Ein Nachruf

Trauer um Toni Michl: Macher, Gaudibursch und Charmeur

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Erding - Mit Bestürzung haben Familie, Freunde und Bekannte auf die Nachricht reagiert, dass Anton Michl verstorben ist. Ein Herzinfarkt hat den 69-Jährigen plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen.

Toni Michl erlag im Alter von 69 Jahren einem Herzinfarkt.

„Pfiat eich ihr Osterhasn, i muaß no nach München.“ So hatte sich Michl am Dienstagmittag von seinen Spezln verabschiedet, mit denen er sich nahezu täglich im Erdinger Eiscafé Krönauer getroffen hat. Viele Jahre hatte er einen Sanitär- und Heizungsfachbetrieb, zuletzt hatte er noch die eine oder andere Baubetreuung übernommen, denn ganz loslassen konnte der Michl Toni nie. Er war eben ein Macher, der rührig, engagiert und vor allem immer gut drauf war. Er war ein begeisterter Ballgänger, speziell im Fasching, genoss das Leben, lachte gerne und galt als großer Charmeur.

Für die CSU saß er von 1972 bis 1984 und dann noch einmal von 1996 bis 2002 im Erdinger Stadtrat und war bis 2016 Vorsitzender des Gewerbevereins Erding. Den Vorsitz gab er an Dirk Urland ab, blieb aber als Vize im Vorstand. Dafür übernahm er von Andreas Mayr den Vorsitz der Feuerwehr Erding, der immer schon sein Herz gehörte. Vor allem mit dem Feuerwehr-Oldtimer war er unterwegs, so oft es ging.

Seine größte Leidenschaft aber gehörte dem Eishockey. 1988 übernahm Michl die Abteilungsleitung beim TSV Erding und sorgte für den Aufschwung. „Das Größte, was er dabei vollbracht hat, war der Hallenbau“, erzählen seine Eishockey-Weggefährten Hans Gaigl und Gust Hauber. „Ohne den Toni hätte es keine Eishalle gegeben“, weiß Hauber. Michl legte im Stadtrat eine komplette Planung vor und ließ nicht locker, bis die Halle genehmigt war. 1991 war sie fertig. „Der Toni hat damals dafür gesorgt, dass es hauptamtliche Nachwuchstrainer gibt, erst Stefan Teufel, dann Franz Steer“, erinnert sich Gaigl. „Davon profitiert vor allem die Erste Mannschaft noch heute.“

Michl führte die Erding Jets damals an die deutsche Zweitliga-Spitze, Höhepunkt war das Endspiel 1997 gegen den EHC Neuwied. Auch das bislang einzige Länderspiel, das in Erding ausgetragen wurde, fiel in diese Zeit. „Er hatte großes Ansehen beim Verband, war überall bekannt und sein gewichtiges Wort zählte“, weiß Gaigl.

Zusammen mit Trainer Erich Kühnhackl hob er danach das Projekt „German Team“ aus der Taufe, was aber letztlich finanziell nicht zu stemmen war und in der Insolvenz endete.

Michl zog sich daraufhin vom Eishockey zurück, spielte aber aktiv bei der AH-Mannschaft „Pinkies“ und verschrieb sich dem Golf. Er war aber nach wie vor sehr interessiert an den Erding Gladiators. „Am Dienstag hat er mich noch gefragt, wie das Sommertraining läuft und die Burschen beinand sind für die neue Saison“, berichtet Gaigl, der nicht nur Eishockey-Weggefährte, sondern auch ein Freund war. „Er war gut drauf wie immer, hat auch noch mit uns rumgeblödelt, ehe er nach München gefahren ist.“

Der Michl Toni, der im Februar seinen 70. Geburtstag gefeiert hätte, kam nicht mehr zurück. Er hinterlässt seine Frau Brigitte und seine Tochter Susi. Sie werden ihn genau so vermissen wie die „Osterhasn“ vom Stammtisch.  Wolfgang Krzizok

Rubriklistenbild: © Krzizok

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