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Misstöne kennt man beim Isener Pfarrfest bislang nicht. Nun gibt es Streit um die Rechteverwertung.

Musik außerhalb von Gottesdiensten

Kirche hat Stress mit der Gema: Pfarrfest wird wohl teuer

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Die katholische Kirche hat Stress mit der Gema. Denn Musik außerhalb von Gottesdiensten wird für die Pfarreien in Zukunft teuer. Pfarrer Josef Kriechbaumer aus Isen ist genervt – wegen des enormen Verwaltungsaufwands.

Landkreis Die katholische Kirche und die Gema treten im Kräftemessen gegeneinander an. Hintergrund: Seit 30 Jahren galt ein Pauschalvertrag zwischen der Erzdiözese München und Freising sowie der Rechteverwertungsgesellschaft: Musik außerhalb von Gottesdiensten, etwa bei Pfarr- und Kindergartenfesten oder Seniorennachmittagen, kostete die Kirche bisher 45 Euro im Jahr. Nun verlangt die Gema 75 Euro.

Doch da spielt die Kirche aber nicht mit. Für die Pfarreien aus dem Landkreis wird es jetzt teuer. Den Pfarrer aus Isen, Josef Kriechbaumer, ärgert das: „Mein Traum ist, dass sich die beiden noch einigen“, sagt er, denn: „Jedes Lied, das man beim Pfarrfest singt, muss man jetzt abrechnen.“ Nur wenn der Liederkomponist schon seit über 70 Jahren tot ist, wie zum Beispiel Mozart, Beethoven, Bach & Co. kostet die öffentliche Aufführung des Liedes nichts.

Aufführung bisher durch Pauschalvertrag gedeckt

Das Isener Pfarrfest im Juli wird deshalb heuer wohl teurer, befürchtet Pfarrer Kriechbaumer. Im Schnitt spielt die Jugendblaskapelle Isen dort zehn bis 15 Stücke. Bislang war die Aufführung durch den Pauschalvertrag abgedeckt. Jetzt muss Kriechbaumer der Gema vor dem Fest mitteilen, welche Lieder die Kapelle in welcher Reihenfolge, vor wie vielen Leuten und auf welcher Fläche spielen. „Das ist natürlich viel mehr Verwaltungsaufwand.“ Und die Pfarrei muss für jedes Lied zahlen. „Das wird schon ein paar Hunderter kosten“, sagt er: „Irgendwann muss der Pfarrgemeinderat entscheiden, ob der Auftritt weiter stattfindet oder, ob man ihn ausfallen lässt.“

Pfarrer Jan-Christoph Vogler aus Altenerding hingegen bleibt locker. Bei seinem Pfarrfest am Tag des WM-Finales im Juli soll abends ein Alleinunterhalter auftreten. Vielleicht mit gemafreier Musik, die kostet die Kirche ja nichts?

So umgeht der Dorfener Kirchenchor die Gebühren

„Nein, das geht gar nicht, da wollen die Leute Schlager hören aus den 60er Jahren. Da leben die meisten Komponisten ja noch“, so Vogler. Also kostet die Musik extra. Aber Vogler rechnet mit nicht allzu hohen Kosten für die Lieder. Er zieht einen Vergleich: „Das Public-Viewing beim WM-Finale kostet uns zwischen 35 und 70 Euro, das geht schon.“

Wer die Gema-Gebühren komplett umgehen will, sollte es wie der Dorfener Kirchenchor anstellen: Bei ihrem Herbstkonzert in der Pfarrkirche singen sie vor allem Klassiker von Bach, Mozart und Mendelssohn. Manchmal aber auch modernere Stücke. „Das ist natürlich schon schade, dass man jetzt aufpassen muss, welche Stücke wir auswählen müssen“, sagt Arnold Holler, der Vorsitzende des Cäcilienvereins, der den Chor unterstützt.

Pfarrer Kriechbaumer tüftelt schon daran, wie er die Gema-Gebühren umgehen könnte. Denn für Musik in Gottesdiensten gilt bislang weiter der Pauschalvertrag – und die Pfarreien dürfen singen, was sie wollen. „Man könnte ja vor und nach jedem Konzert ein Kreuzzeichen machen, dann gilt es vielleicht auch als Gottesdienst“, sagt er lachend. Weniger lustig: Das Kräftemessen geht wohl weiter – zu Lasten schöner Traditionen. 

Anna Schwarz

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