Reinigungsbranche 

Mindestlohn für Putzkräfte: „Eigentlich ein Beschiss“

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800 Reinigungskräfte im Landkreis Erding bekommen seit Anfang März mehr Geld, das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mit: 10,30 Euro pro Stunde statt 10 Euro. Allerdings gebe es immer noch schwarze Schafe in der Reinigungsbranche, sagt ein Chef einer Reinigungsfirma aus dem Landkreis, der anonym bleiben möchte.

Erding – Putzkräfte seien zum Teil einem großen Druck ausgesetzt – und putzen, ohne dafür bezahlt zu werden. Schuld daran sei die Taktung: „Das ist eigentlich ein Beschiss, um den Mindestlohn zu umgehen“, sagt er.

Ein Beispiel: Die Reinigungskraft muss eine Etage innerhalb von eineinhalb Stunden putzen, so die Vorgaben des Chefs – eigentlich braucht die Putzkraft dafür aber zwei Stunden. „Bei den Stunden darf sie aber nur eine Stunde aufschreiben, die andere arbeitet sie umsonst.“ Vor allem ausländische Kräfte, die zum Großteil in dieser Branche arbeiten, ließen sich auf diese Deals ein, sagt der Reinigungsfirma-Chef.

Die eigentlich Verantwortlichen seien aber die Menschen, die Aufträge an Putzfirmen vergeben: Wer sich für eine billigere Firma entscheide, unterstütze meist auch das Lohndumping. 

Rubriklistenbild: © IG Bau

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