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Die Bewegung Maria 2.0, hier in Münster, fordert mehr Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche.

Maria 2.0 Neue Protestbewegung findet Unterstützung bei Erdinger Katholiken

„Auch Frauen können Glauben weitergeben“

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Die Katholikinnen von Maria 2.0 haben es satt. Seit dem Wochenende protestieren sie gegen die männerdominierte Kirche. Auch bei Erdinger Katholiken findet die Protestbewegung Unterstützung.

Landkreis – Sie fordern, dass auch Frauen Pfarrer werden dürfen, der Zölibat abgeschafft und die sexuellen Missbrauchsfälle durch Pfarrer aufgeklärt werden. Bis Samstag streiken die Maria 2.0-Mitglieder, sie betreten keine Kirche und verrichten keine Ehrenämter.

Im Landkreis Erding solidarisiert sich die Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Aufkirchen, Maria Deutinger (53), mit der Bewegung und sagt: „Dass Frauen nur Wortgottesdienste halten dürfen, ist totaler Käse“, und fügt hinzu: „Das gilt auch für den Zölibat.“

Damit liegt sie mit den Gründerinnen der Protestbewegung auf einer Linie. Gestartet ist der Protest in der Gemeinde Heilig Kreuz in Münster. Mittlerweile hat die Bewegung Wellen geschlagen, es gab Aktionen von Maria-2.0-Anhängern in Berlin und Freiburg. Initiatorin Andrea Voß-Frick aus Münster sagt: „Wir haben das als Graswurzel-Bewegung angelegt“. Hunderte Gemeinden hätten sich mittlerweile angeschlossen: „Jetzt liegt es an den Frauen: Ermächtigt euch, tut was“, ermutigt Voß-Frick.

Deutinger bekennt: „Ich finde die Ziele von Maria 2.0 gut. Ich könnte mir vorstellen, dass ich da mitmache.“ Vor allem mit dem Zölibat hadert sie. „Den Pfarrern sollte es freigestellt sein, ob sie heiraten oder nicht – genauso wie es mir auch freigestellt ist.“ Die Köchin erzählt von ihrem Traupfarrer von den Pallottiner-Patern. Er habe sich vor zehn Jahren entschieden, doch zu heiraten. „Er sagte: ,Das Leben mit meinen Mitbrüdern macht mich krank.‘“ Deutinger versetzt sich in die Lage von alleinlebenden Geistlichen: „Das Schlimmste ist doch, wenn du als Pfarrer untertags so viel erlebt hast, abends heimkommst – und du bist allein.“

Außerdem sieht sie es kritisch, dass Frauen in der katholischen Kirche nicht Pfarrerin werden dürfen. „Die können doch den Glauben weitergeben“, und: „Frauen halten auch Wortgottesdienste. Warum dürfen sie die Wandlung im Gottesdienst nicht übernehmen?“

Erdings Stadtpfarrer Martin Garmaier sieht das ähnlich liberal: „Ich bin dafür, dass auch Frauen zu Priestern geweiht werden.“ Schließlich seien Mann und Frau von Gott gleichwertig geschaffen worden. „Frauen werden schon jetzt als Seelsorger in unserer Gemeinde eingesetzt – und haben noch mal einen anderen Blick auf Probleme.“ Das sei eine Bereicherung.

In seiner Pfarrgemeinde gebe es bisher noch keine Maria-2.0-Bewegung, sagt Garmaier: „Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich da emanzipierte Frauen von der kfd anschließen. Denn das sind weit mehr als dumme Pfarrweiber, die nur Kuchen backen. Die haben sehr wohl eine Meinung.“

Garmaier sieht ebenfalls Handlungsbedarf beim Zölibat: „Ich bin für die Abschaffung der Pflicht. Jedem sollte freigestellt sein, wie er leben möchte: Ob in Ehe oder nicht.“ Zudem sei der Zölibat vor 1000 Jahren vom Menschen eingeführt worden – und ist nicht gottgegeben: „Ich bin nicht der Einzige, der gegen den Pflichtzölibat ist“, sagt der Stadtpfarrer. „Ich möchte mir nicht anmaßen zu schätzen, wie viele Pfarrer Freundinnen haben oder Pseudo-Ehen führen.“

Wartenbergs Pfarrer Gregor Bartkowski (54) äußert sich zu den Forderungen von Maria 2.0 zurückhaltender. „Ob Frauen als Pfarrer eingesetzt werden oder nicht, das ist eine weltkirchliche Angelegenheit“, sagt er: „Da ist es egal, wie ich dazu stehe.“ Für Bartkowski steht aber fest: „Frauen engagieren sich in unseren Pfarrgemeinden sehr, ich habe zwei Kirchenpflegerinnen, und unser Pfarrbüro ist ausschließlich mit Frauen besetzt.“ Ohne sie gehe es in der Kirche nicht. Zur Forderung, den Zölibat abzuschaffen, sagt Bartkowski: „Das soll bitte der Papst entscheiden.“

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