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Nahverkehrsnetz im Landkreis

Millionen-Projekt barrierefreie Haltestellen

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Es gibt alleine 450 MVV-Bushaltestellen im Landkreis. Sie sollen barrierefrei werden. Der Experte im Landratsamt spricht von Ausgaben von bis zu 20 Millionen Euro.

Erding – Buslinien und Fahrpläne sind regelmäßig Thema der Kreispolitik. Die neue Auflage des Nahverkehrsplans für den Landkreis schlägt aber ein kostspieliges Kapitel auf: die Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Dieses Thema wird Teil des Nahverkehrsplans sein, dessen Fortschreibung der Ausschuss nun für Struktur, Verkehr und Umwelt einstimmig beschlossen hat.

„Die Barrierefreiheit ist neu dazugekommen. Der ÖPNV soll bis 2022 barrierefrei sein“, erklärte Landratsamtsmitarbeiter Georg Gutt. Für den Landkreis werde das problematisch. Erstens sei das Ziel noch gar nicht näher definiert. Zweitens seien die Haltestellen an verschiedenen Straßentypen, für die der Kreis nur teilweise die Trägerschaft und damit die Zuständigkeit bei Baumaßnahmen habe. Gutt rechnet pro Haltestelle mit Kosten von 20 000 bis 30 000 Euro.

Zur Barrierefreiheit gehören nach seinen Worten die Höhe des Bordsteins, die Anfahr-Radien, damit ein Bus möglichst nah an die Straßenkante heranfahren kann, griffige Bodenbeläge und gut lesbare Fahrpläne oder gar Geräte, die Sehbehinderten den Fahrplan vorlesen können. Im Landkreis Erding gebe es 450 MVV-Haltestellen plus etliche Schulbushaltestellen. Bei der Umrüstung all dieser Punkte könnten so schon Gesamtkosten von 20 Millionen Euro entstehen, erklärte der Fachmann in der Behörde.

„Wir werden hier zu einer Mischung kommen müssen“, sagte dazu Landrat Martin Bayerstofer (CSU). Stärker frequentierte Haltestellen müssten zuerst barrierefrei gestaltet werden. „Wir sollten uns nicht über das Ob unterhalten, sondern über das Wie“, bekräftigte Franz Hofstetter (CSU), Bürgermeister von Taufkirchen und BRK-Kreisvorsitzender. Jakob Schwimmer (CSU) forderte: „Die Gemeinden müssen in das Programm eingebunden werden.“

Mit dem Beschluss zur Aktualisierung des Nahverkehrsplans wurde auch ein CSU-Antrag einstimmig verabschiedet. Die Fraktion hatte beantragt, einen externen Gutachter mit der Untersuchung des ÖPNV-Netzes auf die Auslastung der Linien zu beauftragen. Das sei bei freiwilligen Leistungen von bis zu 2,5 Millionen Euro in diesem Bereich mehr als angebracht. Auch die Einführung alternativer Antriebsmöglichkeiten soll überprüft werden.

In diesem Zusammenhang wies Manfred Ranft (FW) auch auf die Schülerbeförderung hin. „Wir transportieren Schüler größtenteils stehend auf der Landstraße, wo sie in Reisebussen angeschnallt sein müssten“, erklärte er. Das müsse überprüft werden.

In den Plan wird auch ein Konzept für den südlichen Landkreis integriert, dessen Erstellung der Ausschuss bereits beschlossen hat. Dabei geht es um die Anbindung von Buch, Forstern, Pastetten und Wörth.

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