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24 Stunden vor dem Anschlag von Berlin entstand dieses Bild vom Christkindlmarkt in Erding – der Besucheransturm ist ernorm. „Wir können nicht mehr tun als wachsam sein“, erklärte Veranstalter Fritz Steinberger.

Christkindlmärkte nach dem Anschlag von Berlin 

Die Musik ist aus

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Landkreis – Absolute Sicherheit gibt es nicht – darin sind sich Verantwortliche der Christkindlmärkte einig. Nach dem Anschlag von Berlin erkennen sie aber auch keine verschärfte Bedrohungslage.

Traurigkeit und Betroffenheit – diese Gefühle gehören eigentlich nicht auf einen Christkindlmarkt. Das hat der schreckliche Anschlag am Montagabend in Berlin aber verändert. „Wir sind alle bestürzt“, erzählt Börnie Sparakowski, Chef des Wintermarkts am Flughafen München. Am eigenen Glühweinstand hat der Erdinger eine Kerze angezündet, im gesamten MAC-Forum wurden Schilder aufgestellt. „Sie drücken aus, dass wir in Gedanken bei den Opfern sind“, berichtet Sparakowski im Namen der Standbetreiber. Eisdisco und das musikalische Rahmenprogramm sind vorerst abgesagt.

Am Erdinger Christkindlmarkt bleibt die Musik komplett aus. Das kündigte gestern Organisator Fritz Steinberger an.

Der Vorsitzende des Verschönerungsvereins Erding hatte für den frühen Dienstagabend auch eine Schweigeminute angesetzt – „ein kurzes Innehalten“, wie er sagt. Zur Sicherheit meint er: „Wir können nicht mehr tun als wachsam sein.“ Auf dem kleinen Erdinger Christkindlmarkt könne man nicht noch zusätzliche Poller aufstellen. „Es macht ja auch keinen Sinn, den Markt für die letzten vier Tage abzublasen. Dann hätten die Terroristen erreicht, was sie wollen“, erklärt Steinberger.

Die Sicherheitsbehörden haben gestern bis in höchste Ebenen über eine Reaktion beraten. „Wir sollen eine lageangepasste Erhöhung der polizeilichen Präsenz zeigen – also verstärkt Streife fahren“, berichtet der Leiter der Polizeiinspektion Erding, Anton Altmann, über das Ergebnis. Die Kollegen, die auf den Straßen seien, würden daher immer wieder beim Christkindlmarkt vorfahren und eventuell auch durchgehen.

Bisher hat es laut Altmann keine Bestreifung des Marktes gegeben. „Eine abstrakte Gefahr besteht ja immer“, erklärt Altmann, „ich kann dem nur nicht konkret mit Personal begegnen, weil wir’s einfach nicht haben“. Die Polizei sei wachsam. „Es sind ja auch viele Kollegen privat auf dem Christkindlmarkt“, sagt der Polizeirat. Allein das gebe eine gewisse Sicherheit.

Auf dem Wintermarkt im MAC sind Polizeistreifen Alltag. „Wir haben schon gut hochgefahren“, erklärt der Sprecher der Flughafenpolizei, Josef Bichlmeier, zur Präsenz im Vergleich zu vorangegangenen Jahren. Das sei aber gestern nicht noch zusätzlich verstärkt worden. „Wir haben unsere Kräfte noch einmal darauf hingewiesen, wo die Gefahren sind“, berichtet Bichlmeier. Der Wintermarkt sei aber auch ohne Terror polizeiliches Einsatzgebiet. „Wir haben es hier mit allem möglichen zu tun – vom Handtaschendiebstahl bis zu Rangeleien am Glühweinstand.“

Timo Aichele

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