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Holten den Sommer zurück: Adjiri Odametey (vorne) und seine drei Bandmitglieder bei der Matinee in der Kreismusikschule, die den Abschluss der Jazz Tage bildete. 

Matinee

Lebensbejahende Weltmusik

„Man muss mitwippen können, damit es Jazz heißen kann“, erklärte Ludwig Kirmair, 2. Bürgermeister und Kulturreferent der Stadt Erding, bei der Begrüßung anlässlich der Matinee am Sonntag, die den Abschluss der Jazz Tage Erding bildete.

Erding „Man muss mitwippen können, damit es Jazz heißen kann“, erklärte Ludwig Kirmair, 2. Bürgermeister und Kulturreferent der Stadt Erding, bei der Begrüßung anlässlich der Matinee am Sonntag, die den Abschluss der Jazz Tage Erding bildete.

Nach einem sanften Einstieg, bei dem Adjiri Odametey und seine drei Bandmitglieder sogleich ihre warmen und erdigen Stimmen erklingen ließen, nahmen die Afrikaner ab dem zweiten Lied Fahrt auf. Prompt tippten die Füße, wackelten die Köpfe und wippten die Schultern in den vollen Zuschauerreihen. Odametey und seine Freunde erfüllten das Konzept der Erdinger Jazz Tage. Nach den Auftaktveranstaltungen mit der heimischen Jazzband Tenor Steps und der Jazz-Größe Pee Wee Ellis stehen bei dem Ghanaer, der heute in München lebt, kreative Mischformen im Vordergrund.

Odametey holte am Sonntag den Sommer in den Saal der Kreismusikschule zurück. Fröhliche, poppige Melodien erfüllten den Raum und begeisterten das Publikum. „Wunderbar“, „so schön“ und „toll“, war in der Pause, in der die Zuschauer Weißwürste und Wiener genossen, zu vernehmen. Es ist eine lebensbejahende Weltmusik, die die Afrikaner auf die Bühne bringen. Eingängige, aber keinesfalls eintönige Klänge spielten die Profis auf ihren Instrumenten. Neben Bassgitarre, Gitarre und jeder Menge Schlagwerk ließ Odametey auch seltene afrikanische Instrumenten wie die Harfe Kora, deren Klangkörper aus einem großen Kürbis besteht, oder ein Daumenklavier aus Simbabwe, „die Seele unserer Vorfahren“, erklingen. Als der Bandleader „Savannah Swing“ auf der Kora zupfte, verließen seine Bandmitglieder die Bühne. Die ganze Aufmerksamkeit gehörte nun ihm. Er interpretierte das instrumentale Stück schnell, dennoch entstand eine verträumte Melodie, die die Gedanken schweifen ließ.

Nach der Pause warnte der Künstler: „Jetzt wird es laut, sehr laut.“ So laut war es dann aber doch nicht. Rund 20 Minuten lang zeigten die vier Männer, was sie aus ihren Schlaginstrumenten rausholen können. Für sein Solo, bei dem Jack Wonya mit seinen bloßen Händen eine wahren Trommelwirbel erzeugte, erntete er Bravorufe. Diese ermunterten ihn zu weiteren Höheflügen. Nach zwei Zugaben und einem ruhigen Ausklang, bei dem die Zuschauer mitsummten, entließen die fröhlichen Afrikaner ihr Publikum gut gelaunt in einen trüben November-Sonntag.

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