+
Ungebetenen Besuch von der osteuropäischen Einbrecherbande erhielten drei Hotels im Raum Erding.  

Mammutprozess vor dem Landgericht München II 

25 Fälle: Sechs Panzerknacker vor Gericht

  • schließen

Erding/München – Eine Bande Osteuropäer soll im Großraum München 24 schwere Einbrüche begangen haben. Auch im Landkreis Erding schlugen die Täter im Alter zwischen 35 und 55 Jahren, darunter eine Frau, zu. Ab heute stehen sie vor dem Landgericht München II.

In monatelanger Kleinarbeit haben Polizei und Staatsanwaltschaft die Puzzleteile einer kriminellen Bande zusammengetragen. Wenn ab dem heutigen Dienstag bis 10. Februar die Schwurgerichtskammer des Landgerichts München II vorläufig 14 Mal zusammenkommt, dann geht es um 24 einzelne Einbrüche im Großraum München. Als Tatverdächtige konnten ein Kroate (40), drei Serben (35/45), eine Bosnierin (46) und ein Bosnier (55) ermittelt werden. Letzterer ist den Behörden mit sage und schreibe 18 Identitäten bekannt. Seit 2012 sollen sie immer wieder bandenmäßig Einbrüche begangen haben. Zuletzt befanden sich alle in Haft.

Pikant ist, wie die Ermittler zumindest einem Täter auf die Schliche gekommen sind. Wie die Bild-Zeitung berichtet, musste sich einer der Männer nach einem Tresordiebstahl erleichtern. Seine Hinterlassenschaften in Tatortnähe wurden untersucht. Der DNA-Abgleich war erfolgreich. Die Bild-Zeitung nennt die Gruppe nur noch die „Panzerkacker“.

Der Beutezug begann 2012 und endete erst im Oktober 2015 – mit ersten Festnahmen. Besonders häufig schlugen die Osteuropäer rund um den Tegernsee zu.

Ihr Beutezug führte sie auch in den Landkreis Erding. An einem Tag, dem 26. Juli 2015, begingen sie drei Einbrüche. Als Haupttäter gilt ein 35 Jahre alter Serbe, der in Begleitung von mindestens einem weiteren Mitglied gewesen sein dürfte.

Das erste Objekt im Landkreis war ein Hotel in Erding. Nach Informationen unserer Zeitung wurden mehrere Türen aufgebrochen. Im Inneren stießen sie auf einen dreistelligen Bargeldbetrag. 400 Euro verschwanden. Am Tresor bissen sie sich jedoch die Zähne aus.

Das zweite Objekt war ein Hotel in Moosinning, in das sie wiederum mit Gewalt eindrangen. Es war die übliche Vorgehensweise: Türschlösser wurden aufgedrückt. Aus dem Büro verschwand unter anderem ein Tresor mit einem hohen Bargeldbetrag. Der Gebäudeschaden bewegt sich hier im vierstelligen Bereich.

Nächster Tatort war ein Hotel in Oberding. Allerdings gelang es dem Serben mit seinen Schergen nach Informationen unserer Zeitung nicht, die Sicherheitstechnik zu überwinden. Dafür fiel der Sachschaden extrem hoch aus. Insgesamt soll die Bande Geld und Wertgegenstände in sechststelliger Höhe erbeutet haben.

Der Mammutprozess findet vor einer Schwurgerichtskammer statt, da der 45-jährige Kopf der Bande aus Serbien einen Mordanschlag vorbereitet haben soll – bei einem Telefonat mit einer Angehörigen. Seine getrennt lebende Ehefrau sollte getötet werden. Die Schwester sollte sich nach dem Preis für einen Auftragskiller erkundigen.

Hans Moritz

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heiße Rennen unter sengender Sonne
Ein erfolgreiches Comeback hat gestern das beliebte Pferdrennen beim Dorfener Volksfest nach vierjähriger Pause gefeiert. Fast 1500 begeisterte Zuschauer verfolgten …
Heiße Rennen unter sengender Sonne
Erst Kiesgrube, dann Deponie
Im Steinkirchener Ortsteil Riemading soll eine große Kiesgrube neu erschlossen werden. Nach erfolgter Ausbeutung soll sie abschnittweise auch als Deponie genutzt werden. …
Erst Kiesgrube, dann Deponie
Gemeinde muss nachbessern
Neben dem Ortsteil Ramperting (wir berichteten) hatte die Gemeinde Hohenpolding in der Gemeinderatssitzung im März auch für den Ortsteil Reinting eine …
Gemeinde muss nachbessern
Gottesdienst am Brunnen
Schöner hätte das Wetter nicht sein können, als die Pfarrgemeinde Isen am Dienstag ihren Festgottesdienst zu Mariä Himmelfahrt feierte.
Gottesdienst am Brunnen

Kommentare