Online-Schalte: Die JU sprach mit MVV-Chef Bernd Rosenbusch (oben links). Dabei waren unter anderem Philipp Trepte (Ebersberg, oben rechts), Daniel Gottal (Erding) und Diskussionsleiterin Nicola Gehringer.
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Online-Schalte: Die JU sprach mit MVV-Chef Bernd Rosenbusch (oben links). Dabei waren unter anderem Philipp Trepte (Ebersberg, oben rechts), Daniel Gottal (Erding) und Diskussionsleiterin Nicola Gehringer.

Bernd Rosenbusch kritisiert, dass Bus und Bahn hinten dran seien

Online-Talk mit dem MVV-Chef: „Mit jeder Ortsumgehung wird’s mehr Verkehr“

Geht man nach einer Online-Veranstaltung der Jungen Union, ist unser Landkreis geradezu privilegiert beim Ausbau des Schienennetzes. Zum Gespräch baten die jungen CSUler den Chef des Münchner Verkehrsverbunds (MVV), Bernd Rosenbusch. Er übte viel Kritik.

Erding - Die Erdinger hatten zusammen mit den Kreisverbänden Ebersberg und München-Land zum Online-Talk über die „Zukunft des MVV“ eingeladen.Laut Rosenbusch passiere im ganzen Großraum München sonst nichts. Ihm geht das regelrecht auf die Nerven. Er will einfach mehr Schienen verlegen.

Regelrecht dunkelgrün wurde der Vertreter des öffentlichen Personenverkehrs beim Spritpreis. „Jeder Liter Benzin wird mit zwei Euro subventioniert.“ So hoch seien nämlich die realen Kosten des Individualverkehrs. Ein geradezu urgrünes Thema, aber: „Auch die Grünen werden nicht rausgehen und sagen, dass der Sprit 3,50 Euro kosten muss“, so der MVV-Vertreter wohlwissend, dass so mancher Grüner sich mit Forderungen dieser Art schon eine blutige Nase geholt hat.

42 Maßnahmen rund um München seien „in der Überlegung“. Bei diesem Punkt hakte Diskussionsleiterin Nicola Gehringer ein und beklagte wie schon einmal Oberdings Bürgermeister Bernhard Mücke die sehr langen Verfahrensdauern. Rosenbusch konnte hier nur die Schultern hochziehen: „Wir sehen es ja am Erdinger Ringschluss: Das dauert dann mal locker sieben, acht Jahre.“ Den Ausbau der Mühldorfer Bahnlinie streifte Rosenbusch nur, aber er erwähnte ihn immerhin genau wie die Walperskirchener Spange.

Mehrfach beonte er: „Das A und O ist der Infrastrukturausbau. Wir leben heute noch von den Taten zur Olympiade 1972.“ Eine Bahnlinie wurde nicht genannt, und auch die Erdinger Vertreter fragten nicht danach: Die S-Bahn nach Erding ist auch noch eingleisig. Wohl aber gab es aus München eine Anregung, wie der Takt auf der bestehenden Gleis-Infrastruktur verdichtet werden kann: Wenn die Züge autonom fahren, könnten die Abstände zwischen den Zügen deutlich verkleinert werden.

„Das überlegen wir, das haben wir auf dem Schirm“, bestätigte Rosenbusch, der angesichts der Verfahrensdauern für Schienennetze auf den Bus setzt und hier forderte: „Wir brauchen mehr Qualität im Bus. Dazu gehören Handy-Ladesteckdosen, Wlan und der ganze Pi Pa Po.“ Eine klare Ansage an die Busunternehmen im Kreis, die für den MVV unterwegs sind. Erste so ausgestattete Busse sind schon unterwegs, zeigte Rosenbusch auf.

Die Jungunionisten sprachen von „vielen Baustellen“, die man angehen müsse. Das Geschenk für ihren Gesprächspartner wird Rosenbusch übrigens in diesen Tagen zugestellt. Kontaktlos, versteht sich.

Klaus Kuhn

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