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Museum Erding 

Verborgene Kuriositäten

Fast 70 000 Objekte lagern im Museum Erding. Nur zwei Prozent davon sind in Sammlungen für die Öffentlichkeit zugänglich. Jetzt nutzten viele Besucher im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Auf Weihnachtn zua“ die Möglichkeit, einen Blick auf verborgene Kuriositäten zu werfen.

Erding– Museumsleiter Harald Krause ging eingangs auf die Geschichte des Hauses ein, das 1856 von Anton Bachmair gegründet wurde. Dieser war nach einem längeren Aufenthalt in München nach Erding zurückgekehrt und hatte an der Langen Zeile ein Kaufhaus betrieben. „Bachmair war beseelt von der Liebe zu Erding. Er wollte ein Haus für die Erinnerung an die Gegenwart und die Vergangenheit“, erzählte Krause dem aufmerksamen Publikum im Foyer des Hauses an der Prielmayerstraße.

Regelmäßig müssen Museum und Depot durchforstet werden, die eingelagerten Gegenstände auf Holzwürmer und andere Schädlinge abgesucht und das Depot „entwest“ (also alle Kleinstlebewesen abgetötet) werden. Seit zwei Monaten ist Elisabeth Boxberger die neue Mitarbeiterin im Museum. Die Sammlungsleiterin kommt aus Berlin und war zuletzt im Deutschen Historischen Museum Unter den Linden tätig.

Viele der Objekte, die Krause und Boxberger aus dem Depot geholt hatten, stammen aus den vergangenen 50 bis 80 Jahren. Darunter war beispielsweise eine Waschkugel, die bis in die 1960er Jahre in deutschen Haushalten zu finden war. Ein hartes, ovales Objekt entpuppte sich als Waschbürste aus Kuhschwanzhaar.

In der Rubrik „Ordnung im Kleiderschrank“ kamen Sockenhalter auf Karton zum Vorschein, für Seidenstrümpfe ein wunderschönes Stoffstück mit Rüschen, das früher vermutlich zum Glätten diente. Bei der genaueren Definition konnten auch die Museumsbesucher nicht weiterhelfen. Außerdem gezeigt wurden alte Holzschlittschuhe, die über die Schuhe gezogen wurden, ein Wanderstock mit Sitzmöglichkeit, vermutlich für einen Jäger, aus dem 19. Jahrhundert und ein so genannter Mäusegalgen, der gleichzeitig drei Nagetieren das Genick brechen konnte.

Heike Kronseder konnte den Fachleuten bei einem Gegenstand aus Eisen weiterhelfen. Man hat es früher für Schmalzgebäck verwendet, aber der Griff dazu fehlt. Heinrich Schmitt durfte – natürlich nur mit Handschuhen – ein Schwert halten, das zu Dekorationszwecken gegossen worden ist und aus dem 19. Jahrhundert stammt. Ein Linoleum-Druckstock und das Herbstfest-Plakat aus dem Jahr 1954 sind besondere Raritäten und werden bei der für nächstes Jahr geplanten Sonderausstellung „Unser Schöner Turm“ eine Rolle spielen, kündigte Krause an.

Peter Marschall hat dem Museum uralte Christbaumkugeln, Drähte für Zuckerwaren, Lametta und eine Christbaumspitze zur Verfügung gestellt. Maria Mader überließ der städtischen Einrichtung einen 140 Jahre alten Christbaumständer mit Spieluhr. Daraus erklang zum Abschluss „Stille Nacht, heilige Nacht“. elv

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