Die Gruberin in ihrem Element, dieses Mal nicht live auf der Bühne, sondern online: „Hoffnung – die Lage ist besäufniserregend“ lautet der Titel ihres neuen Programms, mit dem sie am Wochenende im Wohnzimmer ihrer Fans zu Gast war. 
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Die Gruberin in ihrem Element, dieses Mal nicht live auf der Bühne, sondern online: „Hoffnung – die Lage ist besäufniserregend“ lautet der Titel von Monika Grubers neuem Programm, mit dem sie am Wochenende im Wohnzimmer ihrer Fans zu Gast war. 

Die Gruberin – Allein zu Haus

Einmaliger Corona-Auftritt: Monika Gruber stellt Programm online vor - „Lage ist besäufniserregend“

  • vonAlexandra Anderka
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Trotz Corona-Krise hat Kabarettistin Monika Gruber am Wochenende ihr neues Programm vorgestellt - allerdings online - per Videostream. Tausende Fans ergatterten sich ein Ticket.

Erding - Es ist ein einmaliger Auftritt: Online präsentiert Monika Gruber ihr Programm „Hoffnung - die Lage ist besäufniserregend“. Daheim lassen sich tausende Fans so von ihr unterhalten.

Erding: Monika Gruber stellt online einstündiges Kabarett vor - per Streaming abrufbar

Einen „intimen Abend“ stellt Monika Gruber ihren Zuschauern in Aussicht, mit denen sie zwar spricht, die sie aber nicht sehen kann. Glücklich mache sie das nicht, live mit Publikum bevorzuge sie. Online komme ihr vor wie „Sex ohne Anfassen“. Die aktuelle Show findet im Internet ohne Gäste statt, nur mit Roland Hefter und Band.

39 Stunden lang war das einstündige Kabarett mit dem Titel „Hoffnung – die Lage ist besäufniserregend“ am Wochenende via Streaming abrufbar; für alle, die ein Ticket gekauft hatten – und das waren etliche tausend Fans. Die Comedy-Queen hatte sich für dieses Format entschieden, um ihrem Team nach einem Jahr ohne Live-Auftritte wieder Arbeit zu ermöglichen.

Auch mit der Kabarettistin habe die Pandemie einiges gemacht: So findet sie sich eines Morgens – „vor lauter Entspannung“ – ohne Hose in der Schlange beim Bäcker Kreitmaier wieder, was den Fisch-Beppo sehr amüsiert. Die viele freie Zeit nutzt „Tante Moni“, um mit ihren Nichten und Neffen einen Ausflug zum Fastfood-Drive-In zu machen.

Neues Programm von Monika Gruber: Kritik an Corona-Maßnahmen - „Mensch ist ein soziales Wesen“

„Meine Bestellung hab ich in einen abgesägten Straßenmasten mit Mikrofon geschrien“, beschwert sie sich, „und dann auch noch 100 Euro bezahlt“. Sie spielt die Szene so witzig vor, dass man sich mit ihr im Auto wähnt. Da koche sie lieber zuhause à la Schuhbeck oder nach Tipps von Mama. „Wie Schuppen aus den Haaren“ fällt es ihr, als sie beinahe ein Rezept aus einem veganen Kochbuch ausprobieren will. Da wird ihr klar: Es muss sich was ändern.

„Was ist denn jetzt Corona?“ fragt die 49-Jährige, die sich dieses Mal für ihre Verhältnisse ziemlich politisch gibt. „Weil man nach einem Jahr immer noch nichts weiß, sperrt man die Leute einfach ein?“, so die Erdingerin. Das sei ja so, wie wenn man Selbstmord aus Angst vor dem Tod begehen würde.

Monika Gruber hält mit Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung nicht hinterm Berg, denn: „Der Mensch ist ein soziales Wesen. Ich will selbst entscheiden, wen ich wann wie lange treffe. Das steht jedem zu!“

Erding: Monika Gruber mit speziellem Corona-Programm - „Hoffnung - die Lage ist besäufniserregend“

Die Inzidenzzahlen erscheinen ihr willkürlich. Karl Lauterbach, der vor der Pandemie im Auftrag der Regierung geraten habe, kleine Krankenhäuser zu schließen, als Gesundheitsexperten einzusetzen, sei so, wie Harvey Weinstein zum Frauenbeauftragten zu ernennen. Solche Vergleiche sitzen und hätten in der Stadthalle für Applaus gesorgt – der wichtigste Lohn aller Künstler, auf den Monika Gruber bei dieser Show verzichten muss. Doch ein Profi wie sie weiß das zu meistern.

Im schicken knallroten Hosenanzug und mit Leoparden-Pumps absolviert sie ihr Programm souverän und eloquent. In ihrem typischen Bairisch nimmt sie sich einen nach dem anderen vor, der ihrer Meinung nach im Krisenmanagement der Pandemie versagt hat. Der „Landesdiktator, äh Landesvater Söder“ müsse sich, wenn er bald Kanzler werde, beim G8-Gipfel zwischen Macron und Biden doch vorkommen wie der Torwart von 1860, der aus Versehen auf einem Gruppenbild des FC Barcelona landet. Christian Lindner bezeichnet sie als „politischen Thermomix“. „Der hat für alles ein Rezept parat, es gelingt aber keins.“

Corona-Lockdown: Monika Gruber vermisst Stamm-Italiener in Schwabing

„Ja, was wird wohl aus uns werden, wenn das alles vorbei ist?“, sinniert die Erdingerin und spekuliert: „Der Drosten wird der Berater von Helene Fischer“, denn wenn die mit „Atemlos“ wieder auf Tour gehen darf, sei das ohne medizinische Überwachung nicht mehr möglich. „Darf man überhaupt irgendwann wieder ein ansteckendes Lachen haben?“, schaut sie sorgenvoll in die Zukunft.

Doch dann erinnert sie sich, dass im Titel ihres Programms auch „Hoffnung“ steht. „Wir alle haben gemerkt, dass wir in einem Boot sitzen.“ Sie selbst wünsche sich, „dass wir – wenn dieser Scheißdreck vorbei ist – netter miteinander sind“. Sie freue sich darauf, alle wieder einmal „so richtig knuddeln zu können“.

Auch den Stamm-Italiener in Schwabing vermisst sie. Nur der Pierluigi wisse, wie man eine Frau in 60 Sekunden so bezirze, dass sie sich fühle wie die junge Sophia Loren. Mit ihrem italienischen Sprachtalent nimmt Monika Gruber ihre Gäste mit in ihre Lieblingstrattoria, die für jeden Stammgast eine Spezialität auf Lager habe. „Das vermisse ich so. Und Sie, liebe Zuschauer, vermisse ich auch!“, gesteht sie so überschwänglich, dass man es ihr einfach glauben muss.

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(Von Alexandra Anderka)

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