sie vor. Am Samstag betreuten Menzinger und ihre ehrenamtlichen Kollegen Augenzeugen des Amoklaufs, am Montag kümmerten sie sich um Besucher der Kranzniederlegung.

Als Vertreterin der Einsatzkräfte aus dem Landkreis wurde Menzinger am Sonntag zum Trauerakt in die Münchner Frauenkirche und danach in den Landtag eingeladen. Die Erdingerin berichtet von einer „sehr bedrückenden, beklemmenden, aber auch sehr ruhigen Stimmung“. Man habe gespürt, wie die Menschen zusammengerückt sind.

Sehr ergreifend sei das Miteinander der Religionen und das Enzünden der neun Kerzen für jeden Toten gewesen. Menzinger erlebte in sich gekehrte Spitzenpolitiker und Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die um Fassung gerungen habe. Bundespräsident Joachim Gauck habe den Ton getroffen. „Mir hat gefallen, dass öffentlich getrauert wurde, dass aber auch das freundschaftlich offene Miteinander in München sowie die Arbeit der Retter gewürdigt wurde.“

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