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Mehr Platz im ehemaligen Postgebäude am Bahnhof 

Tafel hat neue Räume bezogen

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Endlich Platz: Die Tafel Erding hat ihre neuen Räumlichkeiten am Bahnhof bezogen. Im ehemaligen Postgebäude haben Ehrenamtliche und Kunden nun wesentlich mehr Möglichkeiten.

Erding– Seit 2005 gibt es die Tafel Erding. Unter der Trägerschaft der Nachbarschaftshilfe (NBH) versorgt sie Bedürftige (mit Nachweis) mit Lebensmitteln. Einmal wöchentlich, jeden Mittwochvormittag, ist Ausgabetag. Der war vergangene Woche besonders aufregend, denn erstmals kamen Ehrenamtliche und Kunden in den neuen, weitaus größeren Räumen am Bahnhof zusammen. Vieles war noch ungewohnt, die Arbeitsabläufe noch nicht so eingespielt wie am alten Standort an der Friedrichstraße. Dem beengten Provisorium dort, das die Tafel acht Jahre lang genutzt hat, trauert aber niemand nach.

NBH-Vorsitzende Petra Bauernfeind ist froh über den neuen zentralen Standort am S-Bahnhof, der auch mit dem Stadtbus gut erreichbar ist. Hier, in der alten Bahnhofspost, war Anfang 2016 die Hochschule für angewandtes Management ausgezogen. Seither standen weite Teile des Erdgeschosses leer. Rund 300 Quadratmeter hat die Tafel angemietet – vom Hauseigentümer, der Stadt Erding. Die finanzielle Belastung für den Verein ist moderat. „Wir müssen nur die Betriebskosten zahlen“, sagt Bauernfeind. Dazu gehören Wasser, Heizung, Strom und Hausmeister.

Jetzt hat die Tafel, für die sich in Erding rund 60 Ehrenamtliche engagieren, einen geräumigen Eingangsbereich, in dem die Kunden registriert werden und in dem auch mal Tee ausgeschenkt werden kann. Frieren muss nun keiner mehr – wie an der Friedrichstraße, wo die Kunden aus Platznot im Freien Schlange stehen mussten, und die Tafel-Mitarbeiterinnen im Winter die Nummern warm eingepackt ausgaben.

140 Kunden kommen Woche für Woche, um Lebensmittel für sich und ihre Familien abzuholen. Insgesamt versorgt die Tafel rund 280 Menschen. Um den Andrang überschaubar zu halten und zeitlich zu staffeln, hat die Tafel ein Punktesystem eingeführt. Neu ist der blaue Punkt für Schüler der Sprachkurse und Integrationsklassen, die schon morgens um 8 Uhr kommen, bevor der Unterricht in der nahen Volkshochschule beginnt.

„Es ist ein schönes Arbeiten. Jetzt steigt man sich nicht mehr gegenseitig auf die Füße“, sagt Erna Weinzierl zufrieden. Sie engagiert sich ehrenamtlich bei der Tafel und hilft mit, die Lebensmittel, die montags und dienstags eintreffen, zu sortieren und einzuräumen. Gestern ist viel Gemüse angeliefert oder mit dem Tafel-Wagen abgeholt worden – Orangen, Mandarinen, Ananas, Paprika, Kürbisse, Brokkoli. Alles wird durchgeschaut.

Nicht nur der Ausgaberaum ist größer als vorher. Auch das Lager. Dort reihen sich Regale aneinander, die die Parfümerie Howerka gespendet hat. Darin sind beschriftete Plastikkisten mit haltbaren Waren für den täglichen Bedarf einsortiert. „Durch dieses neue System haben wir viel mehr Überblick“, sagt Bauernfeind. Der ist wichtig, denn gerade vor Weihnachten wird die Tafel mit vielen Lebensmittelspenden bedacht. Sie kommen von Kindergärten und Schulen, aber auch von Supermarkt-Kunden. So partizipiert die Tafel Erding an der bundesweiten Tüten-Aktion, die Rewe-Kunden für fünf Euro zugunsten der Tafel erwerben können. Und auch vom Rewe-Gemüselager in Eitting bekomme man einmal wöchentlich Frischware, erzählt Bauernfeind.

Neben der Gemüseausgabe gibt es nun auch eine geräumigere Brottheke und eine Küche, die Platz zum Umsortieren bietet. Das Regal für die Brottheke hat das Modehaus Kraus spendiert. Am kommenden Sonntag werden die neuen Tafel-Räume offiziell eingeweiht.

123 Tonnen Lebensmittel

hat die Tafel Erding im vergangenen Jahr an ihre Kunden ausgegeben. Das macht jeden Mittwoch 2,4 Tonnen. Da sind Helfer stets willkommen. Frauen und Männer, die sich engagieren wollen, wenden sich einfach an die Nachbarschaftshilfe unter Tel. (0 81 22) 99 04-10. Bürozeiten: montags von 14 bis 17 Uhr, dienstags bis donnerstags 9 bis 12 Uhr.

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