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Jede Menge Metallschrott findet Alexander Benke bei seinen Sondelgängen mit dem Metalldetektor.

Schutz von Tieren und Maschinen

Metalschrott im Acker: Erdinger Sondengänger will Landwirten helfen

Metallschrott auf Äckern kann für Tiere und Maschinen gefährlich werden. Sondengänger Alexander Benke bietet Landwirten seine Hilfe an.

VON GERDA GEBEL

ErdingFür große Bestürzung hat jüngst die Meldung über Kühe im niederbayerischen Schwarzach gesorgt, die durch scharfkantige Aluminiumteile im Futter schwer verletzt und sogar zu Tode gekommen sind. Hobbyschatzsucher Alexander Benke aus Erding erklärt, wie Sondengänger mit ihren Metalldetektoren Landwirten helfen können, gefährlichen Metallschrott aus ihren Äckern und Wiesen zu entfernen.

Eigentlich sind die Schatzsucher mit der Metallsonde ja auf der Suche nach alten Münzen oder anderen Raritäten. „Was wir aber am häufigsten finden, ist Metallschrott“, sagt der 36-jährige Benke, der seit einigen Jahren in seiner Freizeit als Sondengänger unterwegs ist (wir berichteten). Wichtig sei dabei stets die vorherige Absprache mit dem Besitzer des Flurstücks, das man durchsuchen möchte. „Wir holen vor dem Suchen die Genehmigung des Landwirts ein“, versichert der gelernte Hotelfachmann. Diese wird meist gern erteilt, hat doch der Bauer auch einen Vorteil von der Durchsuchung.

Gefunden würde dann vielleicht die eine oder andere Münze, sicher aber jede Menge an Metallschrott, den der Schatzsucher auch zum Entsorgen mitnimmt. Neben den gefährlichen Aluteilen, die meist von achtlos weggeworfenen Getränkedosen stammen, gibt es dabei die unterschiedlichsten Fundstücke. Tief im Boden verstecken sich dicke Eisennägel, - ringe und -schrauben, die vom jahrhundertelangen Bewirtschaften der Äcker stammen. Diese könnten die landwirtschaftlichen Geräte und Maschinen erheblich beschädigen, wenn sie sich in den Traktorreifen bohren oder ins Schneidwerk geraten, sagt Benke.

Eine weitere Gefahr bilden auch die zahlreichen alten Bleigeschosse und Zinkteile, die ihre Schadstoffe aufgrund der Korrosion an den Boden und die Pflanzen abgeben. Auch Benke hat schon Unmengen von Aluteilen bei seinen Erkundungen gefunden und entsorgt: „Bei jedem Sondelgang sind mehrere Abziehlaschen und auch Teile von Alufolien dabei.“

Der Erdinger möchte das Image der Sondengänger verbessern, die sich als Partner der Landwirte verstehen. „Wir werden oft beschimpft oder hingestellt als Eindringlinge auf dem Feld, aber uns ist das gute Verhältnis zu unserem Landwirt sehr wichtig“, stellt der Schatzsucher klar. Für Bauern, die ihre Äcker und Wiesen gerne vom störenden Metall befreien möchten, besteht auch die Möglichkeit, einen Trupp von Sondlern anzufordern. Auf der Internetseite www.schatzsuche-bayern.de ist unter dem Stichwort „Suchaufträge“ eine Kontaktaufnahme ganz einfach möglich. „Die Suche ist für den Landwirt natürlich kostenlos, denn wir haben dabei ja auch unseren Spaß“, versichert Alexander Benke. Und sollte beim Sondeln im Acker wirklich etwas Wertvolles gefunden werden, bekommt der Grundstückseigentümer die Hälfte des Gegenwerts.

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