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Überblick von oben: Das ist der Umgriff des Bebauungsplans zwischen Mühlgraben und Landshuter Straße (unten), der nun geteilt wurde. Im Vordergrund steht die Sanierung und Erweiterung des Museums Franz Xaver Stahl und der Zugang zum Museumsgarten. Das benachbarte Wenhart-Haus bleibt vorerst unangetastet.

Teilung des Bebauungsplans

Museum Stahl hat Vorrang

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Erding – Ideen für ein neues Stadtquartier hatten Architekten für den Bereich Stahl-Museum und am Mühlgraben im Auftrag der Stadt gesammelt. Als Erstes soll das Museum an der Landshuter Straße erweitert werden, deshalb wird der Bebauungsplan nun geteilt.

Ein Vermächtnis, das Anstrengungen in Millionenhöhe mit sich bringt, hat die Stadt Erding als Erbin des Museums Franz Xaver Stahl an der Landshuter Straße angetreten. Denn das denkmalgeschützte Biedermeier-Haus ist als öffentliches Gebäude nur unter Auflagen zu nutzen. Es ist dank des Engagements von Leiterin Heike Kronseder aber gut frequentiert. Ein erdgeschossiger Anbau im jetzigen Hofbereich soll die Platznot lindern. Stadtbaumeister Sebastian Henrich stellte Einzelheiten dazu am Dienstagabend im Stadtentwicklungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss des Stadtrates vor.

Im Sommer hatte eine Jury den Entwurf des Emlinger Architekten Karl Heinz Walbrunn und der Landschaftsarchitektin Rita Lex-Kerfers zum Sieger gekürt (wir berichteten). Er sieht die Sanierung des Museums Stahl und einen Anbau im Nordosten vor, „erdgeschossig mit einem großen Ausstellungsraum, der auch für Veranstaltungen geeignet ist“, so Henrich. Die Erweiterung soll auch Platz für das umfangfreiche Depot schaffen, das derzeit im ersten Stock der Stadtbücherei eingelagert ist.

Mit dem Museum will die Stadt auch den Vorplatz zur Landshuter Straße hin umgestalten und den Museumsgarten zugänglich machen. Der Zugang zum Anbau soll zwischen Biedermeier-Haus und Garten erfolgen. Dies alles stellte Henrich detailreich in einer Animation vor.

Der Teil des Bebauungsplans, der als Erstes in Angriff genommen wird, umfasst neben dem Museum Stahl auch ein Grundstück im Süden und das im Nordosten liegende Wenhart-Haus. An dessen Stelle können sich die Architekten Walbrunn und Lex-Kerfers ein Solitärgebäude vorstellen. Das ist aber noch Zukunftsmusik, wie Gotz betonte: „Ein Abriss des Wenhart-Hauses ist nicht das Thema. Jetzt geht es um weitere Planungsschritte“, sagte er in der Sitzung.

Dieser Hinweis war Petra Bauernfeind (Freie Wähler Erding) wichtig. Sie hatte sich ebenso wie ihre Fraktionskollegin Johanna Heindl über die Planungsdetails gewundert. „Es ist ungewöhnlich viel zu sehen in der Präsentation, dafür, dass es ein Aufstellungsbeschluss ist“, sagte Bauernfeind. Der Stadtchef bekräftige nochmals, es gehe ausschließlich darum, „dass wir mit dem Museum weiterkommen“. Deshalb habe man aus dem Masterplan ein Segment herausgegriffen.

Besagter Masterplan hatte auch den Großparkplatz am Mühlgraben umfasst, den die Stadt angepachtet hat. Die Grundstückseigentümer dort wollen aber keine Veränderung. Dies hätten sie signalisiert, so Gotz. Auch mit allen anderen Nachbarn sei gesprochen worden, betonte der Stadtbaumeister: „Bislang herrscht Einverständnis.“

Jakob Mittermeier (CSU) begrüßte die Teilung des Bebauungsplans. „Erfahrungsgemäß ist es positiv, wenn man im Bestand einen Bebauungsplan-Umgriff klein hält.“ Entscheidend sei, „dass der Süden nicht stört, wenn im Norden mal was geht.“ Also, dass die jetzigen Planungen eine spätere Entwicklung nicht behindern.

Gotz sah die Diskussion unter den Stadträten positiv: „Ihre Fragen haben Unsicherheiten ausgeräumt, die möglicherweise in der Öffentlichkeit bestehen.“

Gabi Zierz

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