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Geschwisterliebe: Jubilarin Maria Mader mit ihrem Bruder Hermann Dörfel bei der Feier im Museum.

Maria Mader 85 

Geburtstagsfeier am Tauftag

Erding – Geburtstag im Museum Erding? Diese ausgefallene Idee hatte Maria Mader, die im golden getäfelten Haus ihren 85. Geburtstag feierte – und mit ihr über 80 geladene Gäste. Mader, geborene Dörfel, und ihre Verwandten und Freunde sorgten dafür, dass es kein offizieller Festakt, sondern vielmehr eine bunte Feier unter Freunden wurde.

So kochte ihre Nichte Karin Gulaschsuppe für 80 Personen. Und die Verwandtschaft bestückte das Kuchenbuffet mit selbst gebackenen Köstlichkeiten.

Weil in ihrem Leben nichts geradlinig verlief, beging die Jubilarin auch nicht ihren 85. Geburtstag am 4. Januar, sondern die Erinnerungsfeier an ihre Taufe am 4. Februar. Wie heuer war auch der Winter in Maders Geburtsjahr 1932 sehr hart. Erst vier Wochen später konnte die Familie mit dem Schlitten zur Taufe in die St. Gallus-Kirche nach Kulm fahren.

Diese Geschichte trug Pfarrer Jacek aus Maders Buch vor. Erdings Oberbürgermeister Max Gotz ließ es sich nicht nehmen, eine launige Ansprache zu halten und die Verdienste Maria Maders – nicht nur für die Landsmannschaft – herauszustellen.

Kreisheimatpfleger Hartwig Sattelmair betonte die historischen Verdienste der Jubilarin, die in ihren Büchern der Nachwelt erhalten bleiben.

Museumsleiter Harald Krause packte an allen Ecken und Enden selbst mit an und führte die Gäste durch sein sehenswertes Museum, das sogar eine Abteilung „Heimatvertriebene“ vorweisen kann.

Das Grußwort von Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, wurde verlesen. Für Stimmung sorgten der Sudetendeutsche Männerchor, der freilich nur aus zwei Männern bestand, mit selbst getexteten Gstanzln sowie der „Wundergeiger“ Karl Kinzel, der es sich nicht nehmen ließ, trotz seines vor kurzem gebrochenen kleinen Fingers, der Jubilarin die Humoreske von Antonin Dvorák zu spielen. Man spürte förmlich, wie liebevoll Maria Mader von ihrer Familie und Freunden getragen wird.

Dass sie selbst noch längst kein „Museumsstück“ ist, bewies sie auch an diesem Tag temperamentvoll. Die illustre Gesellschaft wünschte Maria Mader für die nächsten Jahre die nötige Gesundheit, damit sie weiterhin mit viel Humor, Durchsetzungsvermögen und Gottvertrauen ihr Leben gestalten kann.

Die Bücher „Meine Kindheitserinnerungen im Schatten der Monumente“ von 2008 und „Zwischen Bayern und Böhmen. Eine Zeitzeugin erzählt“, von 2015 können bei Maria Mader unter Tel. (0 81 22) 4 19 76 bestellt werden.

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