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Messerattacke auf Bekannten: Mann fordert Handy zurück - das er selbst geklaut hatte

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Von: Hans Moritz

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Waffengesetz - Aktion "Waffen in die Tonne"
Als er sein Handy nicht bekam, griff der 57 Jährige Erdinger zum Messer © dpa/dpaweb / Ingo Wagner

Ein Mann hat in Erding eine Messerattacke auf seinen Bekannten und dessen Familie verübt - und zwar an seinem Geburtstag. Ganz nüchtern war der 57-Jährige offenbar nicht mehr.

Erding – Derart eindeutige Beweise liegen dem Amtsgericht Erding nicht oft vor. Ein in Erding lebender Mann hat die Messerattacke eines Bekannten gegen sich und seine Frau mit dem Handy gefilmt.  Der Täter, ein 57 Jahre alter, ebenfalls in Erding lebender Rumäne, musste sich deswegen gestern vor Gericht wegen der Attacke auf die afrikanischstämmige Familie verantworten.

Richter Andreas Wassermann verurteilte den gelernten Mechaniker zu 14 Monaten Haft auf Bewährung, 2000 Euro Geldstrafe und zwei Jahren absoluter Alkoholabstinenz. Die Attacke hatte der Mann, bei dem zuletzt eigenen Angaben zufolge alle drei Tage eine neue Flasche Whiskey fällig war, nämlich mit 1,1 Promille begangen.

Messerattacke in Erding: Diebstahl ging der Tat voraus

Staatsanwältin Sandra Belling begann in ihrer Anklageschrift mit dem 8. Februar 2016. An besagtem Nachmittag soll der Angeklagte an seiner früheren Arbeitsstelle in der Therme Erding einer Mitarbeiterin deren rund 1000 Euro teures, neues iPhone gestohlen haben.

Das Mobiltelefon sollte dann eine zentrale Rolle bei der Messerattacke am Nachmittag des 24. Februar vergangenen Jahres spielen – just am 57. Geburtstag des Rumänen.

Messerattacke in Erding: Täter war betrunken

Im Suff suchte er laut Anklage die Wohnadresse seiner späteren Opfer auf. Die Frau öffnete die Tür und wurde sofort mit einem Einhandmesser bedroht. Sie verbarrikadierte sich und rief ihren Mann an. Als der wenig später zu Hause eintraf, fuchtelte der 57-Jährige erneut mit dem Messer herum, stieß Todesdrohungen aus und verletzte den Mann durch einen festen Griff am frisch operierten Arm. Dem gelang es, diesen Angriff mit dem Handy zu filmen.

Der Täter hatte das Handy seinem Bekannten gegeben, weil er es nicht entsperren konnte. Plötzlich wollte er es zurück.

Messerattacke in Erding: „Ich wollte niemanden verletzen“

Der Rumäne erschien ohne Verteidiger und redete sich um Kopf und Kragen, indem er alles abzustreiten versuchte, darunter den gefilmten Messerangriff. Das erboste Richter Wassermann sichtlich. „Jetzt reden Sie nicht so einen Blödsinn. Das hat doch keinen Sinn.“ Seinen Ausraster mit dem Messer räumte er schließlich ein und bereute diesen. „Ich wollte niemanden verletzen.“ Er blieb aber dabei, das Handy nicht gestohlen, sondern auf dem Erdinger Flohmarkt erworben zu haben.

Der Diebstahl wurde daraufhin in Hehlerei umgewandelt und floss in das Urteil mit ein. Um ein Haar wäre der Prozess geplatzt, denn die als Zeugen geladenen Opfer waren nicht erschienen. Dem Gericht reichte aber das Video. Der Angeklagte nahm das Urteil an. Ins Gefängnis musste der Mechaniker auch deshalb nicht, weil er erst einmal straffällig geworden war – allerdings wegen eines Verkehrsdelikts.

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