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Jede Menge Wasserlachen und damit ideale Lebens- sowie Bruträume für die Tigermücke sind nach wie vor auf dem Friedhof an der Itzlinger Straße zu finden - ob in den Untersetzern von Blumentöpfen oder in leeren Teelichthaltern. 

Asiatische Tigermücke in Erding 

Mit der chemischen Keule über den Friedhof

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Die Asiatische Tigermücke hat sich bereits vor über einem Jahr in Erding angesiedelt. Weil es mit Hilfe der Witterung nicht gelungen ist, den Krankheitsüberträger auszurotten, greifen die Behörden zur Chemie.

Von Hans Moritz

Erding– Die Tigermücke, auch Tigermoskito genannt, stammt aus den Tropen Süd- und Südostasiens. Sie gilt als Überträger für den Menschen lebensgefährlicher Viren wie des Zika- oder des Dengue-Erregers. Durch den internationalen Waren- und Reiseverkehr sowie die Klimaerwärmung breitete sich die Stechmücke weltweit aus. Um 1990 erreichte sie Europa.

Ende November vergangenen Jahres ließ eine Warnung des Erdinger Rathauses die Bevölkerung aufschrecken: Die Tigermücke wurde in der Kreisstadt nachgewiesen – auf dem städtischen Friedhof an der Itzlinger Straße. Besitzer und Pfleger von Gräbern wurden aufgefordert, etwa Wasserbehältnisse zu leeren und auf den Kopf zu stellen, um den Stechmücken den Lebens- und Brutraum zu entziehen. Nun wurde bekannt: Das Problem ist schon älter. Doch die Bevölkerung erfuhr erst ein Jahr später davon.

In der Jahrespressekonferenz berichtete Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), dass eine Population bereits im Herbst 2016 auf dem Friedhof entdeckt worden sei – per Zufall. Allerdings liege bis dato keinerlei Gesundheitsgefährdung vor. Infektionsfälle seien keine bekannt. Das Zika-Virus etwa stellt eine große Gefahr für Föten im Mutterleib dar. Ein Experte sagte den Behörden damals voraus, es bestehe kein Anlass zur Sorge. Der nahende Winter werde die Tigermücke ausrotten, und zwar ohne menschliches Zutun.

Doch auch Experten sind nur Menschen, und die können bekanntlich irren. So auch hier. Denn die Tigermücke überlebte den Winter 2016, der im Gegensatz zum aktuellen gar nicht mal so milde war.

Veterinäre hoffen auf Minusgrade

Im Frühjahr 2017, so der Landrat weiter, seien nach wie vor Tigermücken an der Itzlinger Straße nachgewiesen worden. Diese Population könnte nun sogar Wissenschaftsgeschichte schreiben, handelt es sich laut Behörden doch um die erste bayernweit, deren Überwintern dokumentiert ist.

Doch auf diesen Ruhm verzichtet man in Rathaus und Kreisverwaltung nur zu gerne. Seit September 2017 werden die Erdinger Tigermücken intensiv überwacht – um ihnen möglichst rasch den Garaus zu machen. Dazu gehört das buchstäbliche Austrocknen der Brutstätten. Das erfolgt seit Anfang Dezember. Ein Besuch auf dem Friedhof dieser Tage jedoch zeigt: Stehendes Wasser sammelt sich dort in zahlreichen Gefäßen – umgedrehte Behältnisse sind kaum zu finden.

Die Veterinäre hoffen nun auf knackige Minusgrade, um die überlebensfähigen Eier des Insekts beseitigen zu können. Doch von hartem Winter ist derzeit nichts zu spüren, eine deutliche Abkühlung ist nicht in Sicht.

Die Behörden feilen deswegen bereits an Plan B. Im Frühjahr soll die chemische Keule geschwungen werden, kündigt Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer an. In größere Wasserbehältnisse wie Regentonnen werde dann ein spezielles Pestizid gespritzt. Zusätzlich sei geplant, zwischen April und Oktober eine Ansaug- und drei Passivfallen aufzustellen. „Im Herbst wissen wir dann, ob zur Bekämpfung dieses Gesundheitsschädlings weitergehende Maßnahmen ergriffen werden müssen“, so Fiebrandt-Kirmeyer.

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