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Noch enger bebaut werden dürfte der Osten des Ortsteils Pretzen (gestrichelte Linie). Auf jeder Parzelle der Siedlung werden statt einer zwei Wohneinheiten erlaubt. 

Mehr Wohnraum im Wohngebiet östlich der Hörlkofener Straße

Nachverdichtung in Pretzen: „Das wird spannend“

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Pretzen – Die Wohnungsknappheit in Erding hat so große Ausmaße angenommen, dass mittlerweile jeder Quadratmeter zählt. Deswegen lässt sich die Stadt auf ein Wagnis ein: In dem ohnehin dicht besiedelten Wohngebiet östlich der Hörlkofener Straße in Pretzen will sie Nachverdichtung möglich machen.

Im Stadtentwicklungsausschuss machte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) am Dienstag deutlich: „Das wird spannend.“ Auch Stadtbaumeister Sebastian Henrich sprach von einem Experiment mit offenem Ausgang. Der Ausschuss lässt sich auf das Abenteuer ein und beschloss die fünfte Änderung des Bebauungsplans 148, der ursprünglich aus dem Jahr 1995 stammt.

Henrich erklärte: „Wir wollen das Wohnraumangebot in Pretzen verbessern. Grundsätzlich ist derzeit nur eine Wohneinheit pro Parzelle zulässig. Nach der Änderung wären auch zwei zulässig.“ Gotz betonte: „Wir wissen überhaupt nicht, was da auf uns zukommt. Es können drei Anträge kommen, aber auch 100.“

Knifflig an dem Experiment ist nicht nur, dass etwa Wirtsacker und Hochrainacker schon jetzt dicht besiedelt sind. „Wir wissen auch, dass mehr Wohneinheiten mehr Parkplätze erforderlich machen. Unsere Aufgabe muss sein, das Parken zu regeln“, so Henrich. Bereits heute geht es dort recht eng zu, viele Fahrzeuge stehen auf den Straßen oder in der Grünanlage zur Hörlkofener Straße hin, was dem Rathaus ein Dorn im Auge ist.

Henrich machte keinen Hehl daraus, „dass das ein Experiment ist. Wir wollen herausfinden, was wir hier noch rauskitzeln können“. Es sei ein Versuch, „der hoch brisant ist und sicher noch interessant werden wird“.

Johanna Heindl (Freie Wähler) wollte wissen, wie sich das Bauamt die dringend erforderliche Nachverdichtung vorstelle. Henrich antwortete, dass zum Beispiel Garagen zusammengelegt werden könnten, um zu einem weiteren Bauplatz zu kommen. Gotz meinte, in einem Haus könnten zwei getrennte Wohnungen untergebracht werden – etwa nachdem die Kinder ausgezogen sind. Dabei konnten sich beide den Hinweis nicht verkneifen, dass es bereits Fälle gegeben habe, in denen plötzlich mehr Wohnungen geschaffen worden seien.

Zusätzliche Häuser, so Henrich, könnten auch auf den nach wie vor vorhandenen freien Baugrundstücken entstehen.

Hans Egger (Erding Jetzt) fragte, ob die Nachverdichtung auch auf den im Erbbaurecht vergebenen Grundstücken möglich sei. „Das geht nur mit Zustimmung der Erbbaurechtgeber“, so Gotz – also Stadt und Zollner Leihfonds Stiftung.

Die Stadträte trieb in der Debatte vor allem die Sorge um ein Parkchaos um. Gotz betonte, die Bauwerber müssten die erforderlichen Stellplätze nachweisen. Leider sei es auch in Pretzen gelebte Praxis, „dass Wohnraum geschaffen wird und es den Leuten wurscht ist, wo sie ihre Autos abstellen“. Petra Bauernfeind (FW) mahnte: „Das müssen wir dann auch streng überwachen.“

Auch was die Ableitung des Oberflächenwassers betrifft, stünden die Bauherren in der Pflicht, sagte der OB. Nach einem Starkregen waren vor einigen Jahren Teile der am Hang gelegenen Siedlung von Schlamm geflutet worden, der von den darüber liegenden Äckern angespült worden war. 

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