Müller-Brot-Desaster: Arbeitsagentur vermittelt mit Hochdruck

Freising - Die gute Nachricht: Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Freising ist weiter robust. Die schlechte: Die Entlassungen beim Großbäcker Müller-Brot drücken weiter auf die Quote. Vor allem im Landkreis Freising.

Die Zahlen schauen auf den ersten Blick positiv aus: Die Arbeitslosenquote ist im Agenturbezirk im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf nun 2,0 Prozentpunkte gesunken. Karin Weber, die Chefin der Agentur für Arbeit Freising, spricht daher auch von einer „positiven Entwicklung“. Das große Aber: Die Arbeitslosenzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert - und das „steht vor allem im Zusammenhang mit den Entlassungen bei der Firma Müller-Brot“. Davon ist insbesondere der Kreis Freising betroffen: Im Juni waren 2095 Frauen und Männer erwerbslos gemeldet. Das sind 105 weniger als im Mai, aber 409 mehr als noch im Juni 2011. Die Quote errechnete sich auf 2,2 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 1,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Landkreis Erding sind derzeit „nur“ 1351 Personen ohne Job.

Die Agentur arbeite bei der Vermittlung der Entlassenen auf Hochtouren, betont Weber und zählt auf: „Die einstündigen Erstgespräche zur Erstellung eines individuellen Profils und des Vermittlungsplans sowie die ersten Folgegespräche sind bei allen Betroffenen bereits erfolgt.“ Es habe mehr als ein Dutzend Gruppenberatungen gegeben, auch erste Stellenbörsen fanden statt. Mit Erfolg: „78 Personen haben schon eine neue Arbeitsstelle gefunden, etwa 110 befinden sich in Weiterbildungsmaßnahmen.“

Von dem Arbeitsplatzverlust durch die Insolvenz des Neufahrner Großbäckers waren insbesondere Männer (22 Prozent mehr Erwerbslose im Vergleich zu Juni 2011) und Menschen mit Migrationshintergrund (plus 24 Prozent) betroffen. Gegenüber dem Juni 2011 ist der prozentuale Zuwachs in dieser Statistik der höchste in ganz Bayern.

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Dynamik auf dem regionalen Arbeitsmarkt daher ein wenig nachgelassen: Während sich 2011 die Zahl der Arbeitslosen von Mai auf Juni um 300 reduzierte (Mai 2011: 3343, Juni 2011: 3043), ging diese jetzt von Mai auf Juni um 149 Frauen und Männer zurück. Der Vergleich zum Vorjahr spricht noch deutlichere Worte: Während im Juni 2011 die Erwerbslosigkeit im Agenturbezirk gegenüber dem Juni 2010 noch um 33,6 Prozent zurückging, stieg sie von Juni 2011 zum Juni 2012 um 13,2 Prozent an.

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