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Treffen der Führungskräfte: Im Schrannensaal der Sparkasse kamen sie auf Einladung der Regierung von Oberbayern zusammen.

Feuerwehr-Tagung 

Mehr Ausbildung, weniger Theorie

Erding – Die Arbeit der Feuerwehren wird immer professioneller. Auch eine Gesetzesnovellierung trägt dem Rechnung, macht aber mehr Personal und Ausbildung nötig.

Bei allem Lob für den hohen Einsatzwillen der Feuerwehren: Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands, hatte auch Kritikpunkte. Er brachte sie vor bei der Dienstversammlung der Regierung von Oberbayern für Feuerwehrführungskräfte in Erding.

„Zwar wollen wir am Ehrenamt festhalten, doch bei der Novellierung des Feuerwehrgesetzes, das 2017 in Kraft tritt, wünscht sich die Politik mehr zweite stellvertretende Kommandanten in den Wehren“, erklärte Weinzierl. Dies erfordere einerseits mehr Personal und mehr Ausbildung – auch in der zweiten Reihe. Doch sei auch zu überdenken, ob Kreisbrandräte, „die immer mehr Aufgaben als Fachinspektoren zu leisten haben“, eventuell immer mehr fest angestellt werden sollten, so Weinzierl. Zudem solle, so der Gesetzesentwurf, die Altersgrenze von bisher 63 auf 65 Jahre angehoben werden.

Nicht vollständig zufrieden ist der Feuerwehr-Experte auch mit der Arbeit an den Feuerwehrschulen. „Wir sollten dringend mehr Ausbildung für junge Feuerwehrleute und Jugendwarte haben, und dafür reine Theoriekurse an andere Stellen regional auslagern“, sagte Weinzierl. Feuerwehr-Module, wie sie die Erdinger Wehr anbiete, seien eine gute Sache: „Wir sollten eine vernünftige Abdeckung haben.“

Zunächst aber wurden die Männer von höchster Stelle gelobt. „Der Einsatz beim Zugunglück bei Bad Aibling war ein beeindruckendes Beispiel für hohe Professionalität, Solidarität mit Hilfsbedürftigen und Einsatzbereitschaft“, lobte Regierungsvizepräsidentin Maria Els und hob die Feuerwehren heraus: „Bad Aibling wurde so zu einem Symbol für gelebte Mitmenschlichkeit.“

Dass die Feuerwehren auch in Stadt und Landkreis Erding eine große Rolle spielen, betonten Landrat Martin Bayerstorfer und Oberbürgermeister Max Gotz. Wegen der vielen Verkehrswege, vor allem auch wegen des Flughafens, werde „ein hoher Ausbildungsgrad verlangt, unter anderem zu verdanken den Schulungen am Feuerwehr-Servicepunkt in Erding“, sagte Bayerstorfer. Die Ausrüstung der Wehren im Kreis sei vorbildlich, „sie sind uns aber auch wichtig“.

Gotz ging auf die schnell wachsende Struktur Erdings ein: „Zuzug und Wohnungsdruck sind bei uns hier atemberaubend, und daher muss sich die Struktur der Feuerwehr mitentwickeln.“ Erding hat drei Wehren im Stadtgebiet. „Wir geben uns viel Mühe, um Jugendliche für die Arbeit in der Feuerwehr zu motivieren und konzentrieren uns jetzt vor allem auf die große Aufgabe der Hochwasser-Bekämpfung“.

Schließlich gab Günther Gietl, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord, einen Überblick über die Geschehnisse 2015. „Bayern hat eine sehr gute Sicherheitslage. Auch der Zuzug durch Flüchtlinge hat die Anzahl der Straftaten keinesfalls erhöht. 174 Brandstiftungen waren zu beklagen, bei sechs Prozent mehr Unfällen gab es zum Glück 18 Prozent weniger Verkehrstote“, sagte er. Für die Polizei sei 2015 ein sehr bedeutendes Jahr gewesen: der G 7-Gipfel in Elmau, die Flüchtlinge mit diversen Abschiebevorgängen und die gestiegene Terrorgefahr mit islamistischem Hintergrund hätten die Beamten stark beansprucht. Gietl: „Vor allem aber machen uns die vielen Brandlegungen in Bayern Sorgen – diese haben sich gegenüber 2014 verdreifacht.“

Friedbert Holz

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