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Eine Baustelle ist die Landwirtschaftsschule Erding nicht nur äußerlich. Auch beim Betrieb ist nicht alles im Lot. Für das kommende Semester haben sich nur sechs Studierende angemeldet. Schließen muss sie aber nicht.

Garantie für Erding, Gnadenfrist für Töging

Ministerin: Landwirtschaftsschule bleibt in Erding

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Die Landwirtschaftsschule in Erding genießt Bestandsschutz und ist vorerst nicht von der Schließung bedroht. Diese Garantie hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Treffen mit politischen Vertretern aus der Region am Montagabend in München abgegeben. Damit erneuerte die CSU-Politikerin ihre Zusage, die sie bereits eine Woche zuvor gegeben hatte.

Erding – Dass in den Tagen dazwischen die Auflösung doch wieder ins Gespräch gekommen ist, lag an einem Rechenfehler im Ministerium bezüglich der Landwirtschaftsschule in Töging am Inn. Die wollte Kaniber im Zuge der Agrarschulreform dichtmachen, weil sie in den vergangenen 20 Jahren zu wenig Anmeldungen hatte vorweisen können. Das Problem: Diese Einrichtung gibt es erst seit 15 Jahren. Im Kreis Altötting war der Protest deswegen laut, die Standorte Töging und Erding drohten gegeneinander ausgespielt zu werden. Daraufhin versammelten sich am Freitag Vertreter der Kreistage, des Land- und des Bundestages aus den Landkreisen Erding, Freising, Ebersberg und München vor der Erdinger Schule, um ein Zeichen in Richtung München zu setzen (wir berichteten).

Das ist bei Kaniber angekommen. Sie ist bereit, Töging vorerst aufrecht zu erhalten, sofern dort genügend Anmeldungen für das im Herbst beginnende Seminar zusammenkommen. 16 sind die Untergrenze. Selbst dann wäre es aber ein Tod auf Raten. „Gemeinsam wurde entschieden, dass der Standort Töging im Herbst 2020 letztmalig ein erstes Semester eröffnet und nach drei Jahren mit Abschluss des dritten Semesters im Frühjahr 2022 schließt“, so das Ministerium. Voraussetzung ist aber, dass die Schule die notwendige Mindestzahl von 16 Studierenden bis Mitte September vorweisen kann.

Für Erding zählt Kanibers Botschaft, dass „Erding ein starker Zukunftsstandort“ sei. Faktoren dafür sind die regionale Verteilung der Schulen, die Betriebszahlen im künftig größten Landwirtschaftsamt Bayerns – 5000 Höfe in der Region, 2000 im Erdinger Land –, die zentrale, verkehrsmäßig gute Lage sowie die Zusage des Landkreises, Studentenwohnheim-Plätze zu stellen.

Die Lage sieht allerdings auch in Erding nicht rosig aus. Wegen zu geringer Schülerzahlen war schon vor einem Jahr eine Sondererlaubnis der Ministerin für das neue Semester nötig. Und heuer liegen lediglich sechs Einschreibungen vor – das Erstsemester ist gestrichen.

Dennoch ist die Erleichterung in Erding groß. Landrat Martin Bayerstorfer sagte: „Die Perspektive für unsere landwirtschaftlichen Betriebe hängt auch davon ab, dass sie eine entsprechend gute landwirtschaftliche Fachbildung bekommen.“ Ihn stimme das Ergebnis „zufrieden“. Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf meinte: „Auch für die Landwirtschaft gilt: Bildung ist die beste Voraussetzung für eine gute Zukunft. Unsere Landwirtschaftsschule leistet hier hervorragende Arbeit.“ Die Landwirtschaft müsse in die Mitte der Gesellschaft rücken. ham

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