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Gerd Gaumer war Lehrer und USA-Fan.

Englisch-Lehrer der Mittelschule Altenerding verstorben

Trauer um Pädagogen: „Goodbye Mister G.“

Der Englisch-Lehrer Gerhard Gaumer hat unzählige Erdinger Schüler unterrichtet. Nun ist der engagierte Pädagoge im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben.

ErdingDer Englisch-Lehrer Gerhard Gaumer hat unzählige Erdinger Schüler unterrichtet. Nun ist der engagierte Pädagoge im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. „Er lebte seinen Job und konnte Kinder für seine Sprache begeistern“, kommentierte ein ehemaliger Schüler in den sozialen Medien, wo die Meldung von Gaumers Tod auf große Bestürzung stieß.

40 Jahre gehörte Gerd Gaumer dem Kollegium der Volksschule in Klettham, später der Haupt- und Mittelschule Altenerding an. Hier nutzte der Lehrer, den seine Schüler gerne mit „Hello Mister G“ begrüßten, oft unkonventionelle Methoden zur Vermittlung seiner Lehrinhalte.

In Rosenheim geboren, verbrachte Gaumer die Jahre bis zum Schulbesuch in den USA, der Heimat seines Vaters. Diese Zeit prägte ihn ein Leben lang und begründete eine starke Verbundenheit zu Amerika, seiner Sprache und dem Lifestyle.

Schulbesuch, die Lehrerausbildung und sein Studium der Politikwissenschaft absolvierte Gaumer in Bayern. Den Militärdienst leistete er bei der US Army und der Bundeswehr ab. Auch neben seiner Tätigkeit als Lehrer setzte der Diplom-Politologe seine Sprachkenntnisse als Dolmetscher und Verbindungsoffizier für die US Army bei deren Standortauflösungen in Deutschland ein.

Gattin Monika Gantner, die 36 gemeinsame Jahre, davon 18 Jahre als Ehefrau mit ihrem Gerd verbracht hat, blickt auf zahlreiche Reisen durch die USA zurück. „Besonders liebte er die Hardware-Stores mit Ausrüstung und Kleidung für Farmer. Da hat er sich immer mit Kleidung eingedeckt“, berichtet sie. Und so kannte jeder in Erding den begeisterten USA-Fan, der bei Wind und Wetter mit kariertem Hemd und US-Mütze durch Erding radelte.

Gaumer nahm starken Anteil am politischen Geschehen, genoss die intensive Lektüre der Erdinger Tageszeitungen und war vielseitig interessiert. So saß er von 1984 bis 1990 für die SPD im Erdinger Stadtrat, war engagiert beim Bund Naturschutz und in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Im Vorstand des Kreisjugendrings Erding war er einer der Mitbegründer der Jugendzentren Plomp und Picnic. Auch in der Altenerdinger Volksspielgruppe war Gaumer aktiv, wo er besonders in seiner Paraderolle als amerikanischer Offizier Captain Sommer in dem Stück „Halbseidene Jahre“ glänzte.

Vermisst wird der sportliche Pädagoge auch an seinem seit 40 Jahren bestehenden Volleyballer-Stammtisch, dessen wöchentliche Treffen beim Erdinger Weißbräu er nur in Notfällen versäumte. Auch in Zeiten des Internets blieb Gerd Gaumer in stetem Briefkontakt mit US-Freunden, die ihn gern in Bayern besuchten. Im Kreise von Familie und Freunden hieß es nun für immer „Goodbye Mister G.“.

Gerda Gebel

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