Marie-Luise Ruppert
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Marie-Luise Ruppert war 20 Jahre lang Rektorin der Carl-Off-Grundschule.

Nachruf: Ehemalige Altenerdinger Grundschulrektorin ist verstorben

Marie-Luise Ruppert: Musikalische Erziehung lag ihr besonders am Herzen

Marie-Luise Ruppert leitete die Carl-Orff-Grundschule in Altenerding 20 Jahre. Nun ist die Pädagogin im Alter von 77 Jahren nach längerer Krankheit verstorben.

Erding/Walpertskirchen – Zwanzig Jahre lang leitete Marie-Luise Ruppert die Altenerdinger Grundschule und führte diese zu einer musikalisch geprägten Carl-Orff-Schule. Nun ist die engagierte Pädagogin nach längerer Krankheit im Alter von 77 Jahren gestorben.

Im Sudetenland war Marie-Luise Ruppert geboren und aufgewachsen, nach dem Krieg musste die Familie ihre Heimat verlassen und nach Bayern übersiedeln. Hier kam sie zuerst in Bad Aibling unter und zog später nach München. Diese harte Zeit, in der sie lernte zu kämpfen und stark zu sein, prägte sie für ihr ganzes Leben.

Nach dem Lehramtsstudium, der Heirat mit dem Bauingenieur Hans Ruppert und der Geburt der Kinder Ulrike und Maximilian ließ sich Marie-Luise Ruppert mit ihrer jungen Familie in Walpertskirchen nieder. Hier unterrichtete sie zwölf Jahre an der Grundschule. Unvergessen sind die aufwendigen Singspiele, die die musikalische Lehrkraft mit ihren Schülern einstudierte. Bekannt war sie als strenge Lehrerin, die ihre Schüler aber auch über den Unterricht hinaus förderte.

Auch nach dem Wechsel an die Spitze der Altenerdinger Grundschule im Jahr 1984 lag ihr besonders die musikalische und religiöse Erziehung der ihr anvertrauten Schüler am Herzen. Das Wohl der Schüler hatte für sie immer Priorität, was sich in ihrem Motto „Didaktik und Methodik sind schön und recht, aber die Liebe zum Kind muss stimmen“ ausdrückte.

Barbara Schock, die als Konrektorin zwölf Jahre zusammen mit Ruppert die Schulleitung in Altenerding innehatte, erinnert sich an ihre damalige Vorgesetzte als sehr fähige und kompetente Rektorin. „Sie war sehr temperamentvoll, aber auch teamfähig, wir haben uns sehr gut ergänzt“, berichtet sie. Im Schulamt wurden die beiden Lehrerinnen intern als das „Dream-Team von Altenerding“ bezeichnet, was Schock sehr zutreffend findet. „Wir haben uns sehr gut verstanden und wollten beide gemeinsam etwas für die Schule erreichen, es war eine schöne Zeit.“

Während Rupperts Rektorenzeit erfolgte die Einstufung der Grundschule als Carl-Orff-Schule, wodurch die Schüler viele zusätzliche Musikstunden genießen konnten. „Wir hatten zahlreiche Arbeitsgemeinschaften zu Chor und Tanz, dazu Flötengruppen aller Art“, berichtet Schock, die noch im Ruhestand mit Ruppert musizierte. Die Musik war ein wichtiger Faktor im Leben der ehemaligen Rektorin, die selbst Klavier und Veeh-Harfe spielte. Sie ging gerne in die Oper und gab die Liebe zur Musik auch an ihre drei Enkel weiter, mit denen sie zuhause viel sang.

Harmonisch war das Zusammenleben mit ihrem Mann Hans, mit dem sie 54 Jahre verheiratet war. „Wir machen alles zusammen“, hatte das Ehepaar anlässlich der Goldenen Hochzeit vor vier Jahren erklärt. Wanderungen im Bayerischen Wald und die regelmäßigen Urlaube in Italien machten der gesamten Familie viel Freude, für die der Ort Bibbione beinahe zur zweiten Heimat wurde.

Eine starke Verbindung hatte die gläubige Pädagogin zu den Mönchen in Kloster Ettal, denen sie als Oblatin angehörte. Der Sinnspruch des Benediktiner-Ordens „ora et labora“ (Bete und arbeite) könnte auch für das Leben von Marie-Luise Ruppert stehen. Sowohl ihre Schüler als auch die Familie werden die Lehrerin mit Leib und Seele in guter Erinnerung behalten. GERDA GEBEL

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