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Einfach großartig: Beim Benefizkonzert des Jugendkammerorchesters Violinissimo mit dem Tiroler Kinderkonzertchor Do-Re-Mi am Samstagabend sprach die Leidenschaft für die Musik aus jedem Ton.

Benefizkonzert von "Violinissimo and Friends"

Musik, die Licht in die Herzen trägt

Erding - Das Jugendkammerorchester Violinissimo und seine musikalischen Gäste begeisterte das Publikum und sammelten 1270 Euro für den guten Zweck.

Mit Musik Licht in die Herzen getragen hat das Jugendkammerorchester Violinissimo mit seiner Leiterin Ulli Büsel und seinen Gästen. Sie alle begeisterten das Publikum, das im voll besetzten Saal der Kreismusikschule am Samstagabend die außerordentlichen Leistungen der jungen Musiker mit enthusiastischen Jubelrufen honorierte und freigebig spendete. 1271,70 Euro erspielten die jungen Leute. Das Geld kommt dem Leserhilfswerk "Licht in die Herzen" des Erdinger/Dorfener Anzeigers und damit ohne Abzüge bedürftigen Menschen im Landkreis zugute.

Es war nicht nur das technisch beeindruckende Niveau der Darbietungen, sondern auch die Leidenschaft für die Musik, die den Funken sofort überspringen ließ. Berückende Streicherklänge und hinreißende Stimmen klangen in den gemeinsamen Auftritten von Violinissimo und dem Tiroler Kinderkonzertchor Do-Re-Mi zusammen, den Irina Golubkowa leitet.

Kein Wunder, dass sich die beiden Spitzenensembles gefgunden haben. Wie Ulli Büsel legt die Chorleiterin besonderen Wert auf die Ausbildung jeder einzelnen Stimme. Chor und Orchester treten ohne Dirigenten auf - und das mit angstfreier Souveränität. Mit ihrer ausgefeilten Hintergrundarbeit geben die engagierten Leiterinnen den Jugendlichen den Schlüssel zum eigenständigen Musizieren in die Hand.

Auf der Bühne setzten beide Ensembles alle Energien frei und eroberten sich selbstbewusst die verschiedensten Klangräume. Von Höhepunkten in diesem Konzert zu sprechen, fällt schwer, weil jeder Beitrag Glanzpunkte setzte. Die tiefgründigste und anspruchsvollste Komposition war Wolfgang Amadeus Mozarts Adagio und Fuge in c-Moll. Violinissimo tauchte in dieses Werk ein und lotete die komplexen Stimmungen aus.

In einem hoch inspirierten Zwiegespräch mit dem Orchester gestalteten die Geigensolisten Clara Büsel, Jannis Roos, Jan Niedringhaus und Lisa Beer ein Vivaldi-Konzert. Und als Violinissimo stehend und mit wiegenden Schritten wunderbar schwelgend Peter Iljitsch Tschaikowskys Walzer aus der Streicherserenade spielte, hätte man am liebsten mitgetanzt.

Filmmusikalische Opulenz strahlte das Stück „Orawa“ von Wojciech Kilar aus. Man konnte sich richtig vorstellen, wie der gleichnamige Fluss mal sanft mäandernd, mal mit ungezähmter Naturgewalt durch felsiges Gelände strömte. Expressiv, verhalten, bittersüß und mit Hingabe spielte Sandra Rieger in engem Kontakt mit dem Orchester Astor Piazzollas „Oblivion“.

Erstaunlich war der Auftritt des NachKlang-Ensembles, das Ulli Büsel erst vor gut einem Jahr aus der Taufe gehoben hatte. Vivaldis Largo klang schon sehr ausgereift, wobei Solistin Rebecca Weidinger ihre Blockflöte farbenreich singen ließ.

Die behutsam ausgebildeten Stimmen von Do-Re-Mi bezauberten mit Natürlichkeit und Ausdrucksstärke. Szenische Präsenz verlieh der Chor dem Lied „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“. Man sah den Jäger durchs Gehölz pirschen, trauerte um den erschossenen Vogel und freute sich über dessen jubilierende Auferstehung.

Reizend war der Gastauftritt der Musik- und Tanzgruppe St. Johann (Leitung: Alexandra Wagner), die mit dem Nachklang-Orchester das Allegro aus Haydns Kindersinfonie mit hinreißender Frische spielten. 

Vroni Vogel

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