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Trauriger Alltag, sobald die Motorradsaison beginnt: Im März verunglückten binnen 48 Stunden gleich drei Biker schwer. Unser Bild zeigt einen Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Motorrad zwischen Notzing und Goldach.

2018 so viele Unfalltote wie noch nie

“Motorräder brauchen mehr Platz als Autos“

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Jetzt gehören sie wieder zum Bild auf unseren Straßen: Die Motorradsaison hat begonnen. Für die Biker ist es ein Gefühl von Freiheit, übers Land zu brausen. 

Erding – Die Schattenseite: Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen – oft, weil Motorräder von Autofahrern zu spät gesehen werden. Im März ereigneten sich drei schwere Zusammenstöße binnen 48 Stunden im Landkreis.

Im Rahmen unserer Serie „Erding sicherer“ gibt der Erdinger Fahrschulinhaber Christoph Flittner Tipps – und zwar Auto- wie Motorradfahrern. Er setzt seit voriger Saison bei allen Fahrschülern Airbag-Westen ein. „Und die empfehle ich allen Bikern“, sagt der Unternehmer. Für 500 bis 600 Euro sind die Schutzwesten in Signalfarben erhältlich. „Das ist eine gute Investition“, so Flittner. Denn im Normalzustand trage sie so gut wie nicht auf. Durch die helle Farbe würden andere Verkehrsteilnehmer die Zweiradfahrer schon von Weitem erkennen.

„Die Weste reicht vom Steißbein bis zum Helm. Im Falle eines Sturzes bläst sie sich auf und schützt die Fahrer“, erläutert Flittner. Der Vorteil: Die CO2-Kartuschen können ausgewechselt werden. „Man kann die Schutzfunktion also ausprobieren und hat die Gewissheit, dass die Sicherheitsausrüstung im Ernstfall auch funktioniert.“

Doch die richtige Ausrüstung ist nicht alles. „Bitte nicht gleich voll durchstarten“, rät Flittner. „Man darf nicht vergessen, dass man ein halbes Jahr nicht gefahren ist.“ Deswegen sollten Biker es langsam angehen lassen. „Wer noch länger nicht gefahren ist, dem empfehle ich ein Sicherheitstraining. Die bieten die Automobilclubs, aber auch Fahrschulen an“, versichert Flittner.

Motorradfahrer sollten auch immer für andere Verkehrsteilnehmer mitdenken. „Jeder muss damit rechnen, dass er nicht gesehen wird“, so der Fahrlehrer. Deswegen sei es ratsam, möglichst nicht im Schatten von Autos und insbesondere von Lastwagen zu fahren.

Er weist auf ein gefährliches Detail hin: „Bei Motorrädern muss man den Blinker selbst ausschalten. Läuft er weiter, hört man das nicht. Viele Fahrer vergessen das. An der nächsten Kreuzung kann das gefährlich sein.“

Daran, bittet Flittner, sollten auch die Autofahrer denken: Einer der schweren Unfälle in diesem Frühjahr – eine Frau war auf der B 388 bei Moosinning vor einem Motorrad abgebogen – war genau auf dieses Missverständnis zurückzuführen.

Flittner ist überzeugt: „Viele Autofahrer schätzen Motorräder falsch ein.“ Es klingt kurios, aber „Motorräder brauchen beim Ausweichen mehr Platz als Autos, die Maschinen reagieren träger“. Deswegen sollte man bei jedem Überholen genau schauen: Ist die Gegenfahrbahn wirklich frei, oder kommt da nicht doch ein Motorrad?

Besonders vorsichtig, so Flittners Tipp, sollten Motorradfahrer nicht nur bei Nässe sein. „Starker Pollenflug kann bei morgendlicher oder abendlicher Feuchtigkeit zu schmierigen Straßenbelägen führen.“ Wie wichtig diese Ermahnungen sind, beweist ein Blick in die 2018er-Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. Der schöne und lange Sommer forderte seinen Tribut: Mit 23 Todesopfern wurde ein neuer Höchststand erreicht. 2017 waren es „nur“ sieben Tote gewesen. Insgesamt nahm die Polizei 870 Motorradunfälle auf, bei denen 722 Menschen verletzt werden. Besser sah es im Landkreis Erding aus: Die Zahl der Motorradunfälle ging von 67 auf 62 um 7,5 Prozent zurück.

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