Josef Biller Der CSU-Stadtrat ist Schulreferent.

Schulen in Erding 

Millionen-Investitionen und Engpässe

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Viele Millionen Euro wird die Stadt Erding in den nächsten Jahren in ihre Grund- und Mittelschulen investieren. Bei der Nutzung der Turnhallen für den Vereinssport könnte es eng werden.

Erding– Gut 2000 Mädchen und Buben besuchen in der Stadt Erding eine Grund- oder Mittelschule. Die Zahl der Grundschüler hat sich nach zwei starken Jahren auf stabile 1370 eingependelt. Die meisten von ihnen, nämlich 400, besuchen die Carl-Orff-Grundschule in Altenerding. Das sagte CSU-Stadtrat Josef Biller beim politischen Frühschoppen seiner Partei im Gasthaus Kreuzeder. Als Schulreferent des Stadtrats nahm er die Bildungseinrichtungen unter die Lupe und zog eine durchweg positive Bilanz.So habe sich die Mittelschule durch ihre Angebotsvielfalt wieder etabliert. Am Lodererplatz und in Altenerding besuchen sie 454 beziehungsweise 258 Schüler.

Dass „Schulen mehr leisten als Unterricht“, so Biller, wurde in seinem Überblick über die Betreuungsangebote deutlich. So nutzen mittlerweile rund die Hälfte der Grund- und Mittelschüler die Mittags- oder Ganztagsbetreuung. Nicht nur für sie, sondern auch für die Schulsozialarbeit greift die Stadt Jahr für Jahr tief in ihren Säckel. Allein für die Schulsozialarbeit, eine rein freiwillige Leistung, wie Biller betonte, berappt die Kommune 220 000 Euro pro Jahr.

Insgesamt koste der laufende Betrieb ihrer sechs Grund- und zwei Mittelschulen die Stadt gut 14 700 Euro pro Schultag. Darin seien die Investitionen noch gar nicht berücksichtigt, sagte Biller. Dazu gehören etwa die Multitouch-Monitore, die bis 2019 in allen Schulen Einzug halten sollen. Gut eine Million Euro lässt sich die Stadt das kosten. Dass die Initiative auf einen CSU-Antrag zurückging, daran erinnerte Biller gerne.

Was ihm nicht nur dabei wichtig ist: „Die Schulen wurden bei der Entscheidung mitgenommen und nicht überrollt.“ So soll es auch bei der Generalsanierung der Mittelschule am Lodererplatz im laufenden Betrieb sein. Ohne Interimsbau sind dafür Kosten von 22,2 Millionen Euro veranschlagt. Darin sind die Turnhallen nicht enthalten.

„Operation am offenen Herzen“

„Das stellt nicht nur finanziell eine der größten Herausforderungen der Stadt dar“, sagte Biller, sondern auch logistisch. Er sprach von einer „Operation am offenen Herzen“. Mit der Sanierung hält das Konzept der Lernlandschaften Einzug. Bei diesem sind die Klassenzimmer einer Jahrgangsstufe offen um einen so genannten Marktplatz angeordnet. Auch hier sei die Schulfamilie in die Planungen eingebunden gewesen, erzählte Biller und betonte: „Hut ab vor den Lehrern. Alle haben engagiert mitgearbeitet.“

Bevor die Sanierung 2018 und 2019 in Angriff genommen werden kann, muss der Interimsbau stehen. Er wird in Modulen südlich der Grundschule am Lodererplatz errichtet und hat Platz für zehn Klassenzimmer. Kosten: 2,3 Millionen Euro.

Später könnten die Module auch von der Grundschule genutzt werden. „Sie ist nicht das Stiefkind“, sagte Biller, und müssten so ausgestattet werden, „dass modernster Unterricht möglich ist“. Ein Neubau werde sich angesichts der nicht absehbaren Konversion der Fliegerhorst-Flächen allerdings um Jahre verzögern.

Auch in Altenerding wird investiert. Grund- und Mittelschule dort bekommen eine gemeinsame Mensa. Baubeginn ist laut Biller im September, die Kosten betragen knapp 3,5 Millionen Euro. Dort ist eine Ausgabeküche für 450 Mittagessen im Dreischichtbetrieb geplant. Im Obergeschoss werden, wie berichtet, Übungsräume für die Stadtkapelle geschaffen.

Räumliche Engpässe sieht Biller auf die Sportvereine zukommen, wenn die Schulturnhallen wegen Sanierungen nicht genutzt werden können. Er erinnerte daran, dass der Landkreis am Anne-Frank-Gymnasium eine neue Dreifachturnhalle plant. „Für die Vereinsbelegung von Schulturnhallen wird’s eng“, bekräftigte auch Billers Fraktionskollege Burkhard köppen. Aber: „Die Sanierungen müssen passieren. Das hilft alles nichts.“

Biller träumt von einer Mehrfachturnhalle an der Freisinger/Ecke Siglfinger Straße nahe Berufsschule und FOS/BOS. „Aber das sind nur Gedanken“, sagte er, denn: „Man kann nur bauen, wenn man den Grund hat.“ Und da schaut’s in dem Bereich düster aus. Die Stadt ringt schon mit einem Eigentümer um Grund für den geplanten Verkehrskreisel.

9+2: Erdinger fahren nach Wartenberg

Auch auf die kontroverse Debatte um den zweiten 9+2-Standortim Landkreis ging Josef Biller beim CSU-Frühschoppen ein. „Isen wäre das bessere flächendeckende Angebot gewesen, es hat sich aber nicht durchgesetzt“, sagte er und verwies auf die geringeren Anmeldezahlen im Vergleich zu Mitbewerber Finsing: „So kann man sich täuschen.“Biller ist es wichtig, „dass die Schüler aus der Stadt Erding nicht zum Spielball werden zwischen Isen und Finsing“. Die Erdinger fahren bislang nach Wartenberg. Dorthin gebe es die beste Busanbindung. Dabei soll es bleiben.

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