+
Würdiger Preisträger: Wilhelm Wagner (r.) ist Stadtheimatpfleger und leidenschaftlicher Archäologe. Er hat sich große Verdienste erworben. AVE-Vorsitzender Harald Krause überreichte ihm den Archäologiepreis. 

AVE-Vorsitzender wirbt für Verständnis für Ausgrabungen

Archäologen kämpfen um mehr Akzeptanz

Runder Geburtstag für den Archäologischen Neujahrsempfang im Museum Erding: Er fand am Montagabend zum zehnten Mal statt.

Erding – Runder Geburtstag für den Archäologischen Neujahrsempfang im Museum Erding: Er fand am Montagabend zum zehnten Mal statt, denn genau so lange gibt des Archäologischen Verein Erding (AVE), der Veranstalter ist. Und wieder war der Empfang bestens besucht.

Nicht alle Gäste fanden einen Sitzplatz im Foyer des Museums. Dabei ist der Ort ideal, trifft sich doch alles, was an Archäologie und Heimatgeschichtsforschung Interesse hat. Harald Krause als Vorsitzender des AVE und Leiter des Museums nutzte seine Chance und warb leidenschaftlich für eine institutionalisierte Landkreis-Archäologie. Vor ihm saßen nicht nur MdL Ulrike Scharf und Landrat Martin Bayerstorfer, sondern auch OB Max Gotz, viele Stadträte und Bürgermeister. Krause warnte gar, dass der Landkreis zu einem weißen Fleck auf dieser archäologischen Landkarte werden könnte und illustrierte dies anhand einer Karte.

Kritik an Bundesrecht

Sein Kampf um die Akzeptanz von Archäologie mündete in einem Vorschlagspaket, das auch Bundesrecht betrifft: Noch immer seien Grabungskosten für Bauherren nicht steuerlich absetzbar, obwohl es Ausgaben für die Allgemeinheit seien, monierte Krause. Und diese Kosten können hoch sein.

So gebe es Gemeinden, die bei der Ausweisung von Baugebieten die Grabungen organisieren und dann die Kosten auf die Grundstückspreise umlegen. Anhand von Karten eben dieser Neubaugebiete konnte Krause nachweisen, dass das die gerechteste Lösung sei. „Bei dem einen ist viel zu finden, der zahlt 20 000 Euro, beim anderen ist nichts, das ist einfach ungerecht.“

An Scharf gewandt, regte Krause an, das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP), das sich an die Landwirtschaft richtet, auf archäologisch wichtige Flächen auszudehnen. Landrat Bayerstorfer sagte zu, das Thema „Landkreis-Archäologie“ mit in die Bürgermeister-Dienstbesprechung zu nehmen und dafür zu werben. Alle Redner dankten dem Verein für seinen Einsatz und das Verdienst, Archäologie in die Mitte der Bevölkerung gebracht zu haben.

Archäologiepreis 2019 geht an Stadtheimatpfleger Wilhelm Wagner

Es ist viel passiert im Kreis, auch wenn sich das meiste auf die Stadt Erding konzentriert hat. Hier gibt es eine Stadtarchäologie, vertreten durch den schon einmal für sein Engagement ausgezeichneten Stadtheimatpfleger Wilhelm Wagner, der sich in der vereinsinternen Abstimmung auch als Träger des Archäologiepreises 2019 durchsetzte. Er durfte die von Johannes Goldes geschaffene Anstecknadel in Empfang nehmen.

Krause ging die einzelnen Fundstellen durch, erinnerte an Schulklassenbesuche in einer Kiesgrube, wo Reste einer römischen Villa ausgegraben worden waren – sehr zum Ärger des Unternehmers, wie Krause zugab. Damit war er wieder beim Thema Akzeptanz, aber auch bei einem Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit, die aus seiner Sicht nötig ist – bis hinein in die Schulen, wo der Lateinunterricht plötzlich erlebbar werden könne, wie eben in dieser Kiesgrube. 

Klaus Kuhn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Coronavirus hat Deutschland erreicht: So agiert die Task-Force am Flughafen München
Das Coronavirus hat Deutschland erreicht. Der erste Fall trat in Starnberg (Bayern) auf. Am Flughafen München ist die Task-Force Infektiologie einsatzbereit.
Coronavirus hat Deutschland erreicht: So agiert die Task-Force am Flughafen München
Vor dem Löschfahrzeug braucht es noch ein neues Feuerwehrhaus
Generationswechsel an der Spitze der Grünbacher Feuerwehr: Vorsitzender Georg Mayer hat aus Altersgründen in der Jahreshauptversammlung den Dienst quittiert. Er hatte …
Vor dem Löschfahrzeug braucht es noch ein neues Feuerwehrhaus
CSU-Rätin Birgit Hipper zur Wasserversorgung: „Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt“
Neuer Brunnen oder Anschluss an die Nachbarn? Gemeinderätin Birgit Hipper (CSU) erklärt ihre Sicht auf die Wasserversorgung von Buch und stellt klar: „Ich fühlte mich …
CSU-Rätin Birgit Hipper zur Wasserversorgung: „Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt“
Holzlandblaskapelle: Groß aufgespielt bei 28 Veranstaltungen
Über ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr konnte der Vorstand der Holzlandblaskapelle bei der JHV berichten. Auch wurden treue Mitglieder geehrt.
Holzlandblaskapelle: Groß aufgespielt bei 28 Veranstaltungen

Kommentare