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Gutes Zusammenspiel: Nicht nur musikalisch harmonieren die Mädchenrealschule Heilig Blut und die St. Nikolaus-Schule Erding. Die Musikgruppen spielten unter d er Leitung von Christine Scharfe, stellvertretende Schulleiterin der Mädchenrealschule (l.) und Rosemarie Zampach von der Nikolausschule (hinten, Mitte) zusammen. 

Mädchenrealschule Heilig Blut und St. Nikolaus-Schule Erding 

Kooperation seit zehn Jahren: „Das ist gelebte Inklusion“

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Am Anfang stand ein schlichtes Deutschreferat, für das recherchiert werden sollte. Es war der Beginn der zehnjährigen, konstruktiven Zusammenarbeit der Mädchenrealschule Heilig Blut und der St. Nikolaus-Schule Erding.

Erding– Damals hatte Franziska Wimmer, Schülerin der 10d, die Idee, ein Treffen mit den Nikolausschülern zu arrangieren. Dort werden geistig und mehrfach behinderte Kinder gefördert – darunter auch Jonas Schöberl, der Neffe von Franziska. Den ersten Besuch in der Nikolaus-Schule gab es im Dezember 2006. Die Heilig-Blut-Schülerinnen wurden liebevoll empfangen. Bald folgte ein Gegenbesuch, und schnell stand fest: Diese Freundschaft muss vertieft werden. Also wurden Ideen geschmiedet.

Die erste gemeinsame Aktion war ein Kunstprojekt, das gemeinsam mit Deutschlehrerin Anja Ebrecht ins Leben gerufen wurde. Die Kunstpädagoginnen Eva Maria Schletter und Petra Zunterer entwickelten Entwürfe für Gartenobjekte aus Weidengeflecht. Mit Feuereifer waren behinderte und nicht behinderte Schüler bei der Sache. Dank der Mithilfe der Flughafen München GmbH konnten die Objekte selbst im Besucherpark des Airports bewundert werden.

Bis heute hält die Zusammenarbeit ungebrochen an. Es gibt viele gemeinsame Aktivitäten in den Bereichen Kunst, Ernährung, Sport und Natur. Die Treffen finden einmal im Monat in der Freizeit statt. Alexander Friedrich, Heilerziehungspfleger an der Nikolaus-Schule, erzählt, wie begeistert seine Schützlinge sind. Sie würden „gern jede Woche“ herfahren. „Bei den Zusammenkünften fühlen sie sich wohl und als Teil des Ganzen“, sagt Friedrich.

Mit einer Feierstunde in der Aula der Mädchenrealschule wurde am Freitag das zehnjährige Bestehen der Kooperation gewürdigt. „Mein Herz schlägt auch für Dich – Freundschaft überschreitet Grenzen“ lautete das Motto der Zusammenarbeit, die Heilig-Blut-Schulleiter Josef Grundner in seiner Ansprache als „ganz außergewöhnlich“ bezeichnete. Hier werde die Aufgabe der Schule erfüllt, „Toleranz zu lehren und zu leben“. Die Schülerinnen lernten, mit gehandicapten Menschen umzugehen und Behinderte als Teil der Gesellschaft so zu akzeptieren, wie sie sind. Grundner lobte vor allem das Engagement der Lehrkräfte.

Rosemarie Zampach, Leiterin der Heilpädagogischen Tagestätte der St. Nikolaus-Schule, betonte, dass diese Zusammenarbeit „gelebte Inklusion“ sei, die auch die soziale Kompetenz der Jugendlichen fördere. Sie wünsche sich, dass die Projekte noch lange Bestand haben.

Projektleiterin Anja Ebrecht dankte den Nikolausschülern, deren „Junge Saitenreißer“ eigens ein Lied mit passendem Text zur Freundschaft der beiden Schulen einstudiert hatten und vortrugen. Ebrecht hatte auch die Initiatoren Franziska und Jonas mit auf das Podium geholt.

Im Rahmen der Veranstaltung dankten die Verantwortlichen besonders jenen, die sich für die gemeinschaftliche Arbeit einsetzen, darunter der Lerntherapeutin Ute Kaiser, dem Erdinger Künstler Harry Seeholzer, der Mitbegründerin Petra Zunterer und Vertretern der Firma Lego, die als Unterstützerin an Bord ist. Eine Anerkennung und Blumen gab es auch für die Projektleiterin Ebrecht, Renate Gündert, Friedrich und Zampach.

Wie gut das Zusammenspiel der beiden Schulen klappt, zeigte sich bei der musikalischen Umrahmung der Feier. Hier waren nicht nur die „Saitenreißer“ der Nikolaus-Schule zu hören, sondern auch die „MRS Girls“, die Bläserklasse 6b sowie die Chorklassen 5b und c.

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