Ein Schwangerschaftsbauch. Die Mutter formt mit ihren Händen ein Herz auf ihrem Bauch.
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Mutter und Kind (Symbolbild)

Geburten im Klinikum Erding

Wo sind die Erdinger Lockdown-Babys?

  • VonTimo Aichele
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Es ist fast neun Monate her, dass der erste Corona-Lockdown die Menschen in ihre eigenen vier Wände gezwungen hat. Kommt es jetzt zu mehr Geburten? Im Klinikum Erding steigen die Zahlen, aber aus welchem Grund?

Erding – Blackout-Babys oder der angebliche Babyboom nach dem Sommermärchen 2006 sind Mythen der modernen Zeit. Jeweils neun Monate nach entweder besonders langweiligen oder euphorisierenden Ereignissen sollen mehr Kinder zur Welt gekommen sein.

So wurden zum Beispiel 2013 nach dem Sturm Sandy in New York und 2007 nach der Fußball-WM in Deutschland mehr Geburten verzeichnet. Wissenschaftler werten das mittlerweile eher als „statistische Ausreißer“. Aber wie ist es nach dem ersten Corona-Lockdown ab Mitte März 2020? Das Klinikum Erding hat für unsere Zeitung in die Zahlen geschaut – und tatsächlich einen Geburtenanstieg verzeichnet.

Mit der Pandemie habe das aber nichts zu tun, erklärt Sprecherin Daniela Fritzen.

Es gebe zwar einen Anstieg. Anfang November waren es heuer 542 Geburten im Vergleich zu 503 im Vorjahr und 500 im Jahr 2018. „Allerdings hat dieser Trend zu mehr Geburten im Klinikum bereits Anfang Januar begonnen“, berichtet Fritzen. Jedoch hatte die Erdinger Geburtsstation einen gewaltigen Imageschaden aufzuholen. 2017 war der Kreißsaal wegen Hebammenmangels vier Monate lang geschlossen.

Seitdem kehren die Eltern zurück. „Eine zusätzliche Steigerung, der sich möglicherweise auf den Lockdown zurückführen lassen könnte, sehen wir im Klinikum Erding zumindest im Moment noch nicht“, sagt die Sprecherin, „gegebenenfalls ändert sich das noch im Dezember/Januar“.

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