Timo Schima, Tobias Culon und Franziska Reisenschneider stehen auf dem Strand von Westerland.
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Ziel erreicht: Am Strand von Westerland posieren (v. l.) Timo Schima, Tobias Culon und Franziska Reisenschneider bei strahlendem Sonnenschein.

1049 Kilometer auf dem Mountainbike

Mit dem Rad von Erding nach Sylt:Trio fährt zehn Tage durch Deutschland

Drei Erdinger sind in den Urlaub nach Sylt gefahren. Das Kuriose daran: Sie radelten zehn Tage quer durch Deutschland.

Erding – Fliegen ist immer mit einigen Prozeduren und teils nervigem Warten verbunden. In der Corona-Krise kommen auch noch weitere Verhaltensregeln dazu. „Also radln wir in den Urlaub“, dachten sich die drei Erdinger Timo Schima, Franziska Reisenschneider und Tobias Culon. Vom Schrannenplatz aus fuhren sie mit den Mountainbikes bis zur Nordsee nach Sylt.

Überlegungen zu einem Radlurlaub quer durch ganz Deutschland gab es zwar schon vor dem Pandemie-Ausbruch, „aber Corona hat nochmal dazu gewirkt, und die Pläne haben sich dann konkretisiert“, erklärt Schima.

Der 26-Jährige war im August 2016 bereits mit dem Mountainbike in Venedig. Das Besondere an dieser Urlaubsform: „Man sieht so viele Städte und kleine Ortschaften auf dem Weg, die man sonst gar nicht zu Gesicht bekommt.“ So konnte Schima auch seine Freunde Culon und Reisenschneider überzeugen, nach Sylt mitzukommen. Mit dem Radl ließe sich Deutschland am besten erkunden. Um nicht gleich im kalten Wasser zu landen, bereitete sich das Trio im Erdinger Land intensiv über mehrere Monate auf den Ausflug vor.

Start am Schrannenplatz (v. l.): Culon, Schima und Reisenschneider sind bereit für die 1000-Kilometer-Strecke nach Sylt.

Am 1. August brachen sie auf, gleich nach einem letzten Foto auf dem Schrannenplatz. Auf den Fernradlwegen ging es nach Norden Richtung Donau, von dort aus nach Kelheim. Entlang des Main-Donau-Kanals ging es dann nach Nürnberg, Erlangen und Bamberg und schließlich raus aus Bayern nach Thüringen.

„Wir haben uns immer am Vortag ein Hotel gesucht, etwa in 120 Kilometer Entfernung. Morgens um 8 Uhr sind wir dann losgefahren und waren meist gegen 17 Uhr im Hotel“, erklärt Schima ihre Routenplanung.

Netto radelte das Trio täglich rund sechs Stunden. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit: 19 bis 21 Kilometer pro Stunde. Schima erklärt ihr zügiges Tempo so: „Es gibt kaum Höhen im Norden. Man fährt die allermeiste Zeit auf Ebenen ohne Hügeln. Nach Venedig ist es wesentlich hügeliger, da kommt man täglich viel weniger voran, weil man sehr oft bergauf fahren muss.“

Einfach ist die ebene Sylt-Strecke aber trotzdem nicht. Es sind immerhin ein bisschen über 1000 Kilometer. „Hier hat man eine Dauerbelastung“, erzählt Schima weiter. Ein besser oder schlechter gebe es im Venedig-Sylt-Vergleich aber nicht. „Es ist komplett anders, aber genauso schön.“ Schwieriger wurde die Sylt-Strecke auch, als die Erdinger zwei Regentage hatten. Da seien sie zwar auch gefahren, aber langsamer. Ausgesetzt haben sie nur, wenn der Regen zwischenzeitlich besonders stark wurde.

Sehr gefallen haben dem Trio auf dem Weg die Fachwerkhäuser in der Thüringer Region. „Wenn man durch unzählige Ortschaften fährt und alle Häuser so ausschauen, ist das schon beeindruckend.“ Wunderschön seien auch die Lüneburger Heide in Niedersachsen. „Das ist ganz anders als bei uns. In Bayern sieht man so etwas ja gar nicht“, meint Schima.

Nach zehn Tagen auf Straßen und Wegen kamen Schima, Reisenschneider und Culon schließlich auf Sylt an. In Westerland genießen Reisenschneider und Culon jetzt das Meer. Schima musste bereits nach zwei Tagen mit dem Zug zurück zu seinen Verpflichtungen. Die anderen beiden fahren am Sonntag zurück, natürlich auch mit dem Zug. Denn 1049 Kilometer auf dem Radl sind wohl genug für einen Urlaub.

Mayls Majurani

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