Explosion? Nordkorea erneut von Erdstößen erschüttert 

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Prominenter Besuch am Erding-Stand: Bayerns Wirtschaftsministerien Ilse Aigner (linkes Bild,r.) informierte sich bei Daniela Widl vom Landratsamt. Wie in den Jahren zuvor wirbt auf der F.re.e, der früheren „Caravan und Boote“, auch die Therme Erding und Gäste (rechtes Bild). Sie ist Tourismusmagnet Nummer eins in der Region.

Messe F.re.E 

Tourismus: Flaute in der Boom-Branche

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Jahrelang verzeichnete der Tourismus in Stadt und Landkreis Erding zweistellige Zuwachsraten. 2016 sind die Zahlen erstmals eingebrochen. Vor den Gästeankünften in der Stadt steht ein Minus, die Zahl der Übernachtungen stagnierte. Werbung ist jetzt also wichtiger denn je.

Erding – Auf 18 Messen und Kongressen präsentiert sich die Stadt Erding in diesem Jahr, meist im Verbund mit dem Landkreis. Ein Pflichttermin ist jedes Jahr im Februar die Reise- und Freizeitmesse F.re.e. Die wurde gestern eröffnet und dauert bis Sonntag. Am ersten Tag präsentierte Daniela Widl vom Landratsamt die Region – mit zahlreichen Wander- und Radkarten, mit Prospekten vom Erdinger Weißbräu – das Bier gibt’s einen Stand weiter – sowie von der Therme, die einige Meter entfernt einen eigenen Auftritt in den Riemer Messehallen hat. „Hier sprechen wir den Tagesgast aus der Region an“, sagt Widl.

Das scheint auch bitter nötig. Denn der Blick in die Tourismusbilanz des vergangenen Jahres löst keine Stürme der Begeisterung aus. Seit Mitte der 90er Jahre ging es mit dem Fremdenverkehr steil bergauf – Therme, Flughafen und Messe sei Dank (siehe Grafik). Zum Teil fielen die Wachstumsraten zweistellig aus. Die Auslastung der Betten war in Bayern einzigartig, selbst München konnte da nicht mithalten.

Im Sog dieses Booms wurde der Tourismus stark ausgebaut, Landkreis, Städte und Gemeinden schoben kräftig mit an. Allein in der Kreisstadt gibt es heute 25 Beherbergungsbetriebe mit 2230 Betten, die meisten sind fast das ganze Jahr über so gut ausgebucht.

Dann kam 2016, und mit ihm die Ernüchterung. Die Zahl der Gästeankünfte in der Kreisstadt ging laut amtlicher Statistik von 261 356 auf 253 347 zurück, ein Minus von 3,1 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen stagnierte nahezu: 442 707 waren es 2015, 446 436 im Jahr darauf – ein mageres Plus von 0,8 Prozent. Von 2014 auf 2015 hatte der Zuwachs noch 17,8 Prozent betragen, bei den Ankünften waren es sogar 18,1 Prozent.

Dem Cheftouristiker im Rathaus, Günther Pech, gefallen solche Bilanzen gar nicht. Er ist sich aber sicher: „Das kann kein Zufall sein.“ Er ist überzeugt: „Erding ist in den Strudel der internationalen Politik und der weltweiten Krisenherde geraten.“ Dass aus Österreich weniger Gäste gekommen sind, kann laut Pech an den Grenzkontrollen liegen. „Das schreckt so manchen Tagesgast ab.“ Auch die Italiener könnten deswegen verstärkt ausgeblieben sein. Das Schwächeln der russischen Wirtschaft ist ebenfalls aus der Erding-Statistik herauszulesen (siehe Kasten).

Dass sich Werbung auf Messen lohnt, beweist Island. Pech hat dort eine Veranstaltung besucht – prompt kamen von der kleinen Insel im Atlantik 248 Gäste, ein Plus von 100 Prozent. Erding verstärkt für sich entdeckt haben auch die Belgier (948/+62,6%), Ukrainer (379/+50,4%) und Japaner (1232/+46,5%).

Trotz des schwächelnden 2016 bleibt der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Pech hat für Erding einen Bruttoumsatz von fast 77 Millionen Euro durch gewerbliche Übernachtungen errechnet. 63,2 Prozent oder 48,6 Millionen Euro entfallen auf das Gastgewerbe, 21 Prozent oder 16,1 Millionen Euro auf den Einzelhandel sowie 15,8 Prozent oder 12,2 Millionen Euro auf Dienstleistungen.

Von Hans Moritz

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