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Über vier Millionen Euro werden die Stadtwerke in ihre knapp 30 Jahre alte Eishalle investieren.

Mängel bei Brandschutz und Fluchtwegen

Erdinger Eisstadion ist ein Sanierungsfall

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Brandschutz, Fluchtwege, Barrierefreiheit – die Erdinger Eishalle ist ein Sanierungsfall. Stadtwerke-Geschäftsführer Christopher Ruthner spricht von einem Volumen von über vier Millionen Euro. Das Stadion soll auch während der Bauphase genutzt werden können.

Erding - Agieren statt reagieren – das war der Antrieb der Stadtwerke im September vorigen Jahres, als sie von sich aus das Sicherheitskonzept des Eisstadions aus dem Jahr 1991/1992 überprüfen lassen wollten. Die Begehung durch Brandschutzsachverständige ließ die Verantwortlichen aufhorchen. „Es war schnell klar, dass es hier einiges zu tun gibt. Die Situation ist noch nicht akut, aber auch nicht so, dass wir das auf die lange Bank schieben können“, berichtet Ruthner unserer Zeitung.

Das Risiko in der Eishalle am Volksfestplatz: Es gibt zu wenige Fluchtwege. Und die, die vorhanden sind, reichen nach neuen Maßstäben nicht mehr aus, um das Stadion in möglichst kurzer Zeit zu evakuieren. „Wir haben uns deswegen zu sofortigem Handeln entschlossen“, so der Geschäftsführer: „In den vergangenen Wochen haben wir zusätzliche Holztreppen an die Tribünen gebaut.“ Außerdem gebe es Brandwachen. 2500 Plätze bietet das Eisstadion, 2100 können laut Ruthner derzeit besetzt werden. „Zum Glück benötigen wir aktuell diese Kapazitäten gar nicht. Aber wer weiß, ob Erding nicht irgendwann wieder höherklassig Eishockey spielt. Dann wäre es gut, wenn wir alle Plätze haben.“

Die Stadtwerke holten sich vom Aufsichtsrat das Okay für ein Brandschutzgutachten. Auch ein Architekt wurde hinzugezogen.

Im April 2018 beginnt der erste Abschnitt der Sanierung, der bis Januar 2019 dauern dürfte: Die Fluchtmöglichkeiten werden verbessert – aber nicht nur im Bereich der Tribünen. „Wir werden nicht umhinkommen, zusätzliche Notausgänge zu schaffen“, erklärt Ruthner. Man werde auch an die Beton-Hülle der Arena gehen.

Weil die Stadtwerke für dieses Vorhaben eine Baugenehmigung benötigen – bis März soll die Planung vorliegen –, wird aus dem Vorhaben ein Großprojekt. „Denn damit müssen wir die derzeitige Versammlungsstättenverordnung erfüllen“, erklärt der Geschäftsführer.

Das heißt: Der Anbau im Westen mit dem Kassenhäuschen, dem Verkaufsstand, den Toiletten und den Kabinen für den öffentlichen Lauf werden abgerissen. „Sie erfüllen die heutigen Anforderungen nicht mehr“, so Ruthner. „Wir brauchen mehr Toiletten, mehr Platz für Rollstuhlfahrer sowie in den Kabinen.“

Mit diesem Projekt wollen die Stadtwerke als zweiten Schritt im September 2018 starten. Im Dezember 2019 könnte die Sanierung abgeschlossen sein.

Insgesamt rechnet Ruthner mit einem Investitionsvolumen von über vier Millionen Euro. Diesen Betrag muss der kommunale Energieversorger, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Erding, aufbringen, wie OB und Aufsichtsratschef Max Gotz in seiner wöchentlichen Videobotschaft deutlich machte.

Eine vorübergehende Schließung des Stadions ist „definitiv nicht geplant“, versichert Ruthner. Eishockeyspiele und öffentlicher Lauf sollten weiter stattfinden. „Es kann allerdings zeitweise zu Einschränkungen kommen.“ Die Toiletten werden in der Bauphase in Container ausgelagert, eventuell auch ein Teil der Umkleiden.

Die Sanierung ist die umfangreichste, die das Eisstadion in den fast 30 Jahren seines Bestehens erlebt hat. „Es ist natürlich immer wieder etwas gemacht worden, aber nicht in dem Umfang“, so Ruthner. Erst voriges Jahr habe man eine neue Kältemaschine für 200 000 Euro eingebaut.

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