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Eine bezaubernde Winterreise erlebten die vielen Zuhörer in der Erdinger Stadthalle (v. l.) Christoph Müller-Bombart, Martina Eisenreich, Vladislav Cojocaru, Giorgi Makhoshvili und Wolfgang Lohmeier. Die beeindruckenden Naturaufnahmen filmte Dr. Ulf Müller.

Adventskonzert

Martina Eisenreich Quintett: Magische Musik zu mystischen Orten

Das Martina Eisenreich Quintett und der Arzt und Reisejournalist Ulf Müller luden gemeinsam zu einer Winterreise in die Stadthalle Erding ein. Das Publikum ließ sich von den Bildern und der Musik verzaubern.

VON VRONI VOGEL

Erding– Klirrende Klänge in funkelnden Schneelandschaften, magische Musik an mystischen Orten, eruptive Rhythmen zum gewaltigen Spiel der Elemente, einsame Klänge in eisiger Erstarrung: All das erlebte man in einer ganz besonderen „Winterreise“ diesen Sonntagabend in der voll besetzten Stadthalle Erding.

Das Martina Eisenreich Quintett entfachte zu den berückenden Landschaftsaufnahmen des Erdinger Arztes und Reisejournalisten Dr. Ulf Müller ein bezauberndes, bilderreiches Gesamtkunstwerk. Die Reise führte ins tief verschneite Bayern, nach Südnorwegen über die Lofoten bis zum Nordkap und nach Island, kenntnisreich kommentiert vom Naturfilmer Müller, der auch faszinierende Nordlichtfotografien von Hans Sterr (Alpenkranzl Erding), in die professionell dargebotene Bilderschau aufgenommen hatte. Mit perfektem Timing und einer fein auf die grandiosen Naturschauspiele abgestimmten Musik entstand eine alle Sinne ergreifende Sogwirkung, der man sich nur allzu gerne überließ.

Das Konzept war bestens dazu angetan, der eloquenten filmmusikalischen Sprache der überregional bekannten Komponistin und Kulturpreisträgerin Martina Eisenreich Raum zu geben. Man hörte inspirierte Improvisationen und freute sich auch über bekanntes Repertoire – dargeboten von beeindruckenden Künstlerpersönlichkeiten: Frontfrau Martina Eisenreich mit ihrem temperamentvollen Geigenspiel, Giorgi Makhoshvili, der mit ausgefeilter Technik seinen Bass wie ein Melodieinstrument handhabte, Vladislav Cojocaru mit seinem sensiblen und musikantischen Akkordeonspiel, Gitarrenvirtuose Christoph Müller-Bombart und Wolfgang Lohmeier mit seinem unverwechselbaren, kreativen und facettenreichen Schlagwerkzauber.

Ja, und dann gab es da noch einen Sechsten im Bunde, der nach der Pause mit großem Hallo begrüßt wurde und ein kleines Gastspiel gab, das umso nachhaltiger in Erinnerung blieb: Bassist Stephan Glaubitz aus Walpertskirchen gesellte sich zum Quintett, sorgte mit seinem mitreißenden Groove, seiner Bühnenpräsenz und seinen Werken für Begeisterung. Es gab ein Wiederhören mit Glaubitz’ flotter Charleston- Nummer „Tante Käthe“, während der charmante Filmclip zum Stück gezeigt wurde (Regie: Axel Ranisch). Auch sein hinreißender Walzer „Für Achim und Beate“ war zu hören, den der Komponist und Bassist erst kürzlich geschrieben und seinen Eltern gewidmet hatte, die an diesem Abend im Publikum saßen. Das war schon ein besonders berührender Moment im hoch präsenten Bühnengeschehen.

Wie sehr die Musik die Bilder beeinflusste, zeigte sich in einer von mehreren Zugaben, die das Publikum vehement erklatschte: Hatte man zu Beginn des Konzerts die bayerische Winteridylle zu besinnlicher Musik gehört, so sah man jetzt dieselben Filmsequenzen zu rasant gespielten Klängen: Da schien das Pferdegespann plötzlich viel schneller durch die Schneelandschaft zu traben. Man erlebte eine in Bild und Ton unterhaltsame Winterreise mit vielen Überraschungen ohne Nabelschau, dafür mit weltbürgerlicher Weitsicht und hoher Qualität.

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