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Die besten Absolventen der Mittelschule Erding (v. l.): Jonas Grabrucker (1,9), Alina Götz (1,7), Amila Alicic (1,8) , Naobi Szabó (1,8), Rektor Stephan Treffler, Alexandra Meier (2,0) und Konrektorin Sonja Wachtler. 

Appell des Rektors 

Mittelschule Erding: Absolventen können die Geschichte prägen

„Die Welt wartet auf euch.“ Das rief Rektor Stephan Treffler den Absolventen der Mittelschule Erding am Lodererplatz zu. Vier von ihnen haben eine Eins vor dem Komma. 

VON MICHAELE HESKE

Erding– Leger ging es bei der Abschlussfeier der Mittelschule Erding am Lodererplatz zu. Die Absolventen erhielten ihre Zeugnisse in der Sporthalle. Dort machten sie es sich auf dem Hallenboden bequem, Stühle waren keine aufgestellt. Gelbe Post-its auf dem Boden markierten die Stellen, wo sich die Schüler hinsetzen durften.

Normalerweise war die Entlassfeier in der Stadthalle geplant gewesen, doch Corona machte dies unmöglich. Also gab es heuer keine Ballkleider und Anzüge, auch die Eltern konnten nicht an der Verabschiedung teilnehmen. Dafür gab es eine motivierende Abschiedsrede von Rektor Stephan Treffler.

Im Leben werden noch andere, schwierige Aufgaben auf die Absolventen zukommen, sagte er. Corona sei ein Vorgeschmack gewesen, dass nicht immer alles nach Plan laufe. Dennoch hätten die Entlassschüler diese Herausforderung mit Bravour gemeistert: „Ihr habt ein großes Ziel erreicht“, sagte Treffler zu den Schülern, die nun ihren Qualifizierenden Hauptschulabschluss oder den Mittleren Schulabschluss in der Tasche haben. „Lasst euch nicht von eurem Weg abbringen. Die Welt wartet auf euch.“

Egal, ob aus ökologischer, politischer oder gesellschaftlicher Sicht: Man könne derzeit durchaus ein düsteres Bild der Welt zeichnen, sagte Treffler, fragte aber gleichzeitig: „Wer, wenn nicht ihr, könnt die Geschichte prägen, im Großen wie im Kleinen?“ Es gehe schließlich darum, sich für Klima, Natur, die Freiheit und vor allem die Schwachen einzusetzen. Das Rüstzeug hätten die Absolventen nun in der Hand.

Fast alle Absolventen haben einen Ausbildungsplatz gefunden oder sie werden auf eine weiterführende Schule gehen. Auch in den Praxisklassen waren die Lehrer sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Hier werden Schüler unterrichtet, die Lern- und Leistungsrückstände haben. Dank vieler Praktika konnten sie ihr Können unter Beweis stellen, und dank der Lehrer und Sozialpädagogen schafften sie es auch heuer, adäquate Ausbildungsplätze zu finden.

Trotz aller Schwierigkeiten, die die Corona-Krise mit sich brachte, verliefen das Homeschooling und der anschließende Neustart nach Aufhebung des Lockdowns fast wie am Schnürchen – zumindest aus Sicht der Pädagogen. „Für mich war das Homeschooling sehr schwer. Mir fehlte der Unterricht, die Lehrer“, sagt Amila Alicic. Trotzdem hat die junge Bosnierin, die erst seit zwei Jahren in Erding lebt, den M-Zug an der Mittelschule mit einem Notenschnitt von 1,8 abgeschlossen. Jetzt will sie auf die Fachoberschule wechseln.

Auch Jonas Grabrucker empfand die Schule via Internet als große Herausforderung. Dennoch hatten diese Wochen vor den Abschlussprüfungen keine Auswirkungen auf seine Leistung. Mit einem Schnitt von 1,4 gehört er heuer zu den besten Absolventen: „Ich werde eine Schreinerlehre machen“, sagt der junge Erdinger.

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