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Herrliche Tage genoss Mona Mayer in Schweden. Dann aber stoppte sie eine Verletzung im Halbfinale des 400-Meter-Laufes. Wie sie sich dabei gefühlt hat, erzählte die Hörlkofenerin (r.) unseren Praktikantinnen Emma Geier und Anna Nußrainer (v. L.) mit denen sie nächstes Jahr überigens gemeinsam Abitur schreibt.

Interview über ihr Verletzungspech bei der Leichtathletik-EM

Mona Mayer: Super Start, schmerzhafter Schluss

Bei der U20-EM in Schweden verletzte sich die Hörlkofenerin Mona Mayer im Halbfinale. Im Interview spricht sie über den Sport und ihre schulische Zukunft.

HörlkofenDie U 20-Europameisterschaft in Boras/Schweden sollten der nächste Höhepunkt in der noch jungen Karriere von Mona Mayer werden. Doch eine Verletzung stoppte die 17-jährige Hörlkofenerin bereits im Halbfinale über 400 Meter. Wie es ihr dabei ging und was sie sonst noch erlebt hat, erzählte die Leichtathletin unseren beiden Praktikantinnen Emma Geier und Anna Nußrainer. Die drei kennen sich übrigens bestens, gehen sie doch gemeinsam in die Q 11 des Anne-Frank-Gymnasiums in Erding.

Mona, wie lange bist du schon in der Leichtathletik aktiv und wie bist du dazu gekommen?

Aufgrund der Leichtathletik-Vergangenheit meiner Mutter und vieler Erzählungen in meinem Umfeld habe ich vor zirka sechs Jahren selber begonnen. Mein erster Verein war der TSV Erding. Dort lagen die Trainingsschwerpunkte eher im Bereich Mehrkampf und Wurf. Da ich allerdings über die Strecken 80 bis 800 Meter sehr gut war, wurde sehr schnell klar, dass meine Talente im Sprint und im Lauf lagen. Deshalb bin ich mit meinem Coach – meiner Mutter Ruth Mayer – und ein paar Freundinnen 2016 zur LG Sempt und nach meinem ersten deutschen Meistertitel über 300 Meter 2017 zum MTV 1881 Ingolstadt gewechselt.

Und Ingolstadt ist auf Sprint spezialisiert?

In Ingolstadt gab es zu der Zeit mit Alica Schmidt eine gute 400-Meter-Läuferin und bereits den Kontakt zu Reinhard Köchl, der mich neben meiner Mutter auch heute noch trainiert. Von daher war der Wechsel eine logische Folge. Ein weiterer Grund war die Aussicht, in einer guten 4x400-Meter-Staffel zu laufen. 2017 wurden wir auch Deutscher U 20-Vizemeister mit der Staffel. Diesen Titel haben wir in diesem Jahr wiederholt.

Hast du von Anfang an gewusst, dass du Spitzensport betreiben willst? Oder war’s nur ein Hobby?

Gestartet habe ich damit auf oberbayerischer Ebene, und das durchaus erfolgreich. In der U 16 habe ich durch meine Platzierungen auf den bayerischen Meisterschaften und meinem ersten deutschen Schülermeistertitel über 300 Meter in einer sehr guten Zeit gemerkt, dass es sich lohnt, in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Mit solchen Ergebnissen kann sich das Hobby „Leichtathletik“ ganz schnell zum Leistungssport entwickeln.

Du warst jetzt in Schweden bei der EM. Wie waren dort deine Abläufe und Gefühle? Warst du nervöser als sonst?

Ich habe im vergangenen Jahr erfolgreich mit einem siebten Platz über 400 Meter an den U 18-Europameisterschaften in Ungarn teilgenommen. Von daher waren mir viele Abläufe bei solchen Titelkämpfen schon bekannt. Ich habe mich allerdings sehr darüber gefreut, überhaupt dabei sein zu können, da zwei Wochen vorher meine Teilnahme aufgrund einer Verletzung auf der Kippe stand. In meinen Vorlauf bin ich mit großer Vorfreude reingegangen. Ich habe mich gut gefühlt und mein Ziel war, über eine gute Platzierung das Halbfinale zu erreichen. Aufgeregt war ich gar nicht.

Ist es nicht ein anderes Gefühl, bei einer EM anstatt bei einem normalen Wettkampf teilzunehmen?

Klar, im Vorfeld kommt das große Paket mit der Nationalkleidung. Bereits am Flughafen in Frankfurt ist die Mannschaft mit 100 Sportlern fast komplett in der Nationalkleidung gut sichtbar. Da entsteht ein tolles Gemeinschaftsfeeling. Interessant und klasse finde ich außerdem, neue und andere Sportler aus Deutschland, aber auch aus anderen Ländern kennenzulernen. Der gesamte Wettkampf ist viel größer und komplexer organisiert.

Kannst du das uns Laien genauer erklären?

Vor den Läufen geht es erst in einen so genannten Callroom mit den anderen Läuferinnen aus deinem Lauf. Kurz vor dem Lauf wurden wir ins Stadion geführt. Auf dem Zeitplan steht für jeden einzelnen Lauf eine eigene Zeit sowie die Zeiten, zu denen ich im Callroom sein musste. Somit ist das Aufwärmen bereits anders organisiert als bei einem normalen Wettkampf.

Und dann hast du dich leider verletzt. Wie ist das so abgelaufen und wie hast du dich dabei gefühlt?

Es war extrem enttäuschend. Wie gesagt, ich hatte zwei Wochen davor nach meiner Nominierung am ersten Tag in Mannheim für den Einzelstart als schnellste Deutsche die Teilnahme sicher in der Tasche. Am zweiten Tag sind wir die Nationalstaffel 4 x 400 Meter zur Probe gelaufen. Leider habe ich dabei einen Muskelfaserriss erlitten.

Das ist ganz schön bitter.

Mithilfe einer speziellen Behandlungsmethode habe ich dann aber zwölf Tage später einen vom DLV angesetzten Leistungstest über 300 Meter erfolgreich absolviert. Ich war sehr zuversichtlich, dass ich auf der EM erfolgreich starten kann.

Und da lief es ja anfangs ganz gut, oder?

Mein Vorlauf war mit 54,32 Sekunden ein eigentlich fast perfekter Lauf und komplett schmerzfrei. Nachdem ich alle Zeiten gesehen habe und dann im Halbfinale auf einer sehr guten Bahn gesetzt wurde, hatte ich die große Hoffnung, ins Finale laufen zu können. Das wäre für mich ein toller Erfolg gewesen. Leider bemerkte ich dann kurz vor dem Gang in den Callroom beim letzten Vorbereitungssprint meinen Oberschenkel.

Hat er wieder geschmerzt?

Ja. Die Frage in so einem Moment ist: Was tun? Ich habe mich dann entschieden, es auf jeden Fall zu probieren. Auf den ersten 200 Metern konnte ich mich zwar noch in eine gute Position laufen. Leider wurden die Schmerzen irgendwann unerträglich. Ich bin dann stehen geblieben und hätte in diesem Moment einfach nur heulen können. Sofort wurde ich von den Kampfrichtern zu den DLV-Ärzten geführt. Hier begann die wichtige Erstbehandlung.

Was war die erste Diagnose der Ärzte?

Es stellte sich ja die Frage, ob die Schmerzen vom gereizten Nerv verursacht sind oder erneut ein Muskelfaserriss entstanden ist. Zum Glück stellte sich heraus, dass es die Flüssigkeit um diesen gereizten Nerv war, die auf den Nerv drückte. Für mich war es dennoch enttäuschend, aber absolut nachvollziehbar, dass ich dann in der Staffel nicht mehr eingesetzt werden konnte.

Wie ging es dann nach der Verletzung weiter?

Ich bin für die verbleibenden Tage natürlich in Schweden geblieben. Es fanden ja weitere Wettkämpfe und Finals statt. Ich habe mein Team unterstützt und angefeuert oder andere Wettkämpfe von der Tribüne aus verfolgt.

Was sind deine Ziele für die Zukunft?

Jetzt ist erst einmal Regeneration und das Ausheilen meiner Verletzung angesagt. Somit fiel mein Einsatz bei den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Ulm leider aus. Dafür möchte ich mich im nächsten Jahr auf jeden Fall revanchieren. Zudem finden nächstes Jahr die U 20-Weltmeisterschaften in Kenia statt. Mein Ziel ist es, mich hierfür wieder zu qualifizieren und es natürlich besser zu machen als in diesem Jahr bei der EM.

Und wir haben ja gemeinsam auch noch was vor.

Ja genau, wir schreiben nächstes Jahr unser Abitur.

Hast du nach dem Abi schon schulische oder berufliche Pläne?

Ich plane ein soziales Jahr, indem ich mich einerseits auf den Sport konzentrieren möchte und andererseits auch durch verschiedene Praktika meine Studienausrichtung herausfiltern will.

Das Gespräch führten Emma Geier und Anna Nußrainer.

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